01.09.2020, 12:31 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

In Uelsen beginnen die Bauarbeiten zum Ausbau der Forstwege

Ein Forstmulcher beseitigt den störenden Strauchaufwuchs als vorbereitende Maßnahme. Foto: privat

Ein Forstmulcher beseitigt den störenden Strauchaufwuchs als vorbereitende Maßnahme. Foto: privat

Uelsen Ab Anfang September wird es unruhig im Wald um Uelsen, denn dann beginnen die Bauarbeiten zum Ausbau der Forstwege. Anfang des Jahres hatten die Gemeinde Uelsen und die beiden privaten Eigentümer, die reformierte Kirchengemeinde Uelsen und die Markengemeinde Wilsum, einen Antrag auf Zuwendung für den forstlichen Wegeausbau gestellt. Mit dem Ziel, die Wege um Uelsen für die Feuerwehr im Falle eines Waldbrandes passierbar zu machen, damit mögliche Waldbrände schneller und effektiver bekämpft werden können.

Insgesamt investieren die drei Eigentümer 260.000 Euro plus Mehrwertsteuer für die Wiederherstellung der Forstwege. Die forstliche Förderung unterstützt die Eigentümer dabei mit 70 Prozent der aufgewendeten Kosten, dennoch stellt die Maßnahme gerade für die privaten Eigentümer eine finanzielle Belastung dar. „Die Mitglieder sehen die Maßnahme jedoch als langwirkende Investition zum Schutz des Waldes, der Natur, Anwohner und Waldbesucher“, erklärt der erste Vorsitzende der Markengemeinde Wilsum, Günter Kleiman.

Verbesserung bei Brandschutz und Nutzbarkeit

Nach Bewilligung der Zuwendung wurden im Juli und August Bauunternehmen, die Referenzen im forstlichen Wegebau vorweisen können, per Ausschreibung aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Den Zuschlag erhielt die Firma Gerhard Schlangen GmbH & Co. KG aus dem emsländischen Spahnharrenstätte, und schon bald soll es in der Bezirksförsterei Niedergrafschaft losgehen. Zuerst soll die Auskofferung der Wegetrasse mit einem Bagger erfolgen. Spätestens in der dritten Septemberwoche steht dann parallel die Materialzufuhr auf dem Plan. Verbaut wird ausschließlich natürlicher Quarzitstein. „In der Grundsohle ist die Körnungsgröße etwas grober. Die Decksohle wird so fein gewählt, dass zukünftig auch Rollstuhlfahrer und Radfahrer die Forstwege nutzen können“, freut sich Bezirksförster Philip Winkel.

Insgesamt soll der Wegeausbau neben dem Schutz vor Waldbränden und der Funktion für die Forstwirtschaft auch einen positiven Nebeneffekt für die bessere Nutzbarkeit für Waldbesucher erzielen. Winkel hofft, dass durch die Baumaßnahme auch Reiter und Mountainbiker besser geleitet werden und sie sich nicht mehr außerhalb von Lkw-tauglichen Forstwegen und ausgewiesenen Reit- und Radwegen bewegen. „Das ist nach dem Waldgesetz ohnehin verboten und wird mit hohen Ordnungswidrigkeiten geahndet“, weiß Winkel.

Es wird laut

Aber bevor die Anwohner und Waldbesucher zu diesem Genuss kommen, wird es erst einmal laut im Wald. Etwa vier bis sechs Wochen, abhängig von der Witterung, ist für die Dauer der Baumaßnahmen angesetzt. „Insbesondere für die Anlieferung des Wegematerials wird der Lkw-Verkehr eine Intensität annehmen, die man sonst nie wieder hat“, kündigt der Bezirksförster an. Er bittet daher Anwohner und Waldspaziergänger um Verständnis, gerade weil auch einmal Wege für die Baummaßnahmen gesperrt werden müssen.

In Gesprächen mit Anwohnern nimmt Winkel jedoch „eine durchweg positive Einstellung der Anwohner“ wahr. „Insbesondere im Bereich Waterfall, Hollboom und Uelser Feld machen sich viele Anwohner schon lange Sorgen, was mit ihrem Grundstück im Falle eines Waldbrandes passieren würde. Um dem vorzubeugen, sind wir mit dieser Maßnahme nun ein ganzes Stück weiter“, freut sich Winkel.

Für weitere, zukünftige Abschnitte hoffen die Waldbesitzer ebenfalls auf finanzielle Unterstützung von Dritten. „Insbesondere die Kreispolitik wäre hier einmal gefragt“, regt Günter Kleiman an.

Hündin „Elsa“ auf dem vom Regen ausgespülten Weg. Nach den Baumaßnahmen soll es so etwas nicht mehr geben. Foto: privat

Hündin „Elsa“ auf dem vom Regen ausgespülten Weg. Nach den Baumaßnahmen soll es so etwas nicht mehr geben. Foto: privat

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