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18.05.2020, 13:04 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Bilanz der Zollfahndung: Mehr Drogen per Post geschickt

Zufrieden mit der Bilanz für das Jahr 2019 zeigte sich das Zollfahndungsamt in Essen, das auch einen Sitz in Nordhorn hat. Unter anderem konnten zwei – teilweise zusammenarbeitende – Banden in Gronau und Enschede festgenommen werden.

Zufrieden mit der Bilanz für das Jahr 2019 zeigte sich das Hauptzollamt Essen, das auch einen Sitz in Nordhorn hat. Symbolbild: Konjer

Zufrieden mit der Bilanz für das Jahr 2019 zeigte sich das Hauptzollamt Essen, das auch einen Sitz in Nordhorn hat. Symbolbild: Konjer

Von Carolin Ernst

Essen/Nordhorn Eine erfolgreiche Bilanz können die Ermittler des Zollfahndungsamtes Essen, das auch einen Sitz in Nordhorn hat, bei der Bekämpfung der schweren, organisierten Kriminalität in Nordrhein-Westfalen in den Bereichen Rauschgiftkriminalität sowie von sonstigen Verboten und Beschränkungen (zum Beispiel Doping- und Arzneimittelkriminalität) vorweisen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt dabei nach wie vor bei der Verfolgung von Drogendelikten.

Drogen per Post

Unter anderem fanden die Ermittler deutlich mehr Drogen im Postverkehr, die Anzahl stieg um 75 Prozent auf 988 Sicherstellungen im Jahr 2019. „Es handelte sich oftmals um Einfuhren von 30 bis 60 Briefsendungen, die insbesondere aus den Niederlanden zunächst auf dem Landweg illegal nach Deutschland eingeschmuggelt wurden. Anschließend wurden diese im Grenzgebiet bei Postfilialen aufgegeben“, beschrieb das Zollamt in einer Pressemitteilung. Als Absender wurden meist unzutreffende Angaben („Fakeadressen“) verwendet.

So betrieben zwei Banden, die teilweise sogar zusammenarbeiteten, beispielhaft im deutsch/niederländischen Grenzgebiet – im Raum Gronau/Enschede – laut Zoll einen großangelegten Handel mit Betäubungsmitteln über das Darknet. Die Belieferungen der weltweiten Kundenbestellungen wurden über deutsche Postfilialen abgewickelt. Hierzu hätten die Banden spezielle „Verpackerwohnungen“ in Gronau und Losser als Logistikzentren unterhalten, berichtete das Zollfahdungsamt. „Von dort wurden die Drogensendungen dann im Wesentlichen bei Postfilialen in NRW aufgegeben, unter anderem wollten die Banden hierdurch die niederländische Herkunft der Postsendungen verschleiern.“


1000 Kilo Amphetamin umgeschlagen

Nach länderübergreifenden Ermittlungen wurden die beiden Banden durch das Zollfahndungsamt Essen und den FIOD Zwolle ausgehoben, neun Haftbefehle vollstreckt und drei weitere Personen festgenommen, sowie neun Objekte in Deutschland und den Niederlanden durchsucht. Vor Ort wurden insgesamt etwa 77 Kilogramm Amphetamin, 6 Kilogramm Amphetaminöl, 4 Kilogramm MDMA, fast 2 Kilogramm Ecstasy, ca. 1 Kilogramm Heroin und 0,3 Kilogramm Kokain sichergestellt. „Die ermittelte umgeschlagene Menge der Banden beläuft sich für den Zeitraum Oktober 2018 bis Ende Januar 2019 auf 1.000 Kilogramm Amphetamin“, hob ein Sprecher hervor. Inzwischen verurteilte das Landgericht Münster die beiden Haupttäter zu einer rechtskräftigen Haftstrafe von zehn Jahren und acht Jahren und einer Vermögensstrafe von 720.000 Euro beziehungsweise 600.000 Euro. Die weiteren Tatverdächtigen erhielten Haftstrafen zwischen sieben Jahren und drei Jahren und drei Monaten. Die Urteile sind teilweise noch nicht rechtskräftig.

Zuständigkeit

Der Zuständigkeitsbereich der Essener Behörde, mit seinen Dienstsitzen in Aachen, Kleve, Köln, Moers, Münster und Nordhorn, erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen und die Grafschaft Bentheim mit dem angrenzenden Emsland (Niedersachsen). Im Bereich Außenwirtschaftsrecht zusätzlich noch auf die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teile von Thüringen und Bayern.

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