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12.05.2019, 13:31 Uhr

Tierischer Nachwuchs im Zoo Osnabrück

Stacheln oder flauschiges Fell? Die Kinderstube bei verschiedenen Tierarten sieht ganz unterschiedlich aus. Das können zurzeit auch die Besucher im Zoo Osnabrück beobachten, denn in vielen Tierwelten gibt es Nachwuchs zu vermelden.

Tierischer Nachwuchs im Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück

Von Sebastian Philipp

Osnabrück Nachwuchs gibt es nach Angaben des Zoos beispielsweise bei den nachtaktiven Baumstachlern in der neuen Nordamerika-Tierwelt „Manitoba“. Im dunkel gehaltenen Stall der Tiere können Besucher seit Kurzem den kleinen Matthias entdecken, der meistens schlummernd auf einer Baumwurzel liegt. Das dunkle Stachelkleid des Jungtieres steht in alle Richtungen ab, er hat kleine schwarze Augen und eine große Nase. „Das Jungtier sieht sehr niedlich und fluffig aus – man möchte ihn am liebsten knuddeln. Das geht aber natürlich nicht. Denn das, was aussieht wie ein wuscheliges Fell, sind tausende Stacheln, die bereits jetzt unangenehm piksen würden“, wird Revierleiterin Tanja Boss in einer Mitteilung des Zoos zitiert. Direkt nach der Geburt sind die Stacheln noch etwas weicher, härten aber schnell aus. Daher müssen Tierarzt und Pfleger den Nachwuchs möglichst früh untersuchen und das Geschlecht ermitteln – bevor es zu unangenehm wird. Das kleine Männchen kam am 27. April zur Welt, wurde einen Tag später direkt untersucht und – nachdem das Geschlecht feststand – auf den Namen „Matthias“ getauft. „Wir freuen uns natürlich riesig über das Jungtier, es ist schließlich unser erster Nachwuchs bei den Baumstachlern. Sie sind erst im letzten Jahr zu uns gezogen. Wir sammeln Erfahrungen und tauschen uns mit anderen Zoos über die Aufzucht aus, da die Jungtiere recht empfindlich sind“, erklärt Boss.

Tierischer Nachwuchs im Zoo Osnabrück

Nachwuchs gibt es nach Angaben des Zoos beispielsweise bei den nachtaktiven Baumstachlern. Foto: Zoo Osnabrück/Svenja Vortmann

Junge Baumstachler sind direkt nach der Geburt bereits relativ selbstständig und nehmen schon nach wenigen Tagen feste Nahrung zu sich, werden aber noch weiter gesäugt. Zu Beginn liegen sie viel auf Wurzeln und Ästen und schlafen, die Mutter kommt meist nur zum Säugen zu ihrem Zögling. Der Vater kümmert sich hingegen gar nicht um seinen Nachwuchs. Das sei aber ganz normal und das Osnabrücker Männchen Manfred sei sehr ruhig und entspannt – genau wie Mutter Mechtild, verrät Tanja Boss.

Immer an „Mamas Rockzipfel“

Ein paar Ecken weiter im „Südamerika-Areal“ kam am 16. April auch ein neuer Zoobewohner auf die Welt: Mit großen Augen schaut sich der kleine Totenkopfaffe um und greift mit seinen langen dünnen Fingern nach allem, was ihm interessant erscheint: „Die Jungtiere sind neugierig und wollen ihre Umwelt kennenlernen, deshalb ertasten sie die verschiedenen Materialien um sich herum und lernen zum Beispiel, was essbar ist und was nicht“, so Tierpflegerin Anja Leimkuhle. Im Gegensatz zu den Baumstachlern kümmern sich die Totenkopfaffen sehr intensiv um ihren Nachwuchs: Das Jungtier ist immer auf dem Rücken mit unterwegs und klammert sich dabei fest mit Armen, Beinen und Schwanz an den Bauch seiner Trägerin. Neben der Mutter kümmern sich auch andere Weibchen, mit denen sich die Mutter gut versteht, um den Nachwuchs: „Manchmal reißen sich die Tiere regelrecht darum, wer das Jungtier tragen darf – da wollen alle gern mal ran“, sagt Leimkuhle. Das hat für die Primaten ganz praktische Gründe: So erlernen die anderen Weibchen in der Gruppe die Jungenaufzucht und sammeln Erfahrungen für ihren eigenen Nachwuchs. Von dem könnte es in der Gruppe im Zoo Osnabrück bald mehr geben, verrät Tierpflegerin Anja Leimkuhle: „Wir rechnen mit weiteren Jungtieren, sodass wir hoffentlich bald einen kleinen Kindergarten bei den Totenkopfaffen beobachten können. Darüber freuen wir uns ganz besonders, da das Männchen Tatti erst 2018 zu uns kam und dies sein erster Nachwuchs ist.“

Tierischer Nachwuchs im Zoo Osnabrück

Baby on Board: Der junge Totenkopfaffe im Zoo Osnabrück wird noch von seiner Mutter und anderen Weibchen auf dem Rücken getragen. Mit großen Augen beobachtet er sein Zuhause im „Südamerika-Areal“ des Zoos. Foto: Zoo Osnabrück/Svenja Vortmann

Liegen, trinken und schlafen

Trotz wackeliger Beine wird der Nachwuchs im nordischen „Kajanaland“ nicht getragen, sondern musste direkt nach der Geburt selber laufen: Am 1. Mai wurde hier ein kleines Rentierweibchen geboren und von den Tierpflegern auf den Namen Nala getauft. „Wenn Nala nicht gerade auf wackeligen Beinen der Herde hinterher stakst, liegt sie oft in einer geschützten Ecke und schläft. Die Mutter ist dann meist nicht weit entfernt, um den Nachwuchs im Auge zu behalten und ihn zu säugen“ wird Tierpflegerin Melanie Marks zitiert. Mit der Zeit wird Nala aktiver, läuft immer häufiger mit der Gruppe mit und wird sich an der ersten festen Nahrung versuchen.

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