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01.07.2020, 12:35 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Polizei Osnabrück warnt vor betrügerischen Inseraten

Vor einer Betrugsmasche mit Kautionen für nicht existierende Ferienhäuser und Wohnungen warnt die Polizei. Symbolfoto: dpa

Vor einer Betrugsmasche mit Kautionen für nicht existierende Ferienhäuser und Wohnungen warnt die Polizei. Symbolfoto: dpa

Osnabrück Das Angebot mit falschen Ferienhäusern oder Mietwohnungen im Internet ist immer wieder ein Thema. Auch in den letzten Wochen und Monaten gab es solche Fälle in der Polizeidirektion Osnabrück, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln. „Da hat man endlich das Traumferienhaus gefunden beziehungsweise eine Wohnung für eine Städtereise oder für den neuen Job gebucht, das Geld bezahlt – um dann festzustellen: Das Haus gibt es gar nicht oder der angebliche Vermieter ist in Wahrheit ein Betrüger“, heißt es von der Osnabrücker Polizei. Sie warnt zu Beginn der Sommerferien vor der Masche der Täter und gibt Tipps, wie man sich vor Betrügereien und Enttäuschungen bei der Buchung von Mietobjekten über das Internet schützen kann.

Gauner wollen Kaution einstreichen

„In der Polizeidirektion gab es in den letzten sechs Monaten einige solcher Fälle. Nicht alle Taten führten zu einem finanziellen Schaden, einige blieben im Versuchsstadium stecken“, erzählt Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück. Er berichtet: „In einem Fall versuchte ein mutmaßlicher Betrüger unter dem Vorwand, eine Wohnung auf Borkum zu vermieten, zwei Monatsmieten als Kaution im Voraus von einem Interessenten zu bekommen – ohne Erfolg. Bei einem anderen Fall buchte der Anzeigenerstatter online bei „Airbnb“ ein Apartment in Stuttgart. Um einen Besichtigungstermin zu bekommen, musste er sich registrieren und zwei Monatsmieten als Kaution überweisen. Bei dem anberaumten Besichtigungstermin stellte sich jedoch heraus, dass es Apartments an der Adresse gar nicht gab, sondern nur ein Mehrparteienhaus für betreutes Wohnen.

Dem Betrugsopfer aus dem Landkreis Emsland entstand ein Schaden von über 3000 Euro. In einem weiteren Fall hatte ein Betrugsopfer aus dem Landkreis Osnabrück im Internet ein Wohnungsinserat gefunden. Die Kaution von 1600 Euro wurde auf ein ausländisches Konto überwiesen. Anschließend sollte die Besichtigung stattfinden. Der Kontakt brach allerdings abrupt ab. In einem weiteren Fall bekam die Anzeigenerstatterin aus Ostfriesland auf ihre Anzeige bei „Ebay-Kleinanzeigen“ ein Angebot, eine Wohnung in Bonn zu mieten. Nachdem sie die Kaution und eine Monatsmiete für die Wohnung überwies, meldete sich der Täter nicht mehr. Die Schadenshöhe liegt bei über 2000 Euro.“

Vorsicht bei Vorkasse

Ob die Anzeige für eine Ferienwohnung oder ein Wohnungsinserat unseriös oder betrügerisch ist, ist laut Ellermann auf den ersten Blick nicht immer gleich zu erkennen. Als wesentliches Kennzeichen für Betrugsversuche benennt er die Aufforderung, den Gesamtpreis für die Miete sofort im Voraus zu zahlen. Wird der Betrag dann einfach überwiesen, ist dieses Geld in der Regel unwiederbringlich verloren. Ellermann empfiehlt, per Lastschrift oder mit Kreditkarte zu bezahlen, denn „dann kann man das Geld im Betrugsfall meist wieder zurückholen.“ Und er hat einen weiteren Tipp für Urlauber: „Betrüger verlangen gerne die Zahlung mittels Bargeldtransferdiensten wie ,Western Union‘ oder ,Money Gram‘. Diese ermöglichen den Zahlungsempfängern, unerkannt zu bleiben. Vor der Verwendung dieser Bezahlmethode ist deswegen größte Vorsicht geboten.“

Eine Möglichkeit, sich vor Betrug zu schützen, ist Ellermann zufolge der Anruf beim Vermieter oder bei der Vermittlungsagentur. „Die Betrüger vermeiden Telefonate, da sie schnell enttarnt werden können. Wer also immer nur den Anrufbeantworter erreicht oder immer nur das Besetztzeichen hört, sollte die Finger von dem Angebot lassen“ so der Polizeisprecher. Als weitere Indizien für betrügerische Maschen nennt er ein paar Beispiele: „Es ist nur eine E-Mail-Adresse angegeben und es fehlen Name, Adresse und Telefonnummer des Vermieters. Stutzig werden sollte man außerdem bei allzu niedrigen Mietpreisen und wenn die Adresse des Mietobjekts nicht genannt wird. Bei privaten Vermietungen sollte in einer Online-Karte nachgeschaut werden: Steht unter der angegebenen Adresse überhaupt ein Haus? Ein Vergleich mit anderen Angeboten in der Gegend gibt Aufschluss darüber, ob der Preis realistisch erscheint. Auch bei vertrauenswürdigen Vermietern sollte man nur buchen, wenn eine detaillierte Beschreibung der Ferienwohnung oder des Ferienhauses vorliegt – also nicht nur die Anzahl der Zimmer und Betten, sondern auch Details zur Ausstattung oder Lage.

Die Polizei rät:

Nie den vollen Preis im Vorauszahlen.

Geld nicht überweisen, sondern wenn möglich per Lastschrift oder Kreditkarte zahlen.

Vor der Buchung anrufen und nur buchen, wenn der Vermieter beziehungsweise die Vermittlungsagentur persönlich erreicht wurden.

Alle Abmachungen schriftlich festhalten.

Impressum genau überprüfen, gegebenenfalls bei Vermittlungsagenturen und Ferienhausverbänden oder bei der örtlichen Tourismus-Organisation nachfragen.

Bei einem Betrugsverdacht umgehend den Betreiber des Anzeigenportals informieren.

Finger weg von ungewöhnlichen Konditionen.

Immer Preise vergleichen – ist das Angebot außergewöhnlich günstig, eher misstrauisch sein.

Über eine verschlüsselte Verbindung buchen (https).

In jedem Fall Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

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