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25.01.2019, 12:38 Uhr

Anzeige gegen Joggerin: Reizgas-Attacke auf Hund?

Wer macht denn so was? Eine Joggerin soll einen Hund mit Reizgas besprüht haben. Die Halterin hat sich jetzt an die Polizei gewandt.

Anzeige gegen Joggerin: Reizgas-Attacke auf Hund?

Ihren Hund „Eddy“ mit einem Reizstoff besprüht zu haben, wirft Hundehalterin Gabi Gemüth einer Joggerin vor. Dem Tier mussten 2017 nach einer Krankheit die Augen entfernt werden. Foto: privat

Von Pjer Biederstädt

Münster Der Vorwurf wiegt schwer: Eine Joggerin soll am Mittwochmorgen an der Straße Am Rüschhaus einen Hund absichtlich mit einem Reizstoff angesprüht haben. Das behauptet Gabi Gemüth, die gegen 11.40 Uhr dort in der Nähe der Unterführung Richtung Nienberge mit ihrem Golden Retriever „Eddy“ spazieren war. Die Joggerin sei ihr entgegengelaufen, berichtet Gemüth. Die 51-jährige Hundehalterin habe nach eigenem Bekunden den ohnehin angeleinten Hund noch enger, auf etwa einen Meter an sich herangezogen. „Der Hund war auf dem Grünstreifen, gar nicht mehr auf dem Weg. Und ich stand zwischen der Frau und dem Hund“, berichtet Gemüth unserer Zeitung. Dann habe sich die Frau der Schilderung zufolge kurz heruntergebeugt und dem Hund ein Reizstoff ins Gesicht gesprüht. „Ob es Reizgas oder Pfefferspray gewesen ist, kann ich nicht genau sagen. Aber sie hatte die Flasche schon in der Hand“, sagt Gemüth. Aus ihrer Sicht war es eine vorsätzliche Aktion mit der Absicht, den Hund zu treffen.

Die Folgen für das Tier waren hingegen überschaubar. Erstens weil „Eddy“ nach einer Krankheit im Jahr 2017 die Augen entfernt bekam und die Flüssigkeit dem Tier an der Stelle weniger Schaden zufügen konnte. Zweitens habe der Hund nur wenig von dem Stoff in die Nase bekommen, weil er den Kopf seit seiner Erblindung oft nach unten gesenkt trage.

Anzeige für Joggerin

Auch wenn Gemüth ihren Golden Retriever nicht zum Arzt bringen musste – Anzeige bei der Polizei hat die Nienbergerin über ein Online-Formular trotzdem erstattet. Eine Pressesprecherin der Polizei Münster bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung den Eingang der Anzeige. Da Online-Anzeigen aber erst nach Düsseldorf gingen und dann zurück nach Münster, habe man den Fall noch nicht auf dem Tisch. Der Vorfall sei aber bekannt. Sobald die Anzeige vorliege, solle die Ermittlung aufgenommen werden.

Ähnliche Fälle in der Vergangenheit

Den Beamten ist außerdem ein ähnlicher Vorfall aus dem Oktober 2017 bekannt. Gabi Gemüth sagt, dass es noch weitere Fälle gegeben habe.

In der Hoffnung auf Hinweise zu der Joggerin schilderte sie ihr Erlebnis in der „Tierschutz Münster“-Gruppe auf Facebook. Daraufhin seien andere Betroffene auf sie zugekommen und hätten von ähnlichen Fällen in der Gegend berichtet. Darunter sei auch eine Nachbarin Gemüths, die Welpen habe. Der Austausch habe ergeben, dass die Personenbeschreibung übereinstimme, sagt Gabi Gemüth. Weitere Anzeigen neben ihrer hat es nach Polizeiangaben jedoch bisher nicht gegeben.

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