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Marc Averes aus Uelsen baut Schulen in Afrika

Grafschafter sammelt Spenden für Benin und hilft vor Ort

Der Staat Benin im Westen Afrikas ist eines der ärmsten Länder der Erde. Das bekommen auch die Kinder zu spüren: Gerade auf den Dörfern findet die Schulbildung häufig in provisorisch errichteten Hütten aus Zweigen, Blättern und Wellblech statt, während die Mädchen und Jungen auf Steinen sitzen müssen.

Mit eigenen Augen gesehen hat dies Marc Averes aus Uelsen: Der 25-Jährige hat sich Anfang 2019 auf eine Reise nach Benin begeben und vielfältige Eindrücke vor Ort gesammelt. Seitdem gehört er einem Aktionsbündnis an, das Spenden sammelt und sich für den Aufbau von Schulen in dem Land einsetzt. Im kommenden Februar steht für ihn bereits die nächste Afrika-Reise an.

Wie aber kam es zum Engagement des Grafschafters? Marc Averes hatte zwischen 2013 und 2016 eine Ausbildung zum Automobilkaufmann in Halle/Westfalen absolviert. Sein damaliger Chef André Quakernack ist Mitglied des Bürgerkomitees für Entwicklungszusammenarbeit der Nachbargemeinde Steinhagen, welches schon seit vielen Jahren Projekte in Afrika unterstützt. Vor rund einem Jahr fragte Quakernack seinen früheren Azubi, ob er auch bereit für eine Spende wäre. „Gerne“, antwortete Marc Averes seinerzeit. „Aber noch schöner wäre es, wenn ich auch mitkommen dürfte.“

Es ist wirklich eine andere Welt. In der Hauptstadt ist viel los, aber gerade auf dem Land sieht man viel Armut
Marc Averes

Gesagt, getan: Nach mehreren Impfungen und der Einnahme von Tabletten gegen Malaria ging es Ende Januar 2019 los. „Es ist wirklich eine andere Welt. In der Hauptstadt ist viel los, aber gerade auf dem Land sieht man viel Armut“, beschreibt der gebürtige Wilsumer seine Impressionen. Mit auf die Reise wurden auch Medikamente und Equipment für eine lokale Klinik genommen, deren Versorgungsmöglichkeiten – wie Averes erfahren musste – um Welten von westeuropäischen Verhältnissen entfernt sind.

Die Projekte in Benin koordiniert Professor Mensah Tokponto: Er steht mit dem Bürgerkomitee Steinhagen in engem Kontakt und gibt an, wo die Hilfe gerade am dringendsten benötigt wird. Professor Mensah Tokponto hat seinerseits Germanistik in Bielefeld studiert und ist daher mit den Menschen in Westfalen verbunden.

Zurück in Deutschland hat Marc Averes in seinem Bekannten- und Freundeskreis die Fühler nach Unterstützern ausgestreckt. Die Spenden laufen über sogenannte „Bankpatenschaften“: Jeder Interessierte kann eine Patenschaft für eine Schulbank übernehmen, die von Tischlern in Benin hergestellt werden.

Eine der Schulbänke, die vor Ort hergestellt und mit dem Namen der Spenderin versehen wurden.

© privat

Eine der Schulbänke, die vor Ort hergestellt und mit dem Namen der Spenderin versehen wurden.

Dabei besteht die Möglichkeit, die gestiftete Bank mit dem Namen des Spenders oder einem anderen Wunschnamen beschriften zu lassen. Inzwischen konnte Averes bereits Patenschaften für 40 Schulbänke akquirieren – das entspricht rund 6000 Euro. Privatpersonen zahlen dafür einen einmaligen Beitrag von 150 Euro, für Unternehmen sind es 250 Euro.

Das Geld geht auf ein Konto des Bürgerkomitees Steinhagen, sodass die Ausstellung von Spendenquittungen möglich ist. Besondere Unterstützung hat Averes durch die Nordhorner Kleiderkammer „Kinderkleidung von Hand zu Hand“ in Trägerschaft des Arbeitskreises Leben erfahren, welche allein 700 Euro beisteuerte.

Das gesammelte Geld fließt sowohl in die Fertigung der Bänke als auch in das Gesamtprojekt für den Aufbau der Schulen. Dies läuft laut Averes so ab, dass die Bewohner eines Dorfes die Erdarbeiten selbst ausführen und Baufirmen anschließend das Gebäude nach einem Standard-Modell verwirklichen.

Für Marc Averes ist es nicht der erste „Hilfseinsatz“ im Ausland: Nachdem sein Vater im Frühjahr 2015 verstarb, kam ihm die Idee, dessen Kleidung nach Rumänien bringen.

Anfang 2019 ist Marc Averes nach Benin gereist, im kommenden Februar geht es erneut nach Afrika.

© privat

Anfang 2019 ist Marc Averes nach Benin gereist, im kommenden Februar geht es erneut nach Afrika.

Über einen Grafschafter Pastor wurde der Kontakt in die rumänische Stadt Baia Mare hergestellt. Mit den Sachen seines Vaters sowie weiteren Kleiderspenden machte sich Averes daraufhin zusammen mit einem Freund mit dem vollgepackten Auto auf den Weg.

Im Februar 2020 fliegen Marc Averes und seine Mitstreiter wieder nach Benin, um die nächste Schule zu eröffnen. Dann werden auch Bilder von den beschrifteten Schulbänken angefertigt und den jeweiligen Spendern zugesandt. Zu seiner Motivation für dieses außergewöhnliche Engagement sagt der Uelser: „Ich habe einfach Spaß daran. Zudem wird man geerdet und bekommt neuen Respekt davor, wie gut es einem geht.“

Wer den Einsatz unterstützen oder mehr erfahren möchte, kann sich per E-Mail an Marc Averes, marc.averes@web.de, wenden.