Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
21.05.2019, 13:31 Uhr

CDU/Schüttorfer Liste möchte Kita-Neubau nahe Gewerbegebiet

Die Stadtratsgruppe CDU/Schüttorfer Liste lehnt einen Kita-Neubau an der Hermann-Schlikker-Straße ab.

CDU/Schüttorfer Liste möchte Kita-Neubau nahe Gewerbegebiet

Das Gebäude der Erich-Kästner-Schule in Schüttorf. Archivfoto: Pollmann

Schüttorf Die Stadt Schüttorf benötigt weitere Kindertagesstätten-Plätze. Da eine Erweiterung der vorhandenen Kitas nicht mehr möglich ist, haben sich Verwaltung und Politik in den vergangenen Monaten mit der Suche nach einem neuen Standort beschäftigt. Die Stadtverwaltung favorisiert ein Grundstück an der Hermann-Schlikker-Straße, auf dem sich das nicht mehr genutzte Gebäude der Erich-Kästner-Schule (EKS) befindet. Dieses Grundstück – ursprünglich im Eigentum des Landkreises Grafschaft Bentheim – ist der Stadt Schüttorf zu vergünstigten Konditionen angeboten worden. „Jedoch gab es in den letzten Monaten bereits deutliche Kritik durch zahlreiche Anwohner des Standortes. Insbesondere die Verkehrssituation steht im Mittelpunkt der Kritik“, teilt die Gruppe CDU/Schüttorfer Liste mit.

Die Ratsgruppe teilt die vorgetragenen Bedenken uneingeschränkt. Bereits jetzt sei die Verkehrssituation an der benachbarten evangelischen Grundschule unübersichtlich, eine angrenzende Kita würde die Situation noch deutlich verschärfen. Zwar ist der Schulbetrieb der EKS ebenfalls mit Verkehr verbunden gewesen; eine Kita mit über 80 Plätzen erhöhe die Verkehrsbelastung jedoch nochmals deutlich, da ein nicht unerheblicher Teil der Elternschaft ihre Kinder mit dem Auto zur Kita bringe. „Dies lässt sich auch nur bedingt verhindern“, findet die Gruppe.

Die Stadtverwaltung hat aus diesem Grund eine alternative Verkehrsführung vorgeschlagen; eine deutliche Entlastung ist mit diesem Vorschlag nach Meinung der Ratsgruppe jedoch nicht zu erwarten. Die Gruppe CDU/Schüttorfer Liste hält den vorgeschlagenen Standort auf Grund der Rahmenbedingungen für nicht akzeptabel und lehnt eine Kita an diesem Standort ab.

Gruppensprecher Stefan Niehaus weist darauf hin, dass sich der Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Integration im vergangenen November nicht – wie teils behauptet wurde – für den Standort EKS entschieden habe. Bereits im Herbst gab es auch aus dem Ausschuss Kritik an dem vorgeschlagenen Standort. Die Entscheidung über den Standort wurde infolge dessen ohne Empfehlung an den Verwaltungsausschuss verwiesen. Dieser hatte den Kauf des Grundstückes beschlossen. Bedingung für die vergünstigte Übertragung des Grundstückes auf die Stadt Schüttorf ist eine öffentliche Nutzung. Die Gruppe CDU/Schüttorfer Liste legt Wert auf die Feststellung, dass eine Nutzung des Grundstückes für eine Kita nicht festgelegt ist. Unabhängig von der zukünftigen Nutzung sei das Grundstück an der Hermann-Schlikker-Straße stadtplanerisch interessant, zumal der Landkreis Grafschaft Bentheim nach der Aufgabe des Schulstandortes keine direkte Verwendung für das Grundstück mehr hat. Über eine Folgenutzung ist noch zu entscheiden. Denkbar wäre unter anderem eine Verwendung zur Entlastung der Parksituation an der Jahnhalle oder auch (in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde) eine Optimierung des Umfeldes der evangelischen Grundschule (Parkplätze und Schulhof). Weitere Möglichkeiten für eine öffentliche Nutzung werden aktuell ausgelotet.

Im Weiteren weist die Ratsgruppe darauf hin, dass insbesondere aus Richtung der Schüttorfer Gewerbetreibenden schon vor einigen Jahren der Wunsch an die Stadt herangetragen worden ist, eine Kita in unmittelbarer Nähe des Schüttorfer Gewerbegebietes zu errichten. Diese Überlegungen wurden nach Ansicht der Gruppe seitens der Verwaltung nicht ernsthaft verfolgt, obwohl „ein solcher Standort sich aufgrund der Vielzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Bereich anbieten würde.“

Ein weiterer Aspekt sei die adäquate Verteilung der Kitas im Stadtgebiet. Bisher ist im östlichen Bereich Schüttorfs nur eine einzige Kita angesiedelt (Rüskau), alle weiteren Kitas sind im westlichen Bereich Schüttorfs.

Im östlichen Teil Schüttorfs entsteht an der Salzberger Straße gerade ein neues Baugebiet. Ebenso weist die Ratsgruppe darauf hin, dass in einigen Baugebieten östlich der Vechte in absehbarer Zeit ein Generationenwechsel zu erwarten ist. Auch eine Ausweitung der Wohnbebauung in diesem Bereich werde nicht ausgeschlossen. Aus diesen Gründen hält die Gruppe CDU/Schüttorfer Liste es für stadtplanerisch sinnvoll, sich bei der Suche nach einem neuen Kita-Standort auf den Bereich östlich der Vechte zu fokussieren.

Die Gruppe CDU/Schüttorfer Liste habe sowohl der Verwaltung als auch den anderen Ratsfraktionen vor einigen Wochen Vorschläge für einen neuen Kita-Standort östlich der Vechte unterbreitet, die sich allesamt in der Nähe des Gewerbegebietes befinden, die Entwicklung dieses aber nicht einschränken. So können mehrere stadtplanerisch sinnvolle Aspekte mit einander verbunden werden. Diese Standorte, die in Teilen im Eigentum der Stadt sind, werden aktuell durch die Verwaltung bewertet.

„Man ist sich bewusst, dass für die vorgeschlagenen Standorte – im Gegensatz zum Standort EKS – womöglich Bebauungsplanverfahren notwendig sind; bei einer Standortentscheidung, die für zig Jahre getroffen wird, kann und darf dies jedoch nicht ausschlaggebend sein“, so die Gruppe.

Die Gruppe CDU/Schüttorfer Liste wünscht sich in diesem Sinne konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten, um die neue Kita an einem stadtplanerisch sinnvollen Standort zu errichten und nicht an einem Standort, der mit möglichst wenig planerischem Aufwand verbunden ist.

Lesermeinung
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare lesen und schreiben zu können.