Grafschafter Nachrichten
08.03.2018

Zuhause für Schüttorfer Streunerkatzen gesucht

Zuhause für Schüttorfer Streunerkatzen gesucht

Rund 15 Katzen haben derzeit in der Nähe der Oberschule in Schüttorf ihren Futterplatz. Foto: Soeren Stache (dpa)

Die Mitglieder des Vereins „Katzenfreunde“ kümmern sich derzeit um etwa 15 streunende Katzen im Bereich der Schüttorfer Oberschule. Die Tiere benötigen so schnell wie möglich ein neues Zuhause.

Schüttorf. In Teilen von Schüttorf hat sich die Vermehrung von streunenden Katzen zu einem Problem entwickelt. Darauf machen die Katzenfreunde Bad Bentheim, Schüttorf aufmerksam, die sich der Fälle angenommen haben. Konkret geht es aktuell um rund 15 Katzen, die in der Nähe der Oberschule im Bereich der Wilhelmstraße einen Futterplatz haben. „Es haben sich schon mehrere Anwohner beschwert. Die Katzen brauchen so schnell wie möglich ein neues Zuhause“, berichtet Ingeburg Krawietz aus dem Katzenfreunde-Vorstand. Aktuell kümmert sich die Bad Bentheimerin zusammen mit den beiden Schüttorferinnen Maike Greiner und Monique Lüpken um die Versorgung der Katzen.

Als ersten Schritt übernahmen die Tierschützer die artgerechte Fütterung der Katzen. Dann fingen sie die Tiere nach und nach für die Kastration ein. „Das ist bei streunenden Katzen sehr wichtig, damit es nicht noch mehr werden“, betont Ingeburg Krawietz. Für den nächsten Schritt sind die Katzenfreunde allerdings dringend auf Hilfe von außerhalb angewiesen. „Wir suchen einen Bauern- oder Pferdehof, auf dem die Katzen für vier bis sechs Wochen gesichert untergebracht werden können“, sagt Krawietz. Denn ohne Sicherung in einem Stall oder einer Scheune würden die scheuen Katzen sofort wieder ausreißen und an ihre bisherige Futterstelle zurückkehren. Aufrufe im Internet blieben bislang allerdings erfolglos. Anfang März haben sich die Katzenfreunde auch mit einem Brief an Frank Weber gewandt, der sich mit seiner „Vox“-Fernsehsendung „Hundkatzemaus“ für Tiere einsetzt. Frank Weber war im vergangenen Jahr bereits in Schüttorf aktiv und hat in seiner Sendung für die Unterbringung von Katzen gesorgt, die sich im Bereich der Oberschule befunden haben. Krawietz geht allerdings davon aus, dass einige der Katzen zuvor zum benachbarten Futterplatz hinübergewandert seien.

Die unkontrollierte Vermehrung von streunenden Katzen ist für Krawietz ein generelles Problem, das einer Lösung bedürfe. „Wir haben in Bad Bentheim mehrere Jahre dafür gekämpft, dass es eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Streuner gibt“, berichtet die Katzenfreundin, die auf eine kreisweite Lösung hofft und dabei auch auf Unterstützung des Landkreises setzt.

In den vergangenen Jahren hat der Verein bereits viel geleistet. Seit Gründung im Mai 2013 bis Ende 2017 ließen die Mitglieder bereits 437 Katzen kastrieren. Außerdem sorgten sie für 349 Behandlungen von verletzten oder kranken Tieren und 128 Impfungen. Im Januar kam in einer Kooperation mit der Tierärztekammer und des Tierschutzbundes die Kastration von 30 weiteren Katzen hinzu. „Tierfreunde, denen Katzen zulaufen, sollten sich an den Tierschutzbund wenden und für eine Kastration sorgen, sonst hat man im nächsten Jahr zehn und im Jahr darauf 20 Katzen“, sagt Krawietz. Das war auch in Schüttorf der Fall. „Wir hätten selbst nicht gedacht, dass das Problem so groß ist. Weil die Katzen scheu sind, bekommt man sie gar nicht alle zu Gesicht“, erzählen Maike Greiner und Monique Lüpken, die sich in Schüttorf ehrenamtlich für den Tierschutz engagieren und Kontakt zum Katzenfreunde-Verein aufgenommen haben.

Die Problematik ist auch in der Politik angekommen. So stellte die Gruppe Grüne/Die Linke bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses der Stadt den Antrag, eine Kastrationspflicht für Katzen im Schüttorfer Stadtgebiet einzuführen. Seit dem 15. Januar lief zudem die Aktion von Tierärztekammer und Tierschutzbund, die das niedersächsische Landwirtschaftsministerium finanziell förderte. Die Summe von 200.000 Euro ist mittlerweile allerdings aufgebraucht.

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