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22.05.2020, 11:09 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Uni Osnabrück: Studie zu Anhängern von Verschwörungstheorien

Was zeichnet Personen aus, die an den Protesten gegen die aktuellen Versammlungsverbote und Einschränkungen der Grundrechte teilnehmen? Die Osnabrücker Universität wirf ein Schlaglicht auf Kritiker der Corona-Maßnahmen und stellt Studienergebnisse vor.

Die Studie der Uni Osnabrück basiert auf einer Umfrage mit 1000 Teilnehmern. Foto: dpa

Die Studie der Uni Osnabrück basiert auf einer Umfrage mit 1000 Teilnehmern. Foto: dpa

Osnabrück Die Sozialpsychologinnen Professor Dr. Julia Becker und Luisa Liekefett der Universität Osnabrück werteten im Rahmen ihrer Studie Daten von rund 1000 Personen aus, die vom 5. bis 11. Mai an der Umfrage teilgenommen haben und bislang nicht mit dem Corona-Virus infiziert waren. „Nach Auswertung der Daten zeigte sich, dass rund 18 Prozent der Befragten an einem Online-Protest teilnehmen und rund 24 Prozent eine Petition unterschreiben würden, aber nur neun Prozent würden auch auf eine richtige Kundgebung gegen die Einschränkungen gehen. An den Demonstrationen nehmen unterschiedliche Gruppen teil, es gibt die Impfgegner, es gibt Personen, die einfach wütend auf die Politik sind und es gibt dort auch die Rechtspopulisten. Viele unterstützen zudem Verschwörungstheorien und fühlen sich durch die aktuellen Einschränkungen stark bedroht,“ so Professor Becker vom Institut für Psychologie.

Bezogen auf alle 1000 Befragten stellte die Studie weiterhin heraus, dass mindestens ein Drittel der Befragten den Indikatoren der Verschwörungstheorien zustimmt und daran glaubt, dass das Virus im Labor entstanden sei. „Die Personen, die an die Verschwörungstheorien glauben, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie glauben, in einer bedrohlichen Welt zu leben. Sie können außerdem mit Ungewissheit schlecht umgehen, darum sind ihnen Verschwörungstheorien willkommen, weil sie ihnen durch einfache Erklärungen wieder Kontrolle und Gewissheit zurückgeben. Bezogen auf ihre Persönlichkeit neigen sie eher zum Machiavellismus, was bedeutet, dass sie anderen Menschen gegenüber eher misstrauisch sind und ihnen auch eher unethische Mittel recht sind, um Ziele zu erreichen. Meist haben sie nicht so sehr Angst vor dem Virus selbst als vor den gesellschaftlichen Konsequenzen der Pandemie, wie zum Beispiel finanziellen Verlusten. Oft sehen solche Personen keinen Sinn in den ‚Corona-Einschränkungen‘ und halten sich nicht an die ‚Corona-Regeln‘, weil sie sich nicht in ihren Grundrechten einschränken lassen wollen“, so Becker weiter.

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