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16.03.2018, 17:56 Uhr

Familie sammelt Geld für behindertengerechtes Auto

Im Sommer ein Eis essen gehen oder den Tierpark besuchen: Das möchte der Wietmarscher Fabio Noll gerne, kann es aber nicht. Der Rollstuhl des 20-Jährigen passt kaum ins Auto und für einen neuen Wagen fehlt das Geld. Nun bittet seine Familie um Hilfe.

Familie sammelt Geld für behindertengerechtes Auto

Ein schönes Leben möchte Thorsten Noll (rechts) seinem Sohn Fabio bieten. Damit der 20-Jährige ohne Stress zu Veranstaltungen und Arztbesuchen kommt, sammeln sie Geld für ein behindertengerechtes Autos. Foto: Stephan-Park

Von Andre Stephan-Park

Wietmarschen. Fabio Noll hat einen langen Leidensweg hinter sich. „Allein seine Krankenakten der vergangenen zwei Jahre füllen mehrere Ordner“, berichtet Vater Thorsten. Sein Sohn hat das Down-Syndrom und ist körperlich stark eingeschränkt, weshalb er auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Seine Lebensfreude haben die Dutzenden Krankenhausbesuche in den vergangenen Monaten dem 20-Jährigen nicht genommen. Im Gegenteil, er will mehr sehen, mehr erleben und Spaß haben. „Das ist mit unseren finanziellen Möglichkeiten aber nicht drin, obwohl ich und sogar Fabio arbeiten“, bedauert Thorsten Noll.

Der 46-Jährige hat einen 18 Jahre alten Volvo. In diesen passt der Rollstuhl seines Sohns nur mit Mühe und Not hinein. „Jedes Mal wenn Fabio ins Auto und heraus möchte, brauchen wir jeweils mindestens eine halbe Stunde“, berichtet Thorsten Noll, der aufgrund eines schweren Hüftleidens ebenfalls behindert ist. Jede Fahrt ist für den Vater mit viel Arbeit verbunden. Er nutzt den Wagen beruflich und muss ihn jedes Mal ausräumen, wenn der Rollstuhl mit soll. Der Wagen ist zudem nicht auf die Bedürfnisse eines schwerbehinderten Menschen ausgelegt. Kurze Strecken seien noch machbar. Doch Thorsten Noll muss Fabio regelmäßig zu Spezialkliniken nach Bayern und Hamburg fahren. Jede Toilettenpause sei mit dem Ein- und Ausladen des Rollstuhls eine Herausforderung. „Haben wir am Morgen einen Arzttermin in Bayern, müssen wir schon einen Tag vorher am frühen Abend losfahren, um rechtzeitig anzukommen“, sagt er. Das möchte er seinem Sohn nicht mehr zumuten. „Ohnehin hat Fabios eigentlich heiterer Gemütszustand sehr unter den ständigen Klinikbehandlungen gelitten. Unser Leben hat sich in den vergangenen drei Jahren größtenteils in Krankenhäusern abgespielt“, sagt er.

Vater und Sohn sind Teil einer Großfamilie, zu der auch Fabios 55-jährige Stiefmutter Beate Gutbrodt, deren Sohn und drei Pflegekinder gehören. An gemeinsame Familienausflüge in dem Auto sei nicht zu denken. „Einzige Option ist es, mit zwei Wagen zu fahren“, sagt Gutbrodt. Wegen der Belastung für Fabio in dem alten Wagen hätten sie ihr Familien-Freizeitprogramm allerdings größtenteils auf Eis gelegt. „Das macht Fabio traurig, denn er liebt Ausflüge“, sagt sein Vater. Voller Begeisterung berichtet Fabio, dass er schon mehrere Musicals besucht hat. „Ich war bei ,Starlight-Express‘. Da geht es um Züge. ,Tarzan‘ hab ich auch gesehen. Die Schauspieler sind vor der Show sogar zu mir gekommen und haben mir später gewunken. Das war toll“, sagt er. Um Fabio weitere solcher Momente zu bescheren, bittet die Familie nun um Hilfe. Sie möchte ein behindertengerechtes Fahrzeug kaufen, in dem alle Familienmitglieder Platz haben.

„Leider haben wir keine andere Wahl. Uns fehlt das Geld, um den Wagen aus eigenen Mitteln zu kaufen“, sagt Thorsten Noll. Er hat sich bereits an zahlreiche Firmen in der Region und gemeinnützige Einrichtungen gewandt. „Leider hat das nichts bewirkt“, berichtet er. Es gebe in der Grafschaft derzeit so viele Hilfsprojekte, dass es eine Privatperson schwer habe, Spenden zu erhalten.

Darum setzt die Familie nun auf die Hilfsbereitschaft der Grafschafter Bürger. „Wir wollen kein Auto mit irgendwelchen Extras. Es geht nur darum, dass Fabio ohne Stress und großen Aufwand mit seinem Rollstuhl zu Arztterminen und Freizeitveranstaltungen reisen kann. Ich erhoffe mir mehr Lebensqualität für meinen Sohn“, führt Noll aus. Vorbereitet ist alles für den Autokauf, berichtet er. Mit einem Nordhorner Autohaus hat er besondere Konditionen ausgehandelt. „Der Verkäufer würde uns einen Ford Transit Custom für 27.000 Euro statt 37.000 Euro verkaufen. Der Landkreis hat bereits zugesichert, die nötigen Umbaukosten zu einem behindertengerechten Wagen in Höhe von 4000 Euro zu übernehmen“, führt Noll aus. „Selbst die Überführung ist bereits geregelt. Es fehlt jetzt nur noch das Geld, um den Wagen für Fabio zu kaufen.“

Wenn sein Vater von dem neuen Wagen spricht, klinkt sich Fabio mit ein. Mit Begeisterung erzählt er, dass er mit seiner Familie dann endlich wieder zur Eisdiele fahren und im Restaurant asiatisch essen könnte. Als großer Fußballfan hofft er, seinen Lieblingsverein Borussia Dortmund im Stadion spielen zu sehen. „Vielleicht können wir ja sogar ein Champions-League-Spiel mit einer englischen Mannschaft sehen oder ein Musical besuchen“, sagt der junge Mann.

Der Verein „Mobil mit Behinderung“ hat ein Spendenkonto für Familie Noll eingerichtet. Wer die Wietmarscher gerne unterstützen möchte, kann eine Spende an die Bank für Sozialwirtschaft mit dem Verwendungszweck „FABIO“ an folgendes Konto überweisen: IBAN: DE41 6602 0500 0008 7113 00. Spendenquittungen können ab 100 Euro ausgestellt werden.

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