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14.10.2019, 15:55 Uhr

Itterbecker starten erneut Hilfsaktion für Senegal

Nach der erfolgreichen Hilfsaktion für Schulen im Senegal bittet Familie Ka aus Itterbeck nun um Spenden für die Behandlung eines verletzten Kindes. Sie hofft, den Transport in das nächste Krankenhaus finanzieren zu können, das 700 Kilometer entfernt ist.

Itterbecker starten erneut Hilfsaktion für Senegal

Hilfe für den kleinen Dijby Diallo wollen Mamoudou Ka und seine Frau Tamar Dia aus Itterbeck leisten. Sie leben seit einigen Jahren in Itterbeck, Fenna König begleitet die Familie in ihrem Alltag. Foto: Berends

Von Andre Berends

Itterbeck Mamoudou Ka lebt seit fünf Jahren in Itterbeck. Er fühlt sich dort sehr wohl, wohnt mit seiner Frau Tamar Dia und fünf Kindern in der Spöllhook-Siedlung. Die Wurzeln der Familie liegen weit entfernt – im westafrikanischen Land Senegal. Mamoudou Ka hat seine Heimat Ende der 1990er-Jahre verlassen, um sich in Europa etwas Neues aufzubauen. Das hat geklappt – er arbeitet in einem Nutzfahrzeugwerk in Zwolle und besitzt ein Haus in Itterbeck.

Seine Heimat hat der 52-Jährige nicht vergessen. Im Gegenteil. Er hält nach wie vor engen Kontakt zu seiner Verwandtschaft, die im Senegal lebt. Vor zwei Jahren hat Mamoudou Ka eine Hilfsaktion gestartet, um die Ausstattung von Schulen in seiner Heimatstadt Nabadji Civol zu verbessern. „Das hat hervorragend funktioniert“, freut er sich. Viele Grafschafter unterstützten ihn mit Sachspenden, die in einem Container verschifft wurden und nach einigen Wochen in der 15.000-Einwohner-Stadt im Nordosten des Landes an der Grenze zu Mauretanien ankamen. „Ich habe mir das vor Ort auch selbst angeschaut, es ist jetzt viel besser als früher“, betont Mamoudou Ka. Er war zuletzt Anfang dieses Jahres für drei Wochen in der Heimat und hat sich persönlich ein Bild gemacht.

Neunjähriger erleidet schwere Verbrennungen

In diesem Sommer war Fati Ka, die Schwester von Mamoudou Ka, zu Besuch in Itterbeck. Bereits zum zweiten Mal. Sie lebt in einem Nachbarort von Nabadji Civol. Was sie erzählte, lässt Mamoudou Ka erschaudern. Es geht um einen Unglücksfall, der sich in diesem Sommer in ihrer Nachbarschaft zugetragen hat. Dort ist der neunjährige Dijby Diallo beim Spielen schwer verletzt worden. Das Kind wurde von einer Pfanne mit brennendem Fett, die ein Nachbar in seiner Not kurzerhand aus dem Küchenfenster warf, getroffen. „Der Junge hat Verbrennungen am Kopf und am Oberkörper erlitten“, sagt Mamoudou Ka. Das Schicksal des Kindes berührt ihn und er bemüht sich seit einigen Wochen, Hilfe für den Neunjährigen zu organisieren.

Und das erweist sich als gar nicht so leicht. Mamoudou Ka hat die Geschichte von Dijby Diallo in seinem Freundes- und Bekanntenkreis erzählt. Eine Bekannte aus Uelsen, die die Familie unterstützt, hat in den vergangenen Wochen versucht, Hilfswerke auf den Fall aufmerksam zu machen. Doch das gestaltet sich bisher sehr zäh – vor allem aus bürokratischen Gründen. „Am besten für das Kind wäre sicherlich, es für eine Behandlung nach Deutschland oder überhaupt nach Europa zu bringen“, meint Mamoudou Ka. Aber dafür seien die Hürden sehr hoch. „Ohne eine konkrete und seriöse Schätzung, was die Behandlung des Jungen kosten würde, ist das schwer zu vermitteln“, berichtet der 52-Jährige. Diese Schätzung könne nur in einer Klinik erfolgen. „Das nächste Krankenhaus ist aber 700 Kilometer entfernt“, erzählt Mamoudou Ka.

Transport zum Krankenhaus finanzierbar?

Der Itterbecker gibt sich keiner Illusion hin. Er weiß, dass er wohl niemals genug Spenden zusammenbekommen würde, um die Operation zahlen zu können. „Aber vielleicht gelingt es uns ja, zumindest den Transport zum Krankenhaus zu unterstützen.“ Denn die Behandlung vor Ort, da ist er sich sicher, ist keineswegs ausreichend. Das Schicksal von Dijby Diallo berührt auch Fenna König aus Itterbeck. Sie ist Lesementorin, kennt die Kinder von Mamoudou Ka aus der Schule und begleitet die Familie im Alltag. Sie schaut sich die Fotos an, die Mamoudou Ka aus dem Senegal erhalten hat, und stellt fest: „Der Junge braucht schnellstens Hilfe.“

Mamoudou Ka hat mit der Hilfsbereitschaft der Grafschafter gute Erfahrungen gemacht und denkt gern an die Hilfsaktion für die Schulen zurück. Vielleicht, so hofft er, kann auch dem verletzten Dijby Diallo geholfen werden. Er will jedenfalls nichts unversucht lassen. Die Volksbank Niedergrafschaft hat ein Spendenkonto eingerichtet: DE52 2806 9926 1208 5375 20.

Itterbecker starten erneut Hilfsaktion für Senegal

Dijby Diallo hat im Sommer durch heißes Fett schwere Verbrennungen an Kopf und Oberkörper erlitten. Foto: privat

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