21.07.2020, 09:01 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Zoll vermutet Schwarzarbeit in Obergrafschafter Imbiss

Der Zoll ermittelte gegen den Betreiber eines Imbisses in der Obergrafschaft. Foto: Zoll

Der Zoll ermittelte gegen den Betreiber eines Imbisses in der Obergrafschaft. Foto: Zoll

Osnabrück Nach monatelangen Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Osnabrück sind nun gegen Inhaber und Beschäftigte eines Gaststättenbetriebes aus der Obergrafschaft Strafverfahren wegen Hinterziehung von Sozialabgaben und Betruges eingeleitet worden.

Begonnen hatten die Ermittlungen nach Angaben der Behörde bereits 2019. Bei einer Durchsuchung im Juni dieses Jahres beschlagnahmten die Fahnder umfangreiche Beweismaterialien und vernahmen mehrere Arbeitskräfte. Außerdem beobachteten die Ermittler den Betrieb über einen längeren Zeitraum. „Dabei stellte sich heraus, dass zwischen November 2017 und Dezember 2019 das eingesetzte Personal in dem Imbissbetrieb überwiegend schwarz beschäftigt war“, berichtet der Zoll am Dienstagmorgen.

Mehr als 2000 Euro schwarz verdient?

So sollen einige Arbeitnehmer Arbeitslosengeld II bezogen und beim Sozialleistungsträger angegeben haben, dass sie ein monatliches Einkommen von 100 Euro erhielten. „In Wirklichkeit arbeiteten sie teilweise 250 Stunden im Monat – was bei dem Mindestlohn aus 2018 einem Monatslohn von rund 2210 Euro entsprechen würde. Die hierfür erforderlichen Sozialversicherungsabgaben sind vom Arbeitgeber nicht abgeführt worden“, heißt es vom Zoll.

Wie die Zöllner weiterhin ermittelten, besteht der Verdacht, dass der Betrieb zwar vom Inhaber formell geführt worden ist, während alle unternehmerischen Entscheidungen vom Vater getroffen wurden, der das Unternehmen in finanzieller, organisatorischer und personeller Hinsicht vermutlich leitete. „Zudem war der Vater selbst bei dem Imbissbetrieb als geringfügig Beschäftigter zur Sozialversicherung angemeldet und bezog gleichzeitig Leistungen vom Jobcenter. Dem Leistungsträger hatte er mitgeteilt, dass er dort ein monatliches Einkommen in Höhe von 100 Euro erhält“, berichtet der Zoll.

Zoll leitet Strafverfahren ein

Die Beamten leiteten gegen den Inhaber ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt ein. Gegen drei seiner Arbeitnehmer sind Strafverfahren wegen Betruges eingeleitet worden, da sie Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts zu Unrecht aufgrund falscher Angaben bezogen haben sollen. Das Ermittlungsergebnis soll in Kürze der Staatsanwaltschaft Osnabrück vorgelegt werden.

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