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04.08.2018, 04:00 Uhr

Beton- und Stahlbetonbauer/in

Schulische Voraussetzungen: Hauptschulabschluss; Ausbildungsdauer: 3 Jahre; Berufsschule/Ort: GBS Nordhorn; wichtige Schulfächer: Werken, Zeichnen

Beton- und Stahlbetonbauer/in

Azubi Markus Leemhuis mag seinen Beruf. Foto: Gossweiler

Erst kam der Teig, dann der Beton. Beides ist von der Konsistenz her vergleichbar und in beiden Fällen muss der Produzent genau wissen, ob die Masse zu nass oder zu trocken ist. Markus Leemhuis absolvierte erst eine Ausbildung zum Konditor. Aufgrund der Arbeitszeiten, die seiner Familienplanung im Weg stehen, entschloss er sich zum Berufswechsel und lässt sich nun zum Beton- und Stahlbetonbauer ausbilden.

Als Zeitarbeiter kam er zum Schüttorfer Unternehmen Kortmann Beton und ist nach wie vor begeistert von dem Beruf. „Man kann alles aus Beton herstellen“, sagt er, und erklärt: „Wände, Böden, Tische und andere Industriemöbel aus Beton, warum nicht. Das ist ein klasse Werkstoff.“ Der 27-Jährige hat bereits in mehreren Abteilungen bei Kortmann gearbeitet. Am besten gefallen ihm das Labor und die Fertigteilproduktion.

Im Labor überprüft er unter anderem die Bruchfestigkeit der Teile, ob der Beton der entsprechenden DIN-Norm entspricht. Dazu untersucht er zum Beispiel die Spaltzugfestigkeit. Es geht um Haftungsfragen für die Produkte des Unternehmens. Mit dem Nachweis, dass sauber gearbeitet wurde, ist das Unternehmen auf der sicheren Seite. „In dem Job hat man viel Verantwortung“, sagt Leemhuis. Eine Tatsache, über die er sich freut.

Der Auszubildende würde den Beruf jederzeit weiterempfehlen. „Er ist vielfältig. Kein Tag gleicht dem anderen.“ Bei der Arbeit trägt der junge Mann immer einen Bauhelm, eine Sicherheitsweste und Sicherheitsschuhe. „Man sollte schon handwerklich begabt sein“, sagt er, „und kein Problem damit haben, mal staubig zu werden.“ Staub wirbelt er auf, wenn er Betonteile mit der Flex abschleift. Auch Fundamente stellt Markus Leemhuis her, Bodenplatten, Pflastersteine und Gehwegplatten.

Dazu arbeitet er in der Automatenproduktion, wo er den Beton verdichtet, mehrere Schichten einfüllt und wieder auf das richtige Mischungsverhältnis achtet. „Wir sind das erste und einzige Betonwerk in Deutschland, das in der Produktion einen Kuka Roboter zur Qualitätsprüfung einsetzt, ähnlich wie in der Kfz-Industrie“, sagt Sarina Winkler aus der Marketingabteilung. Es seien auch schon Vertreter von Betonwerken aus ganz Deutschland in Schüttorf gewesen, um sich vom Einsatz des Roboters zu überzeugen.

Apropos Roboter: „Man muss kein Bodybuilder sein, um in dem Beruf zu arbeiten“, sagt Leemhuis. Allerdings sei eine „gewisse Ausdauer“ hilfreich. Schließlich gebe es für alles die richtigen Hilfsmittel. Damit meint er beispielsweise den Kran, der in der Produktion an der Decke befestigt ist und mit dem die schweren Betonteile transportiert werden. Dem Auszubildenden gefällt die herzliche Atmosphäre bei Kortmann. „Man wird überall mit offenen Armen empfangen und kollegial behandelt“, berichtet Leemhuis. Ein Klischee bestätigt er dann doch: Beton und Stahlbetonbauer ist tatsächlich „ein reiner Männerberuf. Bei mir auf der Berufsschule gibt es in der Fachrichtung kein einziges Mädchen“, sagt der Azubi. Im Dezember legt der junge Mann seine Abschlussprüfung ab. Das Unternehmen Kortmann ist bekannt dafür, dass es viele Auszubildende übernimmt. Markus Leemhuis ist sich sicher: „Ich würde auf jeden Fall hierbleiben.“ Das zeigt, dass er seine Entscheidung, statt Teig nur noch Beton zu rühren, nicht einen Moment lang bereut hat.

Folgende Betriebe bilden aus:

gn-startklar.de

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