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29.02.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Atomkraftgegner rufen in der Region zu Aktionen auf

Zu neuen Protesten rufen die Anti-Atom- und Umweltgruppen ab dem morgigen Samstag auf. Im Blick haben die Atomkraftgegner unter anderem die umstrittenen Uranmüllexporte von der westfälischen Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland.

Mit unterschiedlichen Aktionen wollen Atomkraftgegner in der Region auf die Gefahren von Urantransporten aufmerksam machen. Symbolfoto: Caroline Seidel/dpa

Mit unterschiedlichen Aktionen wollen Atomkraftgegner in der Region auf die Gefahren von Urantransporten aufmerksam machen. Symbolfoto: Caroline Seidel/dpa

Almelo/Gronau/Münster Kernstücke der Aktionen sind eine Konferenz im niederländischen Almelo, Proteste an der Gronauer Urananreicherungsanlage und eine Demonstration in Münster.

Konferenz in Almelo

Am Samstag, 29. Februar, thematisiert eine internationale Konferenz in Almelo die zivilen und militärischen Gefahren der Urananreicherung sowie die aktuellen Uranmüllexporte von Gronau nach Russland. Anlass ist der 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrages von Almelo am 4. März 1970, mit dem die kommerzielle Urananreicherung durch den Urankonzern Urenco in Gronau, den Niederlanden und Großbritannien ermöglicht wurde. Aufgrund der militärischen Gefahren der Urananreicherung und der „zivilen“ Lieferliste von Urenco – die von Fukushima über Tihange und Doel bis in die Ukraine und an den Persischen Golf reicht – warnen Atomkraftgegner seit Langem vor einem Weiterbetrieb der Urenco-Uranfabriken. „50 Jahre Vertrag von Almelo sind kein Grund zum Feiern, sondern ein Warnsignal, dass der Atomausstieg selbst in der Bundesrepublik Deutschland noch lange nicht vollzogen ist. Wer den Atomausstieg wirklich will, muss auch die Urananreicherung in Gronau und die Brennelementefertigung im benachbarten Lingen beenden“, nimmt Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) in einer Pressemitteilung Stellung.

Die Konferenz beginnt um 13.30 Uhr im Theaterhotel in Almelo, Schouwburgplein 1.

Mahnwache in Gronau

Am Sonntag, 1. März, findet um 13.30 Uhr eine Mahnwache vor der Urananreicherungsanlage in Gronau statt. Danach folge der traditionelle Sonntagsspaziergang, heißt es in der Mitteilung der Atomkraftgegner.

Demo in Münster

Für Montag, 2. März, rufen die Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, regionale Anti-Atomkraft-Initiativen, das Bündnis Klimaalarm Münster sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) um 18 Uhr zudem zu einer Demonstration vor dem Hauptbahnhof in Münster gegen die aktuellen Uranmüllexporte von Gronau nach Russland auf.

Auf der Auftaktkundgebung werden in Sichtweite des Münsteraner Büros von Bundesumweltministerin Svenja Schulze unter anderem der Co-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, sowie Vertreter des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau, von Fridays for Future Münster sowie von Fossil Free Münster sprechen. Im Anschluss wird es eine Demonstration rund um den Hauptbahnhof geben. Die Uranmüllexporte von Gronau nach Russland führen per Bahn seit vergangenen Mai regelmäßig durch den Münsteraner Hauptbahnhof, nachdem sie 2009 bereits einmal aufgrund von internationalen Protesten eingestellt worden waren. Zielort ist derzeit die geschlossene Atomstadt Novouralsk bei Ekaterinburg. Für 2020 hat der Urananreicherer Urenco zehn weitere Uranmülltransporte von Gronau nach Russland mit insgesamt 6000 Tonnen abgereichertem Uran angekündigt.

Mit der Demo untermauern die Organisationen ihre Forderungen nach einem sofortigen Stopp der Uranmüllexporte und dem Ausstieg aus der Urananreicherung: „Es kann nicht sein, dass Deutschland seine Atommüllentsorgung mit fadenscheinigen juristischen Taschenspielertricks aus Kostengründen nach Russland verlagert. Auch die Menschen in Russland haben einen Anspruch auf eine saubere Umwelt. Wenn Urenco und die deutschen Anteilseigner RWE und EON nicht in der Lage sind oder nicht willens sind, in Deutschland für eine sichere Entsorgung ihres Atommülls zu sorgen, dann dürfen sie keine Atomanlage betreiben. Die Bundesregierung muss hier endlich aktiv werden,“ forderte jüngst Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

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