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Anlegen mit der Formel 50-24-1

Mit dem richtigen Konzept kann man an den Aktienmärkten auch in schwierigen Zeiten zum Erfolg kommen. Claus Husteden, Leiter des Private Banking-Centers der Kreissparkasse Grafschaft Bentheim zu Nordhorn, weiß wie.

Im Iran wurden im vergangenen Jahr Öltanker attackiert, Großbritannien hat sich für den Brexit entschieden, Italien baut weiter an seinem schiefen Schuldenturm und auch im vertrackten Handelskonflikt zwischen den USA und China ist noch keine abschließende Lösung in Sicht. Die lange Liste politischer Probleme stiftet Verunsicherung, die inzwischen auch erkennbare Spuren in der Konjunktur hinterlässt. Hochaktuell und im Moment noch nicht quantifizierbar sind die Auswirkungen, die sich durch den Corona-Virus ergeben. Dieser bestimmt im Moment das Marktgeschehen und hat innerhalb kürzester Zeit zu großen Kursverlusten geführt.

Nicht der Zeitpunkt, sondern die Zeit entscheidet

Solche oder ähnliche Probleme sorgen an den Aktienmärkten immer wieder für Schwankungen und selbst Experten renommierter Großbanken oder Fondsgesellschaften können nicht mit Gewissheit sagen, wann denn für Anleger der beste Zeitpunkt für den Einstieg gekommen ist. Niemand kann das. Aber eigentlich müssen sich Anleger darüber auch nicht den Kopf zerbrechen, findet Claus Husteden von der Sparkasse Nordhorn. „Natürlich fragen mich Kunden derzeit häufig, ob wir an den Märkten gerade eher oben oder unten stehen“, so Husteden aus dem Private Banking. „Aber das ist gar nicht so sehr der Punkt. Wichtiger ist, wie die Kunden damit umgehen, dass sie die Marktrichtung in den kommenden Monaten eben nicht kennen.“

Als Erstes verweist er dabei auf den Faktor Zeit. Rückschläge habe es an den Börsen schon immer gegeben, aber auf lange Sicht seien die Kurse dennoch gestiegen – egal, wann man gekauft hat. „Wenn ich meinen Kunden einen 15-Jahres-Kursverlauf des DAX zeige, erkennt der Kunde, dass es an den Börsen auf und ab geht. Insgesamt konnte der DAX in der Vergangenheit innerhalb dieses Zeitraums regelmäßig überzeugen“, bestätigt Herr Husteden unter Bezug auf die Quelle: Deutsches Aktieninstitut: DAX-Rendite-Dreieck. Deshalb empfiehlt er, die Wertpapieranlage immer als Projekt von Dauer zu betrachten.

Eine Hälfte sofort investieren

Das Argument überzeugt und dennoch möchte kein Anleger sein ganzes Geld genau dann investieren, wenn die Kurse kurz darauf erstmal auf Tauchstation zu gehen drohen. Daher setzen die Sparkassen-Berater auf die Formel 50-24-1: „50 Prozent der geplanten Summe legen die Kunden sofort an. Sollten die Kurse steigen, sind sie mit diesem Geld schon mal dabei. Die andere Hälfte investieren sie Zug um Zug über 24 Monate verteilt. Falls die Märkte abwärts rauschen, kaufen sie mit diesem Teil ihres Vermögens günstig Fondsanteile nach und verbilligen so den Durchschnittspreis.“ In der Vergangenheit kann man sehr schön Entwicklungen sehen, bei denen diese Vorgehensweise sehr vorteilhaft gewesen wäre. Besonders beeindruckend lässt sich dies am Jahr 2008 zeigen.

Anlegen mit der Formel 50-24-1

Langsam in den Markt hinein investieren

Denn im Jahresverlauf 2008 brach die Finanzkrise aus und der DAX verlor in einem Jahr 40 Prozent seines Wertes, um dann jedoch in den Folgejahren wieder deutlich anzusteigen. Ein Einmalanleger, der Anfang 2008 komplett investierte, hätte in 2008 eine schwere Zeit durchlebt, wäre aber zumindest mittlerweile schon im Plus. Ein Anleger, der nach der 50-24-1-Formel investierte, hätte im Januar 2008 begonnen, regelmäßig in Fondsanteile zu sparen. Dabei hätte er von den niedrigeren Kursen in 2008 profitiert und so günstigere Einstandskurse genutzt (sogenannter Cost-Average-Effekt). Diese Art der Risikostreuung zahlt sich regelmäßig mit einem Fondssparplan aus.

Doch was bedeutet eigentlich die ‚1‘ bei 50-24-1? Sie steht für einen weiteren Fondssparplan, der die Einmalinvestition langfristig ergänzt. Die Kurse an den Wertpapiermärkten schwanken immer wieder einmal stärker. Für Anleger ist es daher generell von Vorteil, wenn sie regelmäßig Wertpapiere kaufen, denn das stabilisiert die Rendite.

Kursschwankungen können auch vorteilhaft sein

Die 50-24-1-Formel ist clever, doch sie ist keine Garantie für Gewinne. Herr Husteden: „Zum Beratungsgespräch gehört der Hinweis, dass Kursschwankungen sich auch negativ auf die Anlage auswirken können.“ Als Beispiel dient genau das eben erwähnte Jahr 2008, in dem der DAX 40 Prozent an Wert verlor und somit auch Aktienfonds herbe Einbußen verzeichneten. Doch Husteden ergänzt: „So bitter dieses Jahr war, meine Kunden haben die damaligen Verluste wieder aufgeholt.“ Er stellt in seiner Kundschaft eine breite Zufriedenheit mit Wertpapierinvestments fest – und die Zahl seiner Fondskunden wächst auch in unruhigen Marktphasen. Doch auch zukünftig unterliegen die Kurse Wertschwankungen, so dass Kursverluste nicht ausgeschlossen werden können.

Anlegen mit der Formel 50-24-1