Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Anzeige
06.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Kreissparkasse: Altersvorsorge fängt im Berufsleben an

Karl-Heinz Andter, ehrenamtlicher Versichertenberater (rechts), und Klaus Hüweler, Sparkassenberater, wissen, was für die Altersvorsorge wichtig ist. Foto: privat

Karl-Heinz Andter, ehrenamtlicher Versichertenberater (rechts), und Klaus Hüweler, Sparkassenberater, wissen, was für die Altersvorsorge wichtig ist. Foto: privat

Schüttorf Jahr für Jahr schickt die Deutsche Rentenversicherung eine Renteninformation an etwa 30 Millionen Versicherte. Empfänger sind alle, die mindestens 27 Jahre alt sind mit fünf Beitragsjahren gespeichert sind. Doch wie genau ist diese Renteninformation zu bewerten und zu lesen? Gibt es einen zusätzlichen Vorsorgebedarf für jeden einzelnen, um im Renteneintrittsalter ein unbeschwertes Leben führen zu können? Antworten auf diese und weitere Fragen haben Versichertenberater Karl-Heinz Andter und Klaus Hüweler, Leiter des Sparkassen-BeratungsCenters in Schüttorf.

Herr Andter, Sie sind ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund und bieten seit wenigen Wochen, nach vorheriger Terminabstimmung, allen Versicherten einen Vor-Ort-Service in der Sparkasse Schüttorf an. Was genau sind Ihre Aufgaben als Versichertenberater?

Andter: Zu allererst muss der Impuls von jedem einzelnen Versicherten ausgehen. Und das ist nicht ganz einfach. Denn: Für viele erscheint die Rente zeitlich gesehen noch ganz weit weg. Doch je früher man sich mit dem Thema beschäftigt, desto besser. Gemeinsam mit dem Versicherten kläre ich sein Versicherungskonto. Das heißt: Im jeweiligen Versicherungsverlauf sind die gemeldeten Beschäftigungszeiten und Einkünfte gespeichert. Auch gemeldete Zeiten der Arbeitslosigkeit und Krankheit sind berücksichtigt. Doch es gibt noch eine ganze Reihe von Daten, die der Versicherte selbst beitragen muss.

Welche sind das zum Beispiel?

Andter: Nicht automatisch gemeldet werden beispielsweise Schulzeiten, Zeiten des Studiums oder auch Kindererziehungszeiten. Zur Kontenklärung wäre es wichtig, persönliche Abschlusszeugnisse, Schulzeitbescheinigungen (ab dem 17. Lebensjahr), Ausbildungszeugnisse, Nachweise über Studien und Geburtsurkunden der Kinder mitzubringen.

30 Millionen Versicherte erhalten Jahr für Jahr automatisch eine Renteninformation. Was genau beinhaltet diese?

Andter: Die Deutsche Rentenversicherung stellt in diesem Dokument eine Reihe von wichtigen Informationen zusammen. So findet jeder beispielsweise seine bisher erworbenen Rentenansprüche, eine Hochrechnung über die Höhe seiner voraussichtlichen Altersrente sowie den Rentenanspruch bei voller Erwerbsminderung wieder. Aufgrund zukünftiger Rentenanpassungen kann die errechnete Rente tatsächlich höher ausfallen. Die Deutsche Rentenversicherung bietet hier zwei Varianten mit einem Anpassungssatz von einem beziehungsweise zwei Prozent. Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Warum?

Andter: Sie berücksichtigen zum Beispiel nicht den Kaufkraftverlust sowie die Steuerlast und die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Das bedeutet, dass die errechnete Rente bei weitem nicht den Wert hat, den er heute für uns darstellt.

Hüweler: Zudem gibt es einen zusätzlichen Vorsorgebedarf, da die Renten im Vergleich zu den Löhnen geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert. Dadurch wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger.

Welche Möglichkeiten gibt es, Vorsorge zu betreiben?

Hüweler: Die Altersvorsorge basiert auf drei Bausteinen: 1. Die Basisvorsorge bzw. die gesetzliche Rente; 2. Die Betriebliche Altersvorsorge mit staatlichen Förderungen; 3. Die private Vorsorge. Insbesondere bei der betrieblichen und privaten Vorsorge können wir als Sparkasse allen Versicherten hilfreich zur Seite stehen. Mit unseren Verbundpartnern, der VGH im Versicherungsbereich und der Deka im Wertpapierbereich, finden wir gemeinsam individuelle Lösungen.

Und eines ist klar: Wer seinen Lebensstandard erhalten möchte, muss vorsorgen. Da führt kein Weg dran vorbei. Als Faustregel gilt: 80 Prozent des letzten Nettogehaltes sollten im Alter zur Verfügung stehen.

Können Sie allen Versicherten noch einen Tipp mit auf dem Weg geben?

Hüweler: Ich rate dringend, die jährliche Renteninformation nicht einfach zu den Akten zu legen, sondern checken zu lassen. Ein gutes Beispiel ist meine Frau. In ihrem Zeitkonto fehlten die Kindererziehungszeiten, die nun mit Hilfe von Herrn Andter ergänzt werden konnten.

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating