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01.02.2019, 16:13 Uhr

Schlag gegen Drogenschmuggler aus dem Darknet

Ein deutsch-niederländisches Ermittlungsteam hat Freitag mehrere Wohnungen in Gronau und den Niederlanden durchsucht. Dabei stellten die Ermittler viele Drogen sicher. Neun Verdächtige sitzen in Haft, drei weitere Personen wurden vorläufig festgenommen.

Schlag gegen Drogenschmuggler aus dem Darknet

Beamte haben am Freitag mehrere Wohnungen in Gronau und den Niederlanden durchsucht und dabei viele Drogen sichergestellt. Foto: Zoll

Gronau/Nordhorn/Bad Bentheim Einem deutsch-niederländischen Ermittlungsteam ist ein Schlag gegen Drogenschmuggler gelungen. Sie durchsuchten am Freitag mehrere Wohnungen in Gronau und den Niederlanden. Dort beschlagnahmten sie große Mengen an Drogen, vollstreckten neun Haftbefehle, drei weitere Personen nahmen sie vorläufig fest. Sie ermittelten bereits seit 2018 gegen eine international agierende 13-köpfige Tätergruppe aus den Niederlanden, die im Darknet diverse Betäubungsmittel angeboten, die bestellten Drogen nach Deutschland eingeführt und per Post verschickt haben soll.

Schlag gegen Drogenschmuggler aus dem Darknet

Beamte haben am Freitag mehrere Wohnungen in Gronau und den Niederlanden durchsucht und dabei viele Drogen sichergestellt. Foto: Zoll

„Nach den bisherigen Ermittlungen sollen drei heute festgenommene Hauptbeschuldigte die Bestellung und den Versand organisiert haben. Bei diesen Beschuldigten handelt es sich um einen 31-jährigen in Enschede wohnenden afghanischen Staatsangehörigen, dessen 27 Jahre alten in Gronau wohnhaften Bruder sowie einen 33-jährigen Niederländer aus Enschede“, heißt es in einer Pressemitteilung des Zolls. Ausgangpunkt der Ermittlungen war die fallbezogene Informationsgewinnung des Zollfahndungsamtes Essen, am Dienstsitz Nordhorn. Der illegale Postversand von Drogen aus dem weltweiten Netz sei an der niederländischen Grenze seit Jahren eine bekannte Größe.

Die enge Zusammenarbeit der Behörden habe zu der mutmaßlichen Tätergruppe geführt. Bereits während der verdeckten Phase der sehr intensiven Ermittlungen konnten Drogensendungen in Briefen und Päckchen für Empfänger weltweit sichergestellt werden. Darunter fast 25 Kilogramm Amphetamin, 1,6 Kilogramm reines MDMA, 1,1 Kilogramm Ecstasy-Tabletten, 170 Gramm Kokain sowie 145 Gramm Heroin mit einem Straßenverkaufswert von mehr als 400.000 Euro. Um noch erfolgreicher zu ermitteln, wurde eine Ermittlungsgruppe „Joint Investigation Teams (JIT)“ gegründet.

Tathergang

„Die Behörden gehen nach den bislang gewonnenen Erkenntnissen davon aus, dass die im Darknet bestellten Drogen online bestellt, in Kryptowährung bezahlt und auf Geheiß der Hauptbeschuldigten von weiteren Tatverdächtigen entweder in den Niederlanden oder in Deutschland postfertig verpackt wurden. Die mutmaßliche Bande soll für ihre Lager- und Verpackungsaktivitäten eigens hierfür in den Niederlanden (Raum Twente) und Deutschland (Kreis Borken) angemietete Wohnungen genutzt haben“, schildert der Zoll das Vorgehen. Die Betäubungsmittel beziehungsweise die als bereits fertig gepackte, etikettierte und deutsch frankierte Versandtaschen und Päckchen sollen von den am Freitag ebenfalls festgenommenen Unterstützern und Kurieren in nahezu täglichen Fahrten mit dem Auto über die Grenze transportiert worden sei. Anschließend seien sie von Deutschland aus weltweit verschickt worden. Zum Versand sollen Briefkästen und Postannahmestellen im grenznahen Raum von Bad Bentheim bis ins nördliche Ruhrgebiet genutzt worden sein. Das in den Niederlanden zugelassene und ebenfalls sichergestellte Kurierfahrzeug wurde offensichtlich bewusst für den Schmuggel umgerüstet und ein Drogenversteck im Bereich der Reserveradabdeckung eingebaut. Bei den Durchsuchungen am Freitag wurden außerdem zahlreiche schriftliche Unterlagen, Computer und Mobiltelefone vorgefunden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Schlag gegen Drogenschmuggler aus dem Darknet

Beamte haben am Freitag mehrere Wohnungen in Gronau und den Niederlanden durchsucht und dabei viele Drogen sichergestellt. Foto: Zoll

Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten sowohl auf deutscher und als auch auf niederländischer Seite hohe Haftstrafen. Die laufenden Maßnahmen und Ermittlungen sowie erste Auswertungen der Beweismittel dauern an. An dem Fall arbeiten deutsche und niederländischen Staatsanwaltschaften, deutsche Zollfahndung, FIOD (niederländischer Ermittlungsdienst) sowie EUROJUST und EUROPOL.

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