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19.09.2022, 09:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Raiffeisen Ems-Vechte investiert über 10 Millionen Euro

Vorstand Albert Weersmann, Technischer Leiter Lukas Meyer, Gerlinde Stroeve von der Standortverwaltung, Andreas Körting, Teamleiter der Warenannahme, und Lkw-Fahrer Karsten Klann (von links) wissen die Vorteile der neuen Rohwarenannahme zu schätzen. Im Hintergrund entlädt der Lastkraftwagen die Rohware Rapsschrot. Fotos (2): Fuchs

© Fuchs

Vorstand Albert Weersmann, Technischer Leiter Lukas Meyer, Gerlinde Stroeve von der Standortverwaltung, Andreas Körting, Teamleiter der Warenannahme, und Lkw-Fahrer Karsten Klann (von links) wissen die Vorteile der neuen Rohwarenannahme zu schätzen. Im Hintergrund entlädt der Lastkraftwagen die Rohware Rapsschrot. Fotos (2): Fuchs

Die Raiffeisen Ems-Vechte, Warengeschäft der Raiffeisenbank Ems-Vechte eG, hat mit dem Neubau des Rohwarenlagers inkl. Annahme am Standort Kraftfuttermittelwerk in Laar die größte Einzelinvestition ihrer Genossenschaftsgeschichte abgeschlossen. Nach zwei Jahren Planung sowie zwei Jahren Bauzeit ist die Anlage nun vollständig in Betrieb genommen worden. Sie ersetzt das bisherige Rohwarenflachlager, welches noch aus den 1970er Jahren stammte. Erforderlich geworden war diese Modernisierung ferner durch die erhebliche Produktionssteigerung in den vergangenen Jahren. Der deutliche Zuwachs in den letzten Jahren beruht auch auf Umsatzsteigerungen auf dem benachbarten niederländischen Mischfuttermarkt.

Die für die Futtermittelproduktion benötigten Rohwaren wie z. B. verschiedenste Getreidesorten und auch Mais werden u. a. auch von Landwirten aus der Region angeliefert. Der Großteil der benötigten Rohwaren wird allerdings mit dem eigenen Lkw-Fuhrpark oder externen Spediteuren nach Laar gebracht, auch weil einige Rohwaren wie z. B. Schrote (Raps, Soja) regional nicht ausreichend verfügbar sind. Durchschnittlich werden 40 Lkw-Ladungen am Standort Laar täglich angeliefert. Durch die erheblich höhere Annahmeleistung von ca. 270 Kubikmeter / Stunde und die elektronische Steuerung der Rohwarenzellen werden die Arbeitsprozesse deutlich effektiver. Über modernste Fördertechnik erfolgt der automatische Abtransport in die neuen 56 Rohwarenzellen, die über ein Gesamtvolumen von 6000 Kubikmeter verfügen. Imposant ist das 36 Meter hohe Maschinenhaus mit eigenem Lastenaufzug. Die neu strukturierten Arbeitsprozesse entlasten die Mitarbeiter und bringen somit erhebliche Zeitersparnisse mit sich.

Am Standort in Laar werden mittlerweile jährlich 250.000 Tonnen Mischfutter für Schweine, Rinder, Legehennen und Pferde hergestellt. Seit der Fusion in Jahr 2012 konnte die Produktionsmenge damit nahezu verdoppelt werden. In den vier Kraftfuttermittelwerken der Raiffeisen Ems-Vechte – dies sind neben dem Standort in Laar noch die Standorte Klein Berßen, Dörpen und Hoogstede – liegt die jährliche Produktionsmenge insgesamt bei ca. 750.000 Tonnen. Rund 10 Prozent davon entfallen mittlerweile auf Biofuttermittel, die ausschließlich im Werk in Hoogstede produziert werden.

Auch eine neue öffentliche Raiffeisen-Tankstelle wurde auf dem Firmengelände gebaut.

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Auch eine neue öffentliche Raiffeisen-Tankstelle wurde auf dem Firmengelände gebaut.

Es gab aber noch weitere größere Veränderungen auf dem Firmengelände in Laar. Da die Hoftankstelle, die bisher nur für die firmeneigenen Fahrzeuge sowie Landwirte zur Verfügung stand, weichen musste, wurde eine neue öffentliche Raiffeisen-Tankstelle gebaut. Dabei handelt es sich um eine Selbstbedienungstankstelle, die 24 Stunden rund um die Uhr genutzt werden kann. An zwei modernen Tanksäulen mit insgesamt vier Zapfpunkten können die gängigsten Kraftstoffe sowie auch „AdBlue“ getankt und mit gängigen Bankkarten oder dem Raiffeisen-Tankchip bezahlt werden. Verlagert und neu gebaut wurde auch der Waschplatz für firmeneigene Lkw.

Am Bau dieser Investitionen waren vornehmlich Firmen aus der Grafschaft, dem Emsland und dem Oldenburger Münsterland beteiligt, mit denen die Zusammenarbeit hervorragend klappte. „Ein Dank geht noch einmal ausdrücklich an alle Mitarbeiter:innen, die diese doch längere Phase der Improvisation, vergleichbar mit einer OP am offenen Herzen, hervorragend gemeistert haben“, betont Vorstand Albert Weersmann. Neubau und laufender Betrieb liefen mit einigen Kompromissen fast ohne gegenseitige Beeinträchtigungen nebeneinander parallel her. Für Weersmann bedeuten die Neubauten gleichzeitig eine Investition in die Zukunft des Standorts. Weitere Maßnahmen sollen folgen, wenn es die Politik und die Gesellschaft uns ermöglichen, wie Weersmann betont. Die durchschnittliche jährliche Investitionssumme an allen Standorten der genossenschaftlichen Unternehmensgruppe liegt mittlerweile bei rund fünf Millionen Euro.

Beim Kraftfuttermittelwerk in Laar ist die neue Rohwarenannahme nun vollständig in Betrieb. Sie ersetzt das Rohwarenflachlager, das noch aus den 1970er Jahren stammte. Die Modernisierung führt gleichzeitig zu einer weiteren Reduzierung der Staub- und Lärmemissionen am Standort. Erforderlich geworden war diese Modernisierung ferner durch die erhebliche Produktionssteigerung in den vergangenen Jahren. Am Standort in Laar werden mittlerweile jährlich 250.000 Tonnen Futtermittel produziert. Foto: privat

Beim Kraftfuttermittelwerk in Laar ist die neue Rohwarenannahme nun vollständig in Betrieb. Sie ersetzt das Rohwarenflachlager, das noch aus den 1970er Jahren stammte. Die Modernisierung führt gleichzeitig zu einer weiteren Reduzierung der Staub- und Lärmemissionen am Standort. Erforderlich geworden war diese Modernisierung ferner durch die erhebliche Produktionssteigerung in den vergangenen Jahren. Am Standort in Laar werden mittlerweile jährlich 250.000 Tonnen Futtermittel produziert. Foto: privat

Einen Wermutstropfen um die Freude über die neue Anlage gibt es aber dennoch. Mitten in den Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür kam die Nachricht über den Ausbruch der Vogelgrippe auf einem geflügelhaltenden Betrieb in unmittelbarer Nähe zum Kraftfuttermittelwerk Laar. Deshalb musste die für den 24. September geplante Veranstaltung zum Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe und deren Tierbestände kurzfristig abgesagt werden. Im kommenden Jahr wird der Tag der offenen Tür auf jeden Fall nachgeholt, so der Vorstand. ef