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07.02.2018, 11:18 Uhr

Anklage wegen Betrugs mit Aufladecodes für Mobiltelefone

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat gegen zwei 25-Jährige Anklage erhoben, die Betrug mit Aufladekarten für Mobilfunktelefone begangen haben sollen. Die Angeklagten sollen Mitglied einer Bande gewesen sein.

Anklage wegen Betrugs mit Aufladecodes für Mobiltelefone

Eine Bande hat sich Aufladenummern für Prepaid-Mobiltelefone ergaunert. Symbolfoto: Wolfram Steinberg

gn Osnabrück. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Staatsanwaltschaft Osnabrück hat nach langwierigen und umfangreichen Ermittlungen Anklage gegen zwei 25-jährige Angeschuldigte wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betruges mit Aufladecodes für Mobiltelefone in 112 Fällen zum Landgericht Osnabrück erhoben. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Die Anklageschrift wirft dem jungen Mann und der jungen Frau vor, zwischen August und Dezember 2015 Mitglieder einer Gruppierung gewesen sein, deren Ziel es war, die Aufladecodes für Mobiltelefone bei Ausgabestellen wie Tchibo, Edeka, Kiosken oder Tankstellen durch Betrug zu erlangen und zu Geld zu machen. Dazu sollen zunächst im genannten Zeitraum unbekannte Mittäter in 112 Fällen Ausgabestellen – auch in Osnabrück – angerufen und sich dort als Mitarbeiter von E-Plus, Edeka oder einer anderen Stelle mit Bezug zu dem Vertrieb der Aufladecodes ausgegeben haben.

In den Telefonaten sollen die Angestellten der Ausgabestellen dann unter einem frei erfundenen Vorwand (z. B. Ungültigkeit einzelner Codes) dazu gebracht worden sein, eine große Anzahl von Aufladecodes telefonisch an die Mittäter durchzugeben. Um die zuvor behauptete Scheinidentität zu untermauern, hätten die Anrufer die übertragene Rufnummer manipuliert und im Telefondisplay der angerufenen Ausgabestelle jeweils die Rufnummer der von ihnen behaupteten Anrufstelle (z. B. Hotline von E-Plus, Tchibo, Edeka etc.) erscheinen lassen.

Aufkommende Zweifel bei den Angestellten sollen die Anrufer durch ihr selbstbewusstes Auftreten, detaillierte Kenntnisse über die internen Abläufe im Umgang mit Aufladecodes sowie den Verweis auf die im Display ersichtliche Rufnummer zum Verstummen gebracht haben. Die ertrogenen Aufladecodes sollen dann durch die Anrufer weitergeleitet und durch die beiden Angeschuldigten sowie weitere Mittäter eingelöst worden sein. Dabei soll der jeweils Einlösende mit den Codes SIM-Karten aufgeladen haben, die in eine Vielzahl von Mobiltelefonen eingelegt waren. Die aufgeladenen SIM-Karten sollen dann durch die „Einlöser“ zur Bezahlung von diversen Geschäften, u. a. dem Ankauf von Bitcoins, verwendet worden sein.

Die beiden Angeschuldigten sollen als Mitglieder der Bande selbst Aufladecodes in einem Gesamtwert von etwa 50.000 Euro eingelöst haben. Der durch die angeklagten Taten verursachte Gesamtschaden beläuft sich auf über 90.000 Euro.

Das Landgericht Osnabrück muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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