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14.02.2018, 20:41 Uhr

Liedermacher Christian Falk macht Station in der Heimat

Christian Falk gibt am Freitag ein Konzert in der Landwehr-Akademie in Lohne. Für den Musiker und Sänger, der eine neue CD veröffentlicht, ist es eine Rückkehr in die Heimat. Mit den GN spricht er über Musik als Beruf, Wohnzimmerkonzerte und seine Pläne.

Liedermacher Christian Falk macht Station in der Heimat

Sein neues Album „Farbe & Dunkel“ veröffentlicht Christian Falk am 16. März. Foto: Konjer

Von Andre Berends

Christian Falk, was für Musik machen Sie?

Ich würde mich als zeitgenössischen Liedermacher bezeichnen. Ich bin jemand, der deutsche Texte singt, deutsche Lieder macht, eine Gitarre in der Hand hat und manchmal auch mit einer Band auf der Bühne steht.

Vor zehn Jahren hat es Sie von Lohne nach Bremen verschlagen. Warum?

Das war ganz unromantisch. Ich habe in Bremen ein Studium aufgenommen, um danach einen sicheren Job finden zu können. Damals hat Musik noch eine ganz kleine Rolle in meinem Leben gespielt, das wurde erst nach dem Studium immer größer und wichtiger.

Können Sie von Ihrer Musik leben?

Zu 90 Prozent. Ich habe nach meinem Studium die Möglichkeit bekommen, als Quereinsteiger an eine Berufsschule in Bremen zu gehen. Als gelernter Wirtschaftsingenieur bin ich jetzt Metalltechniklehrer und darf an jedem Montagvormittag eine Klasse unterrichten.

Wie lässt sich heute mit Musik der Lebensunterhalt bestreiten?

Das Geld wird auf der Bühne verdient. Haupteinnahmequelle ist die Gage, der Hut, der herumgeht. Und der CD-Verkauf vor Ort. Wenn man versuchen will, davon zu leben, muss man ganz viel reisen und spielen.

Das klingt nach harter Schule...

Als ich mich Ende 2015 dazu entschlossen hatte, das Thema Musik etwas ernster anzugehen, habe ich gesagt: Ich nehme alles, was mir angeboten wird. Da war natürlich viel Mist dabei. Es gab aber auch ganz tolle Konzerte. Ich will das alles nicht missen, weiß heute aber auch, dass meine Musik ein aufmerksames Publikum braucht. Ich habe das Ziel, etwa 100 Konzerte im Jahr zu spielen. Das ist ein bisschen schwierig, weil es in Deutschland so viele Musiker gibt und nur so wenige Veranstalter.

Wann haben Sie angefangen, Musik zu machen?

Ich habe mit elf, zwölf Jahren in Lohne Gitarrenunterricht gehabt. Später habe ich dann mit der E-Gitarre die Musik nachgespielt, die ich mochte: Metallica, System Of A Down. Das Verstehen von Tonalität und Noten kommt aus dieser Zeit. Mein Musikgeschmack hat sich dann aber verbreitert. Und ich habe mir überlegt, dass ich mal etwas Eigenes versuchen könnte.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Auftritt?

Das war eine offene Bühne in einem Lokal in Bremen. Dort bekommt jeder, der will, seine zehn Minuten. Da bin ich mit einem Freund aufgetreten. Das Interesse war mittelmäßig. Aber das war der Eisbrecher. Da habe ich Blut geleckt.

Wie ging es danach weiter?

Ich habe in Eigenregie eine erste EP aufgenommen. Damit habe ich mich dann bei „Timezone-Records“ in Osnabrück beworben. Bei diesem Label bin ich heute sehr glücklich. Seitdem habe ich eine Referenz, es gibt mehr Angebote für Auftritte. Das bringt aber auch jeden Tag viel Büroarbeit mit sich.

Das Album „Farbe & Dunkel“ erscheint am 16. März. Worum geht es in den zehn Liedern?

Ich finde Dualismus interessant: Gut und Böse, Licht und Dunkel. Das findet sich auch auf dem Album: Dort gibt es zum einen das lebensbejahende, fast profane Pop-Rockige, aber auch das Böse, Anprangernde, Politische, Düstere. Es ist mir wichtig, dass die ganze Breite von dem, was ich schreibe, auf dem Album Platz hat.

Deutsche Musik ist gerade stark angesagt. Was unterscheidet Sie von Sängern wie Mark Forster oderMax Giesinger?

Ich glaube, dass ihre Musik größtenteils nicht sehr kritisch oder politisch ist. Ich mag eher Liedermacher wie Reinhard Mey oder Konstantin Wecker. Musik muss für mich im Kern eine Aussage haben. Sie darf wie im Stück „Farbe“ auch ins Pop-Rockige ausweichen, aber das sollte die Ausnahme sein.

Ziel für die nächsten Jahre ist es, auf jeden Fall als Musiker weiterzumachen?

Die Berufsschule macht mir sehr viel Spaß, das möchte ich unabhängig von der Musik weitermachen. Ziel ist es aber auch, weiter an neuen Alben zu arbeiten. Ich habe viele Songs im Kopf und es ist mir ein Grundbedürfnis, die auf eine Platte zu bringen. Bis 2020 ist die Albumproduktion schon klar.

Wie kam es dazu, in Ihrer alten Heimat Lohne ein Konzert zu geben?

Das hat mit den Wohnzimmerkonzerten zu tun, die ich seit einiger Zeit spiele. Die werden jedes Jahr mehr und sind eine Riesenwertschätzung meiner Musik. Eines davon habe ich im August vergangenen Jahres bei meinen Eltern in Lohne gegeben. Da war auch die Chefin von Landwehr – und so ist es zu dem Konzert in der Akademie gekommen.

Wie läuft denn so ein Wohnzimmerkonzert ab?

Man kann sich einfach bei mir melden. Dann vereinbaren wir einen Termin. Der Gastgeber muss sich um nichts weiter kümmern. Ich bringe die Technik mit und meinen Cellisten Friedemann Eich. Der Gastgeber hat keine weiteren Kosten, denn am Ende des Konzerts geht einfach der Hut rum. Das hat sich sehr bewährt und wir brauchen kein Honorar zu vereinbaren.

Werden wir Sie bald öfter in der Region erleben?

Ich würde gerne im nächsten Jahr mit meinem nächsten Album eine Tour durch die Grafschaft und das Emsland machen. Ich glaube, es gibt hier ganz nette Möglichkeiten für Auftritte, zum Beispiel das Alte Rathaus in Neuenhaus oder das Heimathaus in Twist.

Weitere Infos: www.christianfalkmusik.de

Das Konzert in der Landwehr-Akademie in Lohne beginnt am Freitag um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 15 Euro und sind bei Landwehr, per WhatsApp an 015207861455 und per Mail an tickets@christianfalkmusik.de zu haben.

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