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30.05.2019, 14:33 Uhr

SPD/FDP-Gruppe unterstützt Kita an Hermann-Schlikker-Straße

CDU/Schüttorfer Liste wollen die neue Kita nahe dem Gewerbegebiet bauen, SPD/FDP bevorzugen die leer stehende Erich-Kästner-Schule als neuen Standort. Es geht um Absprachen mit dem Landkreis und die vorteilhafte Nähe zur evangelischen Grundschule.

SPD/FDP-Gruppe unterstützt Kita an Hermann-Schlikker-Straße

Streit gibt es zwischen den Stadtratsfraktionen, ob die leer stehende Erich-Kästner-Schule sich als künftiger Kitastandort eignet. Foto: Pollmann

Schüttorf Die Schüttorfer Stadtratsgruppe von SPD und FDP spricht sich einstimmig für einen Kita-Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Erich-Kästner-Schule aus. „Wir favorisieren den Standort neben der evangelischen Grundschule, weil wir an das Wohl der Kinder denken und uns von diesem Grundgedanken leiten lassen“, sagte der Gruppensprecher Jens Boermann in einer Pressemitteilung.

Durch die Übernahme des Gebäudes der ehemaligen Förderschule und des Geländes vom Landkreis, ergeben sich hervorragende Möglichkeiten für die Realisierung dieses dringend benötigten Bauvorhabens, argumentiert die Gruppe. Die Überlassung durch den Landkreis ist ausdrücklich gebunden an eine bildungsnahe Folgenutzung. In allen Verhandlungen mit dem Landkreis wurde dieses von städtischer Seite auch unterstützt. Die Stadtverwaltung führte diese Verhandlung im Wissen und mit der ausdrücklichen Billigung aller im Rat vertretenen Parteien vor dem Hintergrund einer Errichtung einer Kindertagesstätte.

„Jetzt vonseiten der CDU und Schüttorfer Liste davon abweichen zu wollen, zeugt von größter Unzuverlässigkeit“, kritisiert die Stadtratsgruppe. FDP- Ratsherr Karl-Heinz Bach:„Wir machen uns doch lächerlich und zeigen uns dem Kreis gegenüber als schlechter Verhandlungspartner, wenn wir jetzt von unseren Absprachen abweichen. Bildungsnahe Nutzung kann nur eine Kindertagesstätte oder eine Erweiterung der evangelischen Grundschule bedeuten. Außerdem würden wir bei einer anderweitigen Nutzung einen ganz anderen Kaufpreis zu entrichten haben, oder der Kreis macht mit dem Grundstück, was er will. Das ist für uns keine Alternative.“

Ebenfalls stellte die Gruppe SPD/FDP fest, dass die vorgeschlagene Umfahrung des Grundschulgeländes unsinnig ist. Diese lehnen sie ab. Die Verkehrsführung müsse für alle Beteiligten zufriedenstellend gelöst werden.

Peter Albers, Vorsitzender der Schüttorfer SPD, sagte: „Die Verwaltung hat hier anscheinend auch ihr missverständliches Vorgehen eingesehen und nachgebessert. Es ist ein Unding, dass man mit der Schule nicht im Vorfeld der Beratungen gesprochen hat und man ebenfalls nicht frühzeitig die Beteiligten mit einbezogen hat. Wir können uns sehr gut eine Einbahnstraßenregelung und eine Verlegung der Bushaltestellen als zentrale Punkte des Konzeptes vorstellen.“

Hinzu kommen könnten Elternhaltestellen, Hol- und Bringzonen, Schulweglotsen, eine Verlegung des Fußweges und Parkplätze auch für Lehrerinnen und Lehrer auf dem Gelände der neuen Kindertagesstätte.

Die Vorteile einer direkten Nachbarschaft zur evangelischen Grundschule würden von der Gruppe CDU/Schüttorfer Liste bewusst ignoriert, heißt es in der Pressemitteilung. Übergänge von der Kita zur Schule als Brückenjahr könnten optimal gestaltet werden. Die Kitakinder könnten beispielsweise bereits vor der Einschulung mögliche Paten aus der Grundschule bekommen und mit ihnen die Schule als Lebens- und Lernraum erfahren. Die Kollegien beider Einrichtungen könnten eng verzahnt miteinander arbeiten. Ganz neue Wege der Zusammenarbeit könnten aufgetan werden. So stellen sich SPD und FDP das vor.

„Im Sinne der Kinder ist es, dass man jetzt zu einer Lösung kommt, die rasch umgesetzt werden kann“, teilen die beiden Fraktionen mit. Es werde im Stadtgebiet Provisorien mit Containern geben, die eine Genehmigung für zwei Jahre bekommen. „In dieser Zeit wollen und müssen wir die neue Kita realisieren“, drängt die Fraktionsgruppe. Am Standort Erich-Kästner-Schule sei das bis August 2021 möglich.

Andere, von der Gruppe CDU/Schüttorfer Liste eingebrachte Standorte lassen sich in diesem Zeitraum nicht realisieren, schreibt die Stadtratsgruppe. Mit Grundstücksverhandlungen, Bebauungsplanänderungen, Dauer entsprechender Entscheidungen auf allen Ebenen nehmen CDU und Schüttorfer Liste es billigend in Kauf, dass viele Jahre ins Land gehen und wir den Schüttorfer Kindern nicht die größtmögliche Förderung zukommen lassen können, lautet der Vorwurf.

Favorisierte Standorte am oder sogar im Industriegebiet lehnt die SPD/FDP Gruppe ab. Man könne sich nicht vorstellen, dass Kindergartenkinder „zwischen und neben LKW ihren Weg zu einer Kita finden sollen“, entgegnen die beiden Fraktionen.

Bei Grundstücksvorschlägen, bei denen völlig unklar ist, wie und ob man Eigentümer werden kann, werde die Gruppe SPD/FDP nur ihre Ablehnung erklären können.

Hinzu kommt, dass auswärtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keinerlei Anspruch auf einen Kindergartenplatz in Schüttorf haben, egal wo der Standort im Stadtgebiet ist.

Wenn ein Unternehmer einen Betriebskindergarten haben möchte, sei die SPD/FDP Gruppe gerne bereit, dabei zu unterstützen. Es könne aber nicht angehen, dass ein solcher Wunsch von der Allgemeinheit finanziert wird, schränkt die Gruppe ein.

„Schüttorf ist eine sehr überschaubare Kommune. Wege sind hier alle ebenfalls überschaubar. Der Weg von einer Kita an der Hermann-Schlikker-Straße bis mitten hinein ins Industriegebiet ist in sehr wenigen Minuten zu machen“, schreiben SPD und FDP in ihrer Pressemitteilung.

„Und die Eltern können sich an der Hermann-Schlikker-Straße sicher sein, dass [...] die Kinder rasch, optimal und pädagogisch sinnvoll in einer neuen Kindertagesstätte untergebracht werden können.“ Den Vorschlägen von CDU und Schüttorfer Liste sprechen sie diese Qualitäten ab.

Die direkte Nachbarschaft zur evangelischen Grundschule werde unschätzbare Vorteile für den frühen Bildungsweg ihrer Schützlinge bringen, sind sich die beiden Fraktionen sicher.

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