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23.01.2018, 10:23 Uhr

Osnabrücker Fußballer wegen Spielmanipulation angeklagt

Zwei ehemalige und ein derzeitiger Spieler des VfL Osnabrück müssen sich vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet: Spielmanipulation und versuchter Erpressung. Zuvor hatte das Amtsgericht eine Anklage abgelehnt. Das Landgericht sah das anders.

Osnabrücker Fußballer wegen Spielmanipulation angeklagt

Das Landgericht Osnabrück hat Anklage gegen zwei ehemalige und einen derzeitigen Spieler des VfL Osnabrück zugelassen. Symbolfoto: Werner Westdörp

gn Osnabrück. Das Landgericht Osnabrück hat in einer Beschwerdesache wegen Spielmanipulation und versuchter Erpressung die Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen zwei ehemalige und einen derzeitigen Spieler des VfL Osnabrück zugelassen. Das Hauptverfahren ist nunmehr vor dem Amtsgericht Osnabrück eröffnet, wie das Landgericht am Dienstag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, Spieler und Entscheidungsträger der Wettbewerbsgegner SV Werder Bremen II und RW Erfurt vor der letzten Drittliga-Partie der Saison 2016/2017 kontaktiert zu haben. Die Kontaktaufnahme sei mit dem Ziel der Spielmanipulation gegen einen Vermögensvorteil erfolgt. Da im abschließenden Heimspiel des VfL Osnabrück keinerlei Aufstiegschance mehr bestanden habe, sei das Spiel für den VfL Osnabrück sportlich bedeutungslos gewesen, während für die Mannschaften aus Bremen und Erfurt – je nach Ausgang der letzten noch zu spielenden Partien – noch der Abstieg gedroht habe. Einem der Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft auf dieser Grundlage versuchte Erpressung in drei Fällen vor, den beiden weiteren Angeklagten versuchte Erpressung in jeweils einem Fall.

Landgericht teilt Auffassung des Amtsgerichts nicht

Das Amtsgericht hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Für eine versuchte Erpressung liege kein hinreichender Tatverdacht vor. Die neu in Kraft getretene Strafvorschrift des § 265 d StGB „Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben“ sei nicht einschlägig.

Diese Einschätzung teilte das Landgericht nicht. Vielmehr liegt nach Auffassung des Landgerichts auch ein hinreichender Tatverdacht bezüglich einer Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben vor. Die Vorschrift des § 265 d StGB erfasst von seinem Wortlaut her nur Manipulationen „zugunsten des Wettbewerbsgegners“. Typischerweise wird dabei zugunsten des Wettbewerbsgegners das Verlieren eines Spiels der eigenen Mannschaft in Aussicht gestellt oder herbeigeführt.

Nach der landgerichtlichen Entscheidung ist aber auch die vorliegende Fallkonstellation unter die Gesetzesvorschrift zu fassen. Denn es bestehe der Verdacht, dass die Angeklagten in Aussicht gestellt hätten, ohne entsprechende Gegenleistung keinen vollen Einsatz für den Sieg zu erbringen. Für den Fall des Zustandekommens der Vereinbarung wäre dadurch zugunsten der in der gleichen 3. Liga spielenden Wettbewerbsgegner SV Werder Bremen II und RW Erfurt ein Klassenabstieg möglicherweise verhindert und ein anderer Spielpartner der 3. Liga in den Abstieg geschickt worden.

Prozessauftakt bisher unklar

Die Angeklagten seien verdächtig, zumindest billigend die Vorstellung hervorgerufen zu haben, sich im Falle einer abschlägigen Antwort nicht in gleichem Maße für den eigenen sportlichen Erfolg einzusetzen. Daneben bestehe ein hinreichender Tatverdacht hinsichtlich des Straftatbestandes der versuchten Erpressung.

Aufgrund der nunmehr getroffenen Beschwerdeentscheidung ist das Hauptverfahren vor dem Amtsgericht Osnabrück eröffnet; die Hauptverhandlung wird vor dem Amtsgericht Osnabrück stattfinden. Ein Termin ist noch nicht anberaumt.

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