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25.11.2022, 09:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Nordhorner Bahnhof erstrahlt in neuem Glanz

Das kernsanierte und umgestaltete Gebäude mit historischer Fassade strahlt in neuem Glanz. Fotos: Westdörp

© Westdörp, Werner

Das kernsanierte und umgestaltete Gebäude mit historischer Fassade strahlt in neuem Glanz. Fotos: Westdörp

„Gut Ding will Weile haben“ heißt ein altbekanntes deutsches Sprichwort. Und so war es auch beim Teilabriss und der Sanierung des historischen Nordhorner Bahnhofsgebäudes.

Aufgrund von Corona und Nachfolgewirkungen wie Engpässen bei der Lieferkette und dem dadurch entstandenen Materialmangel konnten die vorbereitenden Abrissmaßnahmen erst im Januar vergangenen Jahres begonnen werden.

Doch jetzt heißt es „Ende gut, alles gut“ nach einem ebenfalls altbekannten Spruch. Der Nordhorner Bahnhof erstrahlt nach umfassenden Sanierungs- und Umbauarbeiten in neuem Glanz. Eröffnet wurde er am Freitag, 25. November, mit einem offiziellen Festakt, zu dem ein Grußwort des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies verlesen wurde. Am Samstag und Sonntag, 26. und 27. November, ist die Bevölkerung zu zwei Tagen der offenen Tür mit Unterhaltungsprogramm sowie Glühwein, Pommes und Kuchen eingeladen.

Zur Bau- und SPNV-Projektgeschichte

Die Sanierung des Nordhorner Bahnhofgebäudes ist der letzte Baustein in der ersten Stufe des Projekts zur Wiedereinführung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Landkreis Grafschaft Bentheim. Dank des jahrelangen gemeinsamen Einsatzes des Landkreises, der Grafschafter Kommunen, der Wirtschaft und der Politik war es im Jahr 2015 zu der Entscheidung des Lenkungsausschusses des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums gekommen, die Reaktivierung des Schienenpersonenverkehrs auf der Strecke Bad Bentheim - Nordhorn - Neuenhaus mit zirka 21 Millionen Euro zu fördern. Seit Juli 2019 fährt der „Regiopa-Express“ nun fahrplanmäßig durch die Grafschaft. Eine Erweiterung der Strecke Richtung Coevorden wird angestrebt.

Revitalisierung der Bahnhöfe

In Verbindung mit der Reaktivierung des Schienenpersonenverkehrs wurde auch mit der Revitalisierung der angefahrenen Bahnhöfe begonnen. Nach Neuenhaus und Bad Bentheim folgt in diesem Jahr Nordhorn.

Das neue Café macht den Aufenthalt gemütlich. Foto: Westdörp

© Westdörp, Werner

Das neue Café macht den Aufenthalt gemütlich. Foto: Westdörp

Begonnen hatten die Arbeiten 2021 unter Federführung der Bentheimer Eisenbahn mit der Freilegung des Kerngebäudes durch den Abriss von Anbauten, die dem ursprünglichen Kernbau später hinzugefügt worden waren. Erhalten geblieben ist die stadtbildprägende Fassade des historischen Kerngebäudes, das mit einem modernen „Innenleben“ gefüllt ist. Rund um die Wartehalle (ausgestattet mit Fahrkartenautomat, Schließfächern, Fahrgastinformation und kostenpflichtiger Toilettenanlage) sind der Arends Backshop mit Café, die Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB) als Mobilitätszentrale des Reisebüros Berndt und ein moderner E-Kiosk der Grafschafter Volksbank für verschiedene Bankdienstleistungen angesiedelt. Im Obergeschoss befinden sich die BE-Fahrdienstleitung und weitere BE-Dienststellen.

Insgesamt hat die Neugestaltung des Nordhorner Bahnhofes ein Investitionsvolumen von 4 Millionen Euro. 600.000 Euro stammen aus Städtebaufördermitteln. Diese Zuschüsse aus dem Sanierungsprogramm „Stadtumbauprojekt Bahnhofsumfeld“ wurden je zu einem Drittel von Land, Bund und Stadt Nordhorn finanziert.

Blick auf den Bahnsteig. Foto: Westdörp

© Westdörp, Werner

Blick auf den Bahnsteig. Foto: Westdörp

Zuschüsse flossen im Rahmen des SPNV-Projektes. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen förderte den Bau der Wartehalle mit 400.000 Euro. Der Landkreis beteiligte sich an den Baukosten mit 253.000 Euro. Und die Stadt Nordhorn gab 100.000 Euro. Dank dieser Fördermittel verblieb für die Bentheimer Eisenbahn eine Eigeninvestition in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro. Nähere Informationen: www.bentheimer-eisenbahn.de
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