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19.12.2018, 10:48 Uhr

VHS-Leiter verlässt die Grafschaft

Zum 1. Mai 2019 wird Dr. Tobias Pischel de Ascensão seine Tätigkeit als Direktor der Volkshochschule Grafschaft Bentheim aufgeben und die Geschäftsführung der VHS der Stadt Osnabrück übernehmen.

VHS-Leiter verlässt die Grafschaft

VHS-Direktor Dr. Tobias Pischel de Ascensão. Foto: Volkshochschule Grafschaft Bentheim

Von Thomas Kriegisch

Nordhorn Pischel de Ascensão war mit einer Unterbrechung rund 13 Jahre lang für die Grafschafter VHS tätig, die vergangenen drei Jahre als Leiter. An der Osnabrücker VHS hatte er 1996 seine berufliche Karriere begonnen. Im GN-Gespräch begründete er seinen Wechsel mit den Worten: „Wenn ich noch einen Traumjob hatte, dann den als Leiter einer Volkshochschule in der Großstadt. Die Osnabrücker Einrichtung spielt schon in einer anderen Liga. Mit meiner Rückkehr schließt sich nun der Kreis“. Auch wenn er beruflich seit Jahren in Nordhorn tätig war, hatte Pischel seinen Lebensmittelpunkt ununterbrochen in Holzhausen bei Osnabrück, wo der 50-jährige Vater von zwei Kindern mit seiner Familie lebt und bisher täglich als Berufspendler unterwegs war.

Der scheidende VHS-Direktor betonte, dass er den Eigenbetrieb des Landkreises Grafschaft Bentheim nicht im Streit oder aus Unzufriedenheit verlasse. Rückblickend habe er sehr gerne in Nordhorn gearbeitet und als VHS-Leiter einiges auf den Weg bringen können. Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Auch aus der Kreisverwaltung war Bedauern über den Wechsel des VHS-Chefs zu hören. Mit einer bundesweiten Ausschreibung macht sich der Landkreis ab dem kommenden Wochenende nun auf die Suche nach einer potenziellen Neubesetzung.

Seine ersten Erfahrungen in der Erwachsenenbildung hatte Pischel als Englischdozent bereits in den 1990er Jahren an der Osnabrücker VHS sammeln können. An seiner neuen Aufgabe reizt ihn, ein breites Publikum in einer Universitätsstadt zu erreichen. Als Herausforderung sieht er den demografischen Wandel, der jetzt schon Auswirkungen auf das VHS-Personal hat, ein sich veränderndes Publikum und das große Thema Digitalisierung: „Wir stehen ganz am Anfang und werden uns den Chancen und Risiken stellen.“

Das Thema Digitalisierung in Lehre und Weiterbildung sieht Pischel auch als große Zukunftsaufgabe für die Grafschafter VHS. Hinzu komme das „Megathema“ Fachkräftemangel, von dem die VHS auch hier selbst betroffen sei. Erhalten bleibe der VHS in den nächsten Jahren zudem die Integration von Neubürgern, zu der unter Pischels Regie die Mitarbeiter – und auch andere Grafschafter Bildungseinrichtungen – nach der Flüchtlingswelle von 2015/2016 im Landkreis flächendeckende Strukturen der Unterrichtsversorgung aufgebaut hatten. Und nach wie vor ungelöst bleibt für die VHS in Nordhorn das Thema Raumnot, sagt der noch amtierende Direktor.

Zum 1. Mai nimmt Pischel seine neue Arbeit auf. Am 1. Juli wird er dann offiziell die Geschäftsführung der städtischen VHS als Geschäftsführer und Nachfolge von Dr. Carl-Heinrich Bösling übernehmen, der nach Mitteilung der Stadt Osnabrück mit 66 Jahren die Leitung abgibt. Die Stellenausschreibung der Osnabrücker VHS sei auf eine große bundesweite Resonanz gestoßen, berichtet die Hasestadt: Neben Führungserfahrungen, pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen mussten die Bewerber auch nachweisen, dass sie die „profilierte politische Bildungsarbeit“ der VHS fortsetzen können. Auf den neuen Leiter aus der Grafschaft freue man sich nun besonders: „Tobias Pischel ist mit seinem Studium und seiner Berufserfahrung bestens auf die kommenden Aufgaben vorbereitet und auch von seiner Biografie her stark in der VHS und in der Stadt verwurzelt.“ Mit ihm komme ein Mann mit langjähriger Erfahrung in der Erwachsenenbildung .

Tobis Pischel de Ascensão hat in Osnabrück, Hannover und den USA Biologie und Englisch studiert und in englischer Sprachwissenschaft promoviert. Er war Direktor der VHS Ibbenbüren und seit 2015 Direktor der Grafschafter VHS. Einstimmig hatte vor drei Jahren der Kreisausschuss beschlossen, ihm die Nachfolge des in jungen Jahren verstorbenen VHS-Leiters Peter Koop zu übertragen. Mit den Verhältnissen in Nordhorn und in der Grafschaft war Pischel da bereits bestens vertraut: Von 2002 bis 2009 war er Fachbereichsleiter für Sprachen und von 2009 bis 2012 stellvertretender Direktor der VHS Grafschaft Bentheim.

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