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10.08.2018, 11:29 Uhr

Mord in Steinfurt: DNA-Spur führt 15 Jahre später nach Paris

Nach mehr als 15 Jahren konnte nun womöglich ein Mordfall aufgeklärt werden. Im April 2003 hatten Polizisten die Leiche einer 37-jährigen Münsteranerin im Bagno in Steinfurt gefunden. Eine DNA-Spur hat nun zu einem Verdächtigen nach Paris geführt.

Mord in Steinfurt: DNA-Spur führt 15 Jahre später nach Paris

Für eine DNA-Probe werden Zellen im DNA-Labor in ein Reaktionsgefäß überführt. Immer wieder werden Morde oder andere schwere Straftaten aufgeklärt, weil eine DNA-Spur nach langer Zeit zum Täter führt. Symbolfoto: Hoppe/dpa

Münster/Steinfurt Die Leiche einer 37-jährigen Münsteranerin haben Polizisten am 16. April 2003 im Naherholungsgebiet Bagno in Steinfurt gefunden. Nun, etwa 15 Jahre später, führt die DNA-Spur zu einem Tatverdächtigen nach Paris, der auch schon damals im Visier der Ermittler war.

„Die Frau wurde Opfer eines Kapitalverbrechens und ist an den Folgen zahlreicher Stichverletzungen verstorben“, teilt die Polizei Münster in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Staatsanwaltschaft mit. Weiter heißt es: „Bereits nach ersten Ermittlungen im Umfeld der getöteten Frau richtete sich der Tatverdacht gegen ihren ehemaligen Lebenspartner. Der damals 32-jährige Mann türkischer Abstammung lebte ebenfalls in Münster, befand sich jedoch nach der Tat auf der Flucht.“ Eine Öffentlichkeitsfahndung blieb damals erfolglos.

Treffer in der Datenbank

„Ende Juli informierte das Landeskriminalamt die Polizei in Münster über einen Treffer in der DNA Datenbank“, erläuterte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape am Freitag in Münster. „Auf der Grundlage der 2003 angelegten Spur mit Angaben zum Tatverdächtigten konnte bei einer aktuellen Spurenanlage in Frankreich die Übereinstimmung festgestellt werden.“ Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux, Leiter der 2003 eingesetzten Mordkommission, führt auch heute die weiteren Ermittlungen. „Nach der vom Landeskriminalamt NRW und Bundeskriminalamt veranlassten Zusammenführung von Spur und Spurenleger erfuhren wir, dass der Tatverdächtige seit zehn Jahren unter anderen Personalien in Paris lebt“, berichtete der Kriminalbeamte. „Der Mann wurde am 2. August nach einem Messerangriff auf eine Sozialarbeiterin von der französischen Polizei in Paris festgenommen.“

„Die Staatsanwaltschaft Münster hat auf der Grundlage des europäischen Haftbefehls bereits das Auslieferungsverfahren für den heute 47 Jahre alten Beschuldigten eingeleitet“, erklärte Oberstaatsanwalt Lechtape.

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