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Engbers Söhne: Die Entwicklungen immer im Blick

Engbers Söhne: Die Entwicklungen immer im Blick

Auf mannshohen Reifen steht der Schlepper der Marke CASE IH & Steyr auf dem Firmengelände der Engbers Söhne GmbH an der Itterbecker Straße 39 in Uelsen. Um auf den Fahrersitz zu gelangen, muss der Auszubildende Jan Lahuis fünf Stufen nach oben klettern.

Das mächtige Gefährt ist nur eines von vielen Ausstellungsstücken des Uelser Traditionsunternehmens, das am 14. November seinen 150. Geburtstag feiert. Trotz des großen Traditionsbewusstseins ist das Unternehmen sehr modern aufgestellt und bietet seinen Kunden eine Produktauswahl, die die Arbeit auf den Feldern, aber auch in den privaten Gärten deutlich erleichtert und effektiver macht. Denn letztlich sind die Maschinen unersetzliche Helfer der Landwirte, um ihre gesteckten Ziele zu erreichen.

Auszubildender Jan Lahuis bereitet den neuen, imposanten Schlepper für die Vorführung bei einem Kunden vor. Fotos: Westdörp

© Westdörp, Werner

Auszubildender Jan Lahuis bereitet den neuen, imposanten Schlepper für die Vorführung bei einem Kunden vor. Fotos: Westdörp

Als Vertriebspartner von CASE IH & Steyr und JCB bietet die Engbers Söhne GmbH auch Maschinen von Schuitemaker, Venhaus, CHD, Ploeger, Pöttinger, Grimme, Strautmann und weiteren namhaften Herstellern an. Der Verkauf und die Reparatur von Landmaschinen sind das Kerngeschäft der GmbH. „Wir sind hier in der Region geprägt von Lohnunternehmen, die zu unseren Kunden gehören, ebenso wie Landwirte“, berichtet Geschäftsführer Martin Schüürmann.

Wie sehr die Elektronik die modernen Landmaschinen dominiert, zeigt das sogenannte „Smartfarming“. Moderne Schlepper sind mit GPS ausgerüstet und haben Spurfahrsysteme. Nachdem mit einer Fahrt die Feldgröße abgemessen wurde, ist das Fahrzeug in der Lage, bis auf wenige Zentimeter die nächsten Spuren zu legen und nur dort Mais auszusäen, wo zuvor die Gülle verstreut wurde. Damit können die Landwirte gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen ist ihre Aussaat effektiver und zum anderen müssen sie weniger Gülle aufbringen, was mit Blick auf die Nitratbelastungen des Grundwassers gefordert wird.

Die Kunden erwartet eine komplett neu gestaltete Gartenausstellung mit allen erforderlichen Geräten für die Arbeit im eigenen Garten. Foto: Westdörp

© Westdörp, Werner

Die Kunden erwartet eine komplett neu gestaltete Gartenausstellung mit allen erforderlichen Geräten für die Arbeit im eigenen Garten. Foto: Westdörp

Jeder Schlepper, der zum Service in die Werkstatt kommt, wird, wie bei der Pkw-Kontrolle, an den Laptop angeschlossen. So gehen die Landmaschinen-Mechatroniker auf Fehlersuche.

Ein Beispiel für die Modernisierung der Höfe liefert GEA Melktechnik. Die Kühe tragen einen Transponder und werden von „Leckerlis“ zur Melkstation gelockt, wo dann ein Melkroboter seine Arbeit tut. „Der Landwirt sieht auf dem Handy, welche Kuh gemolken wird und wie hoch der Ertrag ist. Der Bauer kann dann auch mal um 18 Uhr ein Fußballspiel verfolgen“, erläutert Martin Schüürmann positive Nebeneffekte dieser Technologien.

Nach drei aufeinanderfolgenden trockenen Jahren sind Beregnungsanlagen zu einem großen Thema der Landwirte in der Region geworden. „Auch wenn manche Landwirte dies logischerweise als notwendiges Übel betrachten, so zeigt sich sehr deutlich auf den Feldern, wo beregnet wurde und wo nicht. Speziell bei der Kartoffelernte macht sich dies positiv bemerkbar“, erklärt Martin Schüürmann, der davon ausgeht, dass 80 Prozent der Beregnungsanlagen in der Grafschaft aus seinem Hause Engbers Söhne stammen.

Mähroboter sind der große Trend bei den Privatkunden. Zum Engbers-Service gehört natürlich auch die endgültige Installation bei den Kunden.Foto: Engbers Söhne

© Martin

Mähroboter sind der große Trend bei den Privatkunden. Zum Engbers-Service gehört natürlich auch die endgültige Installation bei den Kunden.Foto: Engbers Söhne

Ein anderes Thema, das im Bereich der Privatkunden in den vergangenen Jahren immer breiteren Raum eingenommen hat, sind die Mähroboter. Der Spezialist des Hauses sucht die Kunden zuhause auf und macht Vorschläge für die optimale Installation des Mähroboters, die Engbers Söhne unter anderem von Stihl und Husquarna anbietet. Die Mähroboter sind nur ein Segment der Gartengeräte, bei denen die richtungsweisende Akkutechnik angeboten wird.

Die Engbers Söhne GmbH genießt einen sehr guten Ruf für ihr umfangreiches Original-Ersatzteillager. Sollten Teile einmal nicht vorrätig sein, können sie über Nacht besorgt werden, was durch langjährige Kooperationen mit den Lieferanten möglich ist. Dieser Service ist auch ein unverzichtbarer Baustein im Abgebot des Uelser Traditionsunternehmens.

Seit 1959 ist die Engbers Söhne GmbH Aral-Markenvertriebspartner. Neben dem Betrieb einer Tankstelle werden Privathaushalte und Unternehmen mit Diesel und Heizöl beliefert.

Engbers Söhne ist in der Region auch bekannt für die gut sortierte Auswahl an Ersatzteilen. Foto: Westdörp

© Westdörp, Werner

Engbers Söhne ist in der Region auch bekannt für die gut sortierte Auswahl an Ersatzteilen. Foto: Westdörp

Weitere Informationen auf www.engberssoehne.de


„Nah bei den Kunden sein“

Geschäftsführer Gerd-Jürgen Engbers und Martin Schüürmann erläutern im Interview die Gründe für den Erfolg des Unternehmens?

Gerd-Jürgen Engbers und Martin Schüürmann  (von links) sind die Geschäftsführer der Engbers Söhne GmbH. Foto: privat

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Gerd-Jürgen Engbers und Martin Schüürmann (von links) sind die Geschäftsführer der Engbers Söhne GmbH. Foto: privat

Herr Engbers, Herr Schüürmann: Das 150-jährige Bestehen eines Familienunternehmens ist schon eine Seltenheit. Was sind die Geheimnisse des anhaltenden Erfolgs?

Gerd-Jürgen Engbers: Da gibt es sicherlich viele Faktoren, die eine sehr große Rollen spielen. Das eine sind bestimmt unsere Mitarbeiter, die sich ans Unternehmen gebunden fühlen und oft sehr lange im Betrieb bleiben. Bei uns sind die Mitarbeiter keine Nummer, sondern noch etwas wert. Uns ist der respektvolle und vertraute Umgangston untereinander ganz besonders wichtig.

Martin Schüürmann: Wir setzen ferner sehr auf die Qualifikation unserer Mitarbeiter. Allein zum 1. August haben wir fünf Auszubildende zum Landmaschinenmechatroniker eingestellt, um personell auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Die ständige Modernisierung der Produktpalette ist enorm wichtig, um den sich ständig verändernden Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Mähroboter und Beregnungsanlagen sind nur zwei Beispiele, deren Nachfrage in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist. In diesen Segmenten bieten wir eine große Auswahl.

Heutzutage spielt das Thema Service eine immer größere Rolle. Können Sie diese Entwicklung bestätigen?

Gerd-Jürgen Engbers: Service ist für uns ein Riesenthema. Speziell wir als Familienunternehmen können mit einem guten Service nachhaltig punkten. Die Nähe zu unseren Stammkunden ist immens wichtig.

Martin Schüürmann: Wir pflegen die langjährigen Beziehungen zu unseren Kunden. Die Landwirte erleben nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der drei trockenen Frühjahre und der Schweinepest eine sehr schwierige Zeit, um so wichtiger ist es, ihnen einen umfassenden Service zu bieten. Dazu gehört beispielsweise unsere 24 Stunden Bereitschaft, um auch zu ungewöhnlichen Zeiten hilfreich zur Seite zu stehen.

Kurz vor dem 150-jährigen Jubiläum ist Friedrich Engbers, der langjährige geschäftsführerende Inhaber, im Alter von fast 98 Jahren gestorben. Wie sehr hat er das Unternehmen geprägt?

Gerd-Jürgen Engbers: In den 70er und 80er Jahren hat mein Vater richtungsweisende Entscheidungen getroffen, von denen die Engbers Söhne GmbH heute noch profitiert. Seine Aufrichtigkeit und Zielstrebigkeit waren prägende Eigenschaften.

Martin Schüürmann: Bis zur Coronakrise kam er trotz seines hohen Alters fast jeden Tag ins Unternehmen und hat sich erkundigt. Sein Interesse galt zuletzt dem Neubau in Twist und den Vorbereitungen für das Jubiläum, das er leider nicht mehr erleben durfte.

Das jüngste Projekt in der Firmengeschichte ist der Neubau der Halle in Twist. Foto: Engbers Söhne

Der Neubau in Twist ist die aktuellste Investition. Was ist dort genau geplant?

Gerd-Jürgen Engbers: Dort entsteht auf 2500 Quadratmetern ein Gebrauchtmaschinenzentrum. Damit ist es uns möglich, alle gebrauchten Maschinen an einem Standort zu konzentrieren.

Martin Schüürmann: Der Standort Twist ist für uns auch aus anderen Gründen von großer Bedeutung. Als Vertriebspartner für die Grafschaft und das gesamte Emsland von CASE IH & Steyr bieten wir dort den kompletten Service an. Für die ferneren Bereiche des weitläufigen Emslands haben wir mit Rehnen Landtechnik in Wippingen und Landmaschinen Placke in Freren zwei Partnerhändler, die dort den Service für uns übernehmen. Weitere Pläne für die Modernisierung und Erweiterung auch am Standort Uelsen liegen schon in der Schublade.


Engbert Engbers begann mit einer kleinen Schmiede

Vor 150 Jahren begann die Firmengeschichte der Engbers Söhne GmbH. Engbert Engbers machte sich am 14. November 1870 an der der Itterbecker Straße in Uelsen mit einer Schmiede selbstständig. Heute ist an gleicher Stelle der Sitz der GmbH, die 65 Mitarbeiter beschäftigt, und mit ihrer Produktpalette im Bereich Landmaschinen breit aufgestellt ist.

Dieses Foto aus dem Jahr 1910 zeigt die erste Erweiterung der alten Schmiede. Foto: Engbers Söhne

Engbert Engbers verdiente in der 20 Quadratmeter großen Schmiede seinen Unterhalt mit Hufbeschlag und Schmiedearbeiten. 1906 übernahm Gerrit Engbers den Betrieb. Er hatte als Wanderbursche sich das Rüstzeug verschafft und holte die Landtechnik ins Unternehmen. Erste Häcksel-, Dresch- und Mähmaschinen kamen auf den Markt. Der Bau einer Lagerhalle und einer Werkstatt folgte. Landmaschinen aus Schweden wurden importiert und verkauft und erste Kontakte in die Niederlande geknüpft. Sein jüngster Sohn Friedrich folgte Gerrit Engbers an der Spitze des Unternehmens. Mit der Technisierung der Landwirtschaft wurden die ersten Clayson Mähdrecher verkauft, hinzu kamen Traktoren der Marke Fahr und später McCormick (heute Case IH).

Es folgten wichtige Schritte zur Vergrößerung des Unternehmens mit dem Werkstattneubau (1957), der Beginn des Handels mit Betriebsstoffen als ARAL-Markenvertriebspartner (1959) sowie die Gründung der Abteilung Melk- und Kühltechnik (1962). Als drittes Standbein kam die Gründung der Abteilung Forst- und Gartentechnik (1972) dazu. Aus dem Verkauf der ersten Motorsägen und Rasenmäher entwickelte sich ein stattlicher Betrieb, mit eigenem Service und Werkstatt. Zum Sortiment gehören Produkte so namhafter Hersteller wie Stihl, Husquarna und Honda.

Gerd-Jürgen Engbers stieg 1990 als vierte Generation in das Unternehmen ein. In dieser Zeit etablierte sich das Unternehmen als CASE-IH &Steyr A-Händler. Der Bau eines Verkaufspavillons für die Forst- und Gartengeräte wirkte sich verkaufsfördernd aus. 2007 entstand das neue Bürogebäude als Verwaltung für das gesamte Unternehmen. Ein neuer Betrieb mit großzügiger Außenhalle, Werkstatt, Maschinenlager und Ersatzteillager für die Forst- und Gartentechnik entstand. Als einer der ersten Betriebe in Deutschland erhielt Engbers Söhne 2009 eine QMF-Qualifizierung.

Als Meilenstein in der Firmengeschichte gilt im Jahr 2010 die Übergabe der Vertriebsverantwortlichkeit des gesamten Emslands und Teile der Obergrafschaft von der deutschen CASE IH & Steyr Organisation. 2011 entstand in Twist-Rühlerfeld ein neuer Filialbetrieb, um dieser Aufgabe gerecht zu werden.

Mit Schwiegersohn Martin Schüürmann, gelernter Diplomkaufmann, rückte 2016 die fünfte Generation ins Unternehmen. Seit 2017 ist die Engbers Söhne GmbH nun auch A-Händler der JCB Agri Sparte für das Vertriebsgebiet Grafschaft und Emsland.