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27.08.2020, 10:36 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

IHK: Mehr Firmenpleiten im ersten Halbjahr

Einen Anstieg der Insolvenzanträge um etwa 20 Prozent verzeichnet die IHK im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Symbolfoto: dpa

Einen Anstieg der Insolvenzanträge um etwa 20 Prozent verzeichnet die IHK im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Symbolfoto: dpa

Osnabrück Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Wirtschaftsregion Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim steigt leicht an. Im ersten Halbjahr des Jahres haben 81 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt – rund 20 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019. Im Landesdurchschnitt blieb die Zahl der Insolvenzanträge hingegen nahezu unverändert. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der amtlichen Statistik durch die Industrie- und Handelskammer (IHK). Betroffen sind vor allem die Bereiche Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe. Während in der Region Osnabrück sogar weniger Insolvenzen registriert wurden, stieg die Zahl der insolventen Unternehmen in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim deutlich an.

IHK erwartet Anstieg bei Insolvenzen

Nach Einschätzung der IHK zeigt sich die Corona-Krise in der amtlichen Insolvenzstatistik allerdings bislang noch nicht in voller Wucht, weil der Gesetzgeber die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags bis zum 30. September ausgesetzt hat. Mit dieser Regelung sollen in Bedrängnis geratene Unternehmen die nötige Zeit erhalten, um staatliche Hilfen zu beantragen und ihre Sanierungsbemühungen voranzutreiben. Hinzu kommt, dass die Insolvenzstatistik stets die Vergangenheit abbildet, also gewissermaßen einen Blick in den Rückspiegel darstellt. Insofern werden nach laut IHK die genauen Auswirkungen der Corona-Krise wohl erst im zweiten Halbjahr und im kommenden Jahr sichtbar werden.

Kammer gegen Fristverlängerung der Insolvenzantragspflicht

Den aktuellen Beschluss des Koalitionsausschusses, die Unternehmen hierzulande noch bis Ende des Jahres von der Insolvenzantragspflicht zu befreien, sieht die IHK kritisch. Eine Verlängerung der Frist würde nach Einschätzung der Kammer einseitig zulasten der Gläubiger gehen und damit weitere Unternehmen gefährden. Unternehmen sollten frühzeitig reagieren, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung drohen. Für Unternehmen in Schwierigkeiten gibt es ein Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dieses Programm können die Unternehmen auf www.bafa.de beantragen. Leitstellen wie die DIHK Service GmbH in Berlin unterstützen das BAFA bei seiner Arbeit. Als Regionalpartner der DIHK Service GmbH informiert die IHK Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim Antragsteller aus der Region in einem Gespräch über die Förderung.

Für Fragen zur BAFA steht Enno Kähler unter Telefon 0541 353-316 oder per E-Mail an kaehler@osnabrueck.ihk.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es auf www.osnabrueck.ihk24.de.

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