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05.09.2019, 17:37 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Ausstellung: „Codex Gisle“ legt scharfen Endspurt ein

Zum Endspurt der Ausstellung „Gebundene Pracht“ möchte das Diözesanmuseum Osnabrück noch einmal punkten: Der „Codex Gisle“, eine der bedeutendsten mittelalterlichen Handschriften aus dem deutschen Nordwesten, wird bis zum 22. September zu sehen sein.

Die Handschrift im kritischen Blick: Silke Dohms vom Zollamt Fledder begutachtet gemeinsam mit Museumsdirektor Hermann Queckenstedt und der Historikerin Urszula Ornat den Zustand des Codex Gisle. Foto: Hermann Pentermann

Die Handschrift im kritischen Blick: Silke Dohms vom Zollamt Fledder begutachtet gemeinsam mit Museumsdirektor Hermann Queckenstedt und der Historikerin Urszula Ornat den Zustand des Codex Gisle. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück Wer das Original noch einmal in Augenschein nehmen möchte, sollte sich die Restlaufzeit vormerken: „Um das kostbare Werk zu schonen, werden wir es danach vorläufig nicht mehr öffentlich zeigen“, erklärt Museumsdirektor Dr. Hermann Queckenstedt und verweist darauf, dass die Handschrift nach verschiedenen nationalen und internationalen Ausleihen und angesichts der Verfügbarkeit eines hochwertigen Faksimiles in den nächsten Jahren im Depot unter Verschluss bleiben wird.

Den Rücktransport aus Los Angeles hat Historikerin Urszula Ornat vom Diözesanmuseum als Kurierin begleitet, wobei der Codex nach dem vor drei Jahren erlassenen Kulturgutschutzgesetz eine Ausfuhrgenehmigung des Zolls benötigte. Entsprechend der Vorgaben überwachte Silke Dohms als Einfuhrleiterin des Zollamtes Fledder sowohl die Abreise im Mai als auch die Öffnung der klimatisierten Transportkiste nach der Rückkehr in die Museumsräume.

Die studierte Museumskundlerin und Kunsthistorikerin ist in ihrer Behörde eine Exotin, deren Expertise immer wieder bei internationalen Leihanfragen an Museen der Region gefragt ist: „So etwas kommt drei bis viermal im Jahr vor und ist für mich als Kunsthistorikerin ein angenehmes Geschäft“, freut sich die Kulturwissenschaftlerin über den gelegentlichen Brückenschlag in ihre akademische und berufliche Vergangenheit. Nach dem Studium in Leipzig arbeitete sie nämlich zunächst für drei Jahre im Deutschen Hygienemuseum in Dresden, bevor sie zum Zoll und 2002 nach Osnabrück ging. Gemeinsam mit dem Museumsteam stellte sie beim Ortstermin fest, dass die Handschrift wohlbehalten zurückgekehrt ist.

Der Codex Gisle sowie die Faksimiles der Sonderausstellung stehen am Freitag, 6. September, ab 14 Uhr im Mittelpunkt eines Themennachmittags, den der Quaternio Verlag Luzern veranstaltet. Zunächst wird Clarissa Rothacker letztere aus den Vitrinen holen, um in einer einstündigen „Führung“ manch faszinierendes Detail in den Blick zu nehmen und die Besucher unter anderem im Speyerer Evangelistar, im Bamberger Psalter oder im kleinformatigen Gebetbuch der Claude de France blättern zu lassen. Nach einer Kaffeepause erschließt der Berliner Mittelalter-Historiker Dr. Ralf Lützelschwab ab 16.30 Uhr in seinem Vortrag „Von Nonnen und Neumen“ im Priesterseminar die zisterziensische Spiritualität und Entstehungswelt des Codex Gisle im späten Mittelalter. Anmeldungen nimmt das Diözesanmuseum Osnabrück unter Telefon 0541 318481 oder per Mail an
museum@bistum-os.de.

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