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14.06.2019, 14:30 Uhr

Wird das Klima zur neuen Bedrohung der Landwirtschaft?

Die meisten Menschen erinnern sich noch gut an den Sommer 2018. Noch nie war es über einen so langen Zeitraum so trocken und warm wie im vergangenen Jahr.

Wird das Klima zur neuen Bedrohung der Landwirtschaft?

Der „Jahrhundertsommer“ 2018 bescherte der Landwirtschaft viele Probleme. Foto: Fotolia

Von den Medien wurde der Sommer gar als „Jahrhundertsommer“ betitelt. Für die Landwirte brachte der lange trockene Sommer viele Probleme mit sich: Die Früchte auf den Feldern vertrockneten in vielen Fällen. Wenn überhaupt etwas geerntet werden konnte, dann deutlich weniger als erwartet.

Auch dieses Frühjahr ist bisher sehr trocken. Die Niederschläge über den Winter haben nicht gereicht, um die Grundwasserkörper entsprechend mit Wasser zu füllen. Auf den Gras- und Getreideflächen kann man das Ausmaß der Trockenheit bereits erkennen. Viele Getreidefelder sind schon in der Ährenbildung, die Halme sind aufgrund des Wassermangels aber nur etwa kniehoch. Das Getreide geht schon in die sogenannte „Notreife“, das heißt es stellt das normale Wachstum ein und konzentriert sich darauf, die Ähre mit den Körnern zu bilden.

Die erste Grasernte des Jahres war in diesem Jahr auch deutlich später als sonst, weil das Gras auf den Feldern wegen des fehlenden Wassers einfach nicht genug wachsen und Blattmasse bilden konnte.

Wird der Klimawandel also die neue Bedrohung der Landwirtschaft? Bedeutet all dies, dass die Extremjahre häufiger werden und Landwirte sich auf die klimatischen Veränderungen einstellen müssen?

So extrem sehen es die deutschen Landwirte noch nicht. Das vergangene Jahr hat allerdings sehr deutlich gezeigt, dass die Landwirtschaft unmittelbar vom Wetter abhängig ist. Fehlender Niederschlag bedeutet am Ende auch fehlender Ertrag. Kurzfristig können eine Ausdehnung der Produktion oder das Beregnen von Feldern helfen, den Ertrag zu sichern. Langfristig werden sich die Landwirte dem sich ändernden Klima anpassen müssen.

Neben einer geänderten Fruchtfolge werden auch Sorten eine Rolle spielen, die durch Züchtung besser auf extreme Wetterperioden reagieren können. Experten empfehlen zudem, sich nicht nur auf ein betriebliches Standbein zu verlassen. Die Diversifizierung der Betriebe könnte in Zukunft also ein wichtiger Baustein zur Risikovorsorge sein.

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