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05.03.2019, 11:46 Uhr

LKA nimmt zwei Geldautomatensprenger der „Audi-Bande“ fest

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat in Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei zwei mutmaßliche Geldautomatensprenger festgenommen. Sie sollen der „Audi-Bande angehören“. Dieser Gruppe wird auch die Sprengung in Schüttorf zugeschrieben.

LKA nimmt zwei Geldautomatensprenger der „Audi-Bande“ fest

Splitter und ein Schild mit der Aufschrift „Geldautomat“ liegen auf dem Fußboden vor einem gesprengten Geldautomaten in einem Einkaufszentrum. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover am Dienstag mitteilte, rechnen die Polizisten die beiden Festgenommenen einer Tätergruppe, der sogenannten „Audi-Bande“, aus dem Großraum der niederländischen Stadt Utrecht zu. Der „Audi-Bande“ wird auch die Sprengung des Geldautomaten in Schüttorf zugeschrieben.

Gasflasche explodiert, Wohnhaus zerstört

Einem 25-Jährigen werfen die Ermittler zwei Sprengungen vor. In Weener flog in der Nacht auf den 20. Oktober 2017 der Geldautomat in der Filiale einer Deutschen Bank in die Luft; im März 2018, in der Nacht auf Ostersamstag, soll der Verdächtige mit weiteren Tätern einen Geldautomaten im nordrhein-westfälischen Spenge gesprengt haben. Hier explodierte nach der Tat eine Gasflasche; durch die gewaltige Detonation wurde das angrenzende Wohnhaus in weiten Teilen zerstört. Das Fluchtfahrzeug, ein hochmotorisierter Audi, wurde in Melle gefunden.

Der 25-Jährige war bereits wenige Monate nach der Tat in den Niederlanden festgenommen worden. Jedoch verzögerte sich die Auslieferung nach Deutschland, da gegen den Tatverdächtigen im Nachbarland noch zwei Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge und Hehlerei anstehen. Erst am 14. Februar 2019 wurde der Mann den niedersächsischen Behörden überstellt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück erließ ein Richter des dortigen Amtsgerichts Haftbefehl; der Verdächtige sitzt nun in Untersuchungshaft.

Einen zweiten Mann fasste die Polizei am 19. Februar im niederländischen s´Hertogenbosch. Der 28-Jährige war per europäischem Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Braunschweig gesucht worden. Er steht im Verdacht, am 21. April des vergangenen Jahres zusammen mit drei noch flüchtigen Komplizen einen Geldautomaten in Wolfenbüttel gesprengt zu haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei zwei Pistolen des Kalibers 9 mm.

Nach LKA-Angaben gab es im vergangenen Jahr 54 Sprengungen von Geldautomaten in Niedersachsen; in 37 Fällen blieb es beim Versuch. Die Sonderermittler gehen von mehreren Tätergruppierungen aus: Darunter sind eine rund 350 Personen starke Gruppe aus den Niederlanden, eine aus Polen sowie Gruppierungen, bei denen es sich um Nachahmungstäter beziehungsweise örtliche Täter handelt.

Im Frühjahr 2018 hatten die Staatsanwaltschaften aus Arnheim, Aachen und Osnabrück zusammen mit dem LKA Niedersachsen, dem LKA Nordrhein-Westfalen und der Polizei in Enschede ein Joint Investigation Team (JIT) gebildet, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu erleichtern.

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