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Tierheim Schwartenpohl vor ungewisser Zukunft

Ehrenamtliche Mitarbeiter suchen nach einer neuen Bleibe.

„Wir sind jetzt fünf Jahre hier auf dem Hof am Dorfweg 14 in Wietmarschen. Die angrenzende Wohnung haben wir auch gemietet, durch Sponsorengelder und Eigenmittel komplett renovieren lassen und weiter vermietet. Wir haben wirklich viel Geld in den Hof gesteckt“, erzählt Melanie Beber, ehrenamtliche Mitarbeiterin. Mitte Januar erfuhren die Mitarbeiter des Tierheims allerdings gerüchteweise von den Plänen ihres Vermieters, den Hof zu verkaufen. „Offiziell wissen wir seit rund vier Wochen Bescheid, dass die Gerüchte zutreffend sind. Wann genau wir raus müssen, wissen wir allerdings nicht“, sagt Beber. Den Hof selbst zu kaufen würde die finanziellen Mittel des Tierheims sprengen.

Ab dem Zeitpunkt der Kündigung bliebe dem Tierheim Schwartenpohl eine sechsmonatige Kündigungsfrist. „Mittlerweile rechnen wir schon in Monatsschritten und weiter als Oktober planen wir im Augenblick auch nicht. Wenn wir wirklich in naher Zukunft raus müssen, brauchen wir dringend eine neue Unterkunft“, erklärt Beber. Als erste Maßnahme verfassten die ehrenamtlichen Mitarbeiter einen Brief an die Kommunen in der Grafschaft mit dem Anliegen, ob es ein Objekt in der Region gebe, das sich als neues Tierheim eignen würde. „Wir sind davon ausgegangen, dass unser Hilfeersuchen an einzelne Gemeinden weitergeleitet wird. Das ist jedoch scheinbar noch nicht passiert, die Antworten stehen noch aus“, sagt Beber. Das Tierheim Schwartenpohl wandte sich daraufhin an die Facebook-Gemeinschaft, in der Hoffnung dort auf Unterstützung zu treffen. Gesucht wird ein als Tierheim geeignetes Gebäude, sei es eine Lagerhalle, eine Scheune, ein Resthof oder eine ehemalige Flüchtlingsunterkunft.

Schwartenpohl vor ungewisser Zukunft

© Elisabeth Kemper

Yvonne Kolisch, ehrenamtliche Mitarbeiterin, mit der Hündin Cora, die zur Zeit im Tierheim Schwartenpohl untergebracht ist. Foto: Kemper

„Das was wir hier machen, hat Hand und Fuß. Wir nehmen nicht nur Tiere auf, sondern bieten auch Schülerpraktika, die Teilnahme an Ferienpassaktionen und die Absolvierung des Zukunftstages an. Junge Menschen können so einen Einblick in die Abläufe eines Tierheims gewinnen“, erzählt Magdalena Popiela, ebenfalls ehrenamtlich im Tierheim tätig. Außerdem führen sie Kastrationsprojekte durch, wie etwa im vergangenen Sommer beim Bauhof der Stadt Nordhorn, bei dem, gemeinsam mit den Katzenfreunden Nordhorn, rund 30 Streunerkatzen eingefangen, kastriert und tierärztlich versorgt wurden.

Die Zuständigen im Tierheim fragen sich, was mit den Streunern und den Katzenjungen passieren soll, falls das Tierheim schließen muss. Zwar gibt es noch den Tierhof Wilsum, doch nimmt dieser nur Fundtiere auf. „Wir nehmen auch die streunenden Tiere auf, im letzten Jahr waren es 80 Jungkatzen. Wo landen die, wenn wir nicht mehr da sind? Vor allem in Hinblick auf den Frühling, wo es wieder sehr viele junge Katzen geben wird?“, fragt Beber.

Der gemeinnützige Verein hat insgesamt 35 Mitglieder, 25 davon arbeiten regelmäßig ehrenamtlich im Tierheim, das zur Zeit 35 Katzen und drei Hunde vor Ort beherbergt. „Wir sind bei der Suche nach einem neuen Gebäude schon sehr an die Grafschaft gebunden, viele unserer Helfer kommen von hier“, sagt Melanie Beber. „Zum ersten Mal brauchen wir wirklich Hilfe. Wenn sich keine neue Möglichkeit finden lässt, müssen wir schließen und das wäre schade, da wir uns inzwischen einen guten Namen aufbauen konnten.“

Kontakt: www.Tierheim-Schwartenpohl.de, Telefon 05925 9495833, E-Mail Schwartenpohl1@gmail.com