Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
29.09.2017, 04:00 Uhr

„Wir durften alles selbst machen“

Schüler und Unternehmen zusammenzubringen ist das Ziel der Generationenwerkstatt. Die Ergebnisse der neuen Projektarbeiten wurden jetzt an der Wilhelm-Staehle-Schule in Neuenhaus vorgestellt.

„Wir durften alles selbst machen“

Die Boote der Ruder-AG hängen jetzt sauber aufgereiht an den Wänden des Bootshauses. Zusammen mit Hartmut Blekker von der Firma Neuenhauser haben die drei Schüler insgesamt 20 stabile Aufhängungen hergestellt. Fotos: Berends

Neuenhaus. Im Bootshaus auf dem Sportplatz hinter dem Hallenbad Neuenhaus sieht es sehr ordentlich aus. Die rund 300 Kilogramm schweren Boote hängen jetzt fein säuberlich aufgereiht an den Wänden. Das dürfte auch die Boule-Gruppe freuen, die das Gebäude mitnutzt und jetzt mehr Platz für ihre Ausrüstung hat. Die Bootsaufhängungen sind das Werk von Max Böhm, Florian Slüter und Tim Geerties. Die drei Jungen besuchen den achten Jahrgang der Wilhelm-Staehle-Schule Neuenhaus und haben in den vergangenen Wochen an der „Generationenwerkstatt“ teilgenommen.

Dabei handelt es sich um ein Projekt der Ursachenstiftung Osnabrück. Sie ist Teil der bundesweiten Initiative „Männer für morgen“ und bringt in Zusammenarbeit mit der hiesigen Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft Schüler und Unternehmen zusammen. „Die kommende Generation wird mit Begeisterung an das Berufsleben herangeführt“, erklärt Renate Beineke, Koordinatorin der Ursachenstiftung aus Osnabrück. Sie ist am Mittwoch nach Neuenhaus gekommen, um den Abschluss des aktuellen Projekts in Augenschein zu nehmen.

In den vergangenen zwei Monaten haben zehn Achtklässler der Wilhelm-Staehle-Schule in die Tätigkeitsfelder von drei lokalen Unternehmen hineingeschnuppert und dabei erste Erfahrungen im Berufsleben gesammelt. Teilgenommen haben die Maschinenbaufirma Neuenhauser, das Autohaus Opel Hindriks aus Veldhausen und das Bauunternehmen Anton Meyer aus Neuenhaus. Die zehn Schüler wurden von ihren Wirtschaftslehrern in der Wilhelm-Staehle-Schule gefragt, ob sie nicht Lust hätten, an diesem Projekt teilzunehmen.

„Schön ist, dass die Jungs bei allen Arbeitsprozessen mit dabei waren und die Aufhängungen später selbst im Bootshaus montiert haben“, berichtet Hartmut Blekker von der Firma Neuenhauser. Das sieht auch Max Böhm so: „Das Projekt hat viel Spaß gemacht. Es war toll, dass wir alles selbst machen durften“, sagt der 13-Jährige. Ob er nach der Schulzeit vielleicht eine Ausbildung bei Neuenhauser beginnt, hat er noch nicht entschieden. „Möglich wäre das aber schon“, sagt Max Böhm.

Bei Anton Meyer waren ebenfalls drei Schüler im Einsatz. Sie wurden von Bauleiter Benjamin Leuchtmann begleitet und widmeten sich dem Bau einer Sitzbank für den Schulhof. „Wir haben alles zusammen geplant, haben geklärt, wie wir das Fundament bauen und danach die Sitze und die Lehne befestigen“, sagt Benjamin Leuchtmann. Nur das Schneiden der Bretter übernahmen die Profis aus dem Betrieb und nicht die Schüler. „Das wäre doch etwas zu gefährlich gewesen“, sagt Benjamin Leuchtmann.

Bei Opel Hindriks in Veldhausen haben vier Schüler geschraubt und getüftelt. Ihr Ziel: Zusammen mit Mitarbeiter Gerd Schulten einen Opel Corsa kennenlernen und aufmotzen. „Wir haben uns neun oder zehn Mal getroffen und eine tolle Zeit zusammen verbracht“, berichtet Gerd Schulten. Nach ein paar einfachen Reparaturarbeiten stellte sich das Team gemeinsam die Frage, wie das Fahrzeug verschönert werden könnte. Da durfte ein Heckspoiler nicht fehlen und auch ein satter Klang am Auspuff war gefragt. Davon überzeugten sich die Schüler mit ihrem Mentor am Mittwoch auf dem Pausenhof der Wilhelm-Staehle-Schule.

Schulleiterin Ulrike Arends freut sich über den Erfolg der „Generationenwerkstatt“, an der ihre Schule bereits zum dritten Mal teilnahm. „Wir bekommen sehr gutes Feedback. Das Arbeiten in den kleinen Gruppen ist sehr effektiv“, sagt sie und fügt hinzu: „Vielleicht machen die Jungen dort ja auch ihr Schulpraktikum?“ Von Andre Berends

Karte

„Wir durften alles selbst machen“

Die trägt hier keiner mehr weg: Die Sitzbank, die drei Schüler der Wilhelm-Staehle-Schule bei der Firma Anton Meyer in Neuenhaus angefertigt haben, steht auf dem Pausenhof und bringt mit ihren beiden massiven Betonsockeln mehr als 600 Kilogramm auf die Waage. Foto: Berends

„Wir durften alles selbst machen“

Über den richtigen Auspuffklang des von ihnen bei Opel Hindriks in Veldhausen getunten Autos überzeugten sich die vier Schüler am Mittwoch auf dem Pausenhof der Wilhelm-Staehle-Schule. Fotos: Berends

Lesermeinung
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare lesen und schreiben zu können.