28.07.2021, 15:34 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Schüttorfer braucht dringend Stammzellenspende

Kämpfen zusammen gegen die Leukämie: Karina Dove und ihr Vater Bernhard. Foto: DKMS

Kämpfen zusammen gegen die Leukämie: Karina Dove und ihr Vater Bernhard. Foto: DKMS

Von Laura Strempel

Schüttorf Vor nicht einmal drei Wochen erhielt Bernhard Dove die Diagnose: Akute Leukämie. Ein Schock für die Familie des 69-Jährigen. Schnell wurde klar, der Schüttorfer braucht dringend eine Stammzellenspende. „Die Ärzte haben es deutlich gesagt, wenn wir jetzt nicht handeln, bleiben ihm nur noch wenige Wochen“, berichtet seine Tochter Karina Dove im GN-Gespräch. Die 35-Jährige kämpft seither dafür, einen genetischen Zwilling für ihren Vater zu finden. Daher wirbt sie tatkräftig für die Registrierung bei der DKMS (früher: Deutsche Knochenmark Spenderdatei).

Mit einem ersten Erfolg, seit Montag haben sich bereits 1606 Nutzer (Stand: Mittwoch, 13 Uhr) ein Kit bestellt, um bei sich zu Hause einen Abstrich der Wangenschleimhaut vorzunehmen. Dieser Abstrich ist die Voraussetzung, um in der Kartei der möglichen Spender aufgenommen zu werden. „Das ist ein Wahnsinnserfolg“, betont auch Marina Miller von der Spenderneugewinnung der DKMS. Laut der Organisation kommt es bei etwa einem von hundert Registrierten zu einer Stammzellspende. „Jeder der sich registriert, könnte ein potenzieller Spender für meinen Vater sein“, unterstreicht Karina Dove.

Bei ihrer Online-Aktion wird die 35-Jährige von ihrer Freundin und Bloggerin Anna-Lena Weßels unterstützt. Sie erreicht auf ihrem Instagram-Account „aenna_xoxo“ etwa 130.000 Menschen und hat einen emotionalen Aufruf geteilt, in dem sie ihre Follower dazu aufruft, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Und nicht nur Weßels unterstützte die Familie: „Es kam auf einmal eine sintflutartige Welle der Unterstützung und Hilfsangebote auf uns zu“, berichtet die Emsbürenerin. Das habe sie und ihren Vater sehr bewegt.

Dennoch steht für sie fest, der Aufruf auf Social Media war nur ein erster Schritt: Sie möchte mit weiteren Aktionen so viele Menschen wie möglich dazu bringen, sich in die Kartei der möglichen Stammzellenspender aufnehmen zu lassen, immer in der Hoffnung, dass ein genetischer Zwilling für ihren Vater dabei sein könnte. Dafür spricht sie nun Fußballvereine aus Schüttorf und Emsbüren und Organisationen an, verteilt Flyer und leistet auch auf ihrem Instagram-Kanal „bieni_bieni“ Aufklärungsarbeit.

Erst im vergangenen Jahr hat Karina Dove überraschend ihre Mutter verloren. „Ich habe keine Geschwister und mein Vater ist der Einzige, der mir noch bleibt. Auch soll unserer kleinen Tochter kein weiterer Mensch genommen werden“, sagt Karina Dove. Die Enkelin habe ein enges Verhältnis zu ihrem Großvater und sei seine größte Energiequelle, aus der er nun die Motivation schöpfe. „Kurz nach der Diagnose sagte Papa zu mir: Eins werde ich dir versprechen, aufgeben werde ich nicht. Seitdem ist für mich klar, dass wir kämpfen werden“, erzählt Karina Dove.

Ein Registrierungsset kann kostenfrei im Internet unter www.dkms.de/mein-papa-bernhard bestellt werden.

„Jeder kann was tun“

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu helfen“, berichtet Marina Miller von der Spenderneugewinnung der DKMS. Sie betont: „Wirklich jeder kann was tun.“ Zunächst könne sich jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen. Dafür verschickt die DKMS kostenfrei Kits nach Hause.

„Wer vielleicht schon registriert ist oder vielleicht zu alt oder zu jung für eine Anmeldung ist, kann trotzdem helfen, indem er seine Netzwerke nutzt und für die Registrierung wirbt“, sagt Marina Miller. Sei es über Social Media, über E-Mail oder in Whats-App-Gruppen der Aufruf zur Aktion könne beinahe überall geteilt werden. „Das Thema zum Thema machen, es ist ganz einfach, in Gesprächen auf die DKMS und die Stammzellenspende hinzuweisen“, berichtet Miller.

Außerdem könnten bereits registrierte Menschen darauf achten, ihre Kontaktdaten in der Datenbank aktuell zu halten, damit sie auch kontaktiert werden können. „Ein Spendenkit kostet etwa 35 Euro. Es hilft also auch schon, wenn die Kosten für ein Kit gespendet werden“, berichtet Miller im GN-Gespräch.

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