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14.05.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Reformierte Gesamtsynode abgesagt

Kirche in Zeiten der Corona-Pandemie: Die reformierte Gesamtsynode in Nürnberg ist abgesagt worden. Viele Themen, die dort besprochen werden sollten, kommen bei der Herbstsynode wieder auf den Tisch.

Das Moderamen der Gesamtsynode mit unter anderem (von links) Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher, Präses Norbert Nordholt (Schüttorf) und Moderamensmitglied Jakobus Baumann (Stapelmoor) bereiten jetzt die Herbstsynode 2020 in Emden vor. Foto: Hinrich Kuper

Das Moderamen der Gesamtsynode mit unter anderem (von links) Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher, Präses Norbert Nordholt (Schüttorf) und Moderamensmitglied Jakobus Baumann (Stapelmoor) bereiten jetzt die Herbstsynode 2020 in Emden vor. Foto: Hinrich Kuper

LEER Als „Nürnberger Synode“ hätte die Frühjahrs-Tagung der reformierten Kirche (ERK) mit Sitz in Leer, die unter der Leitung von Präses Norbert Nordholt aus Schüttorf in der reformierten St.-Martha-Kirche in der fränkischen Metropole stehen sollte, in die Geschichte der kirchenleitenden Gesamtsynode mit 61 Mitgliedern eingehen können. Doch die staatlichen Maßnahmen und Verordnungen infolge der Corona-Pandemie gelten auch für die sakralen Religionsgemeinschaften und führten bereits frühzeitig zu einer Absage. Was bedeutet das für die Kirchenleitung, die sich sowieso nur zweimal im Jahr trifft, und wird die Synode „nachgeholt“, oder können die Themen bis zur Herbstsynode am 19. und 20. November 2020 warten? „Das ist noch nicht entschieden“, antwortete Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher auf die Fragen der Grafschafter Nachrichten (GN). Je nach Versammlungsvorgaben und räumlichen Möglichkeiten solle das weitere Verfahren entschieden werden. In jedem Fall solle die Herbstsynode stattfinden, vermutlich aber noch unter besonderen Versammlungsbedingungen mit „Abstandsgebot“.

„Kirche, die mich angeht“ war als Schwerpunktthema der abgesagten Frühjahrssynode vorgesehen, die sich traditionell mit theologischen Themen befasst. Dabei hätte es um die Frage gehen sollen, wie mit der Botschaft und den Aktivitäten der Kirche Menschen anzusprechen seien, die mit dem traditionellen „kirchlichen Programm“ eher nicht oder nur sporadisch erreicht werden. „Jetzt, durch Corona, lernen wir in unseren Gemeinden und als Landeskirche unter besonderen „Live“-Bedingungen, dass unsere alternativen gottesdienstlichen Angebote, sowohl ‚digital‘ als auch ‚analog‘, zum Teil mehr und auch andere Menschen erreichen und ansprechen, als die herkömmlichen Gottesdienstformen dies tun“, so Heimbucher, „und wir lernen zum Beispiel, dass oft die Würze in der Kürze liegt.“ Gesetzesvorhaben, wie beispielsweise eine neue Ältestenpredigerordnung oder die Öffnung des Pastorenberufs für Leute aus einem zweiten Bildungsweg, seien ebenfalls für die Tagesordnung in Nürnberg vorgesehen gewesen, müssten jetzt aber wohl bis zum Herbst warten.

Das Moderamen der Gesamtsynode, das als stellvertretende Kirchenleitung zwischen den Synodaltagungen die Geschäfte der Kirche führt und in der Regel monatlich tagt, habe bislang ebenso wie andere landeskirchliche, synodalverbandliche und gemeindliche Gremien mit Videokonferenzen gute Erfahrung gemacht und durch die entsprechende Technik jetzt die Möglichkeiten für Konferenzen erweitert. Auch wenn auf landeskirchlicher Ebene die Erfahrungen genutzt werden sollen, „generell ersetzen kann und wird diese Form der Telekonferenzen das tatsächliche Zusammenkommen eines Gremiums sicherlich nicht,“ so der leitende Theologe der reformierten Kirche, der seit dem 1. November 2013 das Amt ausübt.

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