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26.02.2020, 12:14 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

So will die Gesundheitsregion die Grafschaft gesünder machen

Ärzteversorgung, Babylotsen, Suizidgefahr bei jungen Erwachsenen und Gesunde Entwicklung im Grundschulalter – das sind nur einige Themen, die bei der neunten Sitzung der Steuerungsgruppe der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim angesprochen wurden.

Bei dem Projekt Drago’s Dschungel-Abenteuer des Kreissportbundes ist die Fitness von Grundschülern – auf dem Foto in Lohne –getestet worden. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse vorgestellt. Archivfoto: J. Lüken

Bei dem Projekt Drago’s Dschungel-Abenteuer des Kreissportbundes ist die Fitness von Grundschülern – auf dem Foto in Lohne –getestet worden. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse vorgestellt. Archivfoto: J. Lüken

Nordhorn Zwei neuen Präventionsprojekten hat die Steuerungsgruppe der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim bei seiner jüngsten Sitzung im Nordhorner Rathaus grünes Licht für die Beantragung von Fördermitteln durch die Gesundheitsregion Niedersachsen gegeben. Auch das Thema Ärzteversorgung beschäftigt die Gesundheitsregion nach wie vor.

Gitta Mäulen, Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit, stellte die verschiedenen Vorhaben zur Ärzteversorgung, unter anderem Stipendien und Umzugsbeihilfen, vor, und betonte die „hervorragende Zusammenarbeit mit dem Grafschafter Ärztenetz“. Mäulen verwies dabei auf die finanzielle Förderung für Ärzteberatungen, um in das Ärztenetz der Kassenärztlichen Vereinigung aufgenommen zu werden. Durch diese Professionalisierung sei es dem Ärztenetz in Zukunft möglich, mit hauptamtlichen Kräften die Ärzteversorgung und Nachwuchsgewinnung voranzutreiben. Schon jetzt hätten die gemeinsamen Bemühungen Wirkung gezeigt. „Es wird aber nicht ausreichen, alle Kraft auf Studierende zu richten. Wir brauchen schnellere Nachfolgelösungen und müssen ein Netzwerk mit den Kommunen entwickeln“, so Gitta Mäulen.

Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung

Dr. Sigrid Leferink, Vorsitzende des Grafschafter Ärztenetzes, erläuterte die Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung, darunter viele kulturelle Angebote. „Aktuell sind wir mit mehr als 70 Studenten im engen Kontakt.“ Dabei verwies sie insbesondere auf die gute Resonanz bei Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJ). Bei einem PJ-Ranking im Internet rangiere die Grafschaft mit der Euregio-Klinik ganz weit vorne auf der Beliebtheitsskala.

Babylotsen sollen Eltern beraten

Einen weiteren Themenschwerpunkt legte das Gremium auf „Babylotsen“. Das ist ein neues Projekt der Kinderklinik, des Bunten Kreises und des Jugendamtes. „Babylotsinnen sollen werdende und frischgebackene Eltern in der Schwangerschaft und unmittelbar nach der Entbindung beraten“, erklärte Kreisrätin Gunda Gülker-Alsmeier. Zusätzlich zur medizinischen Versorgung von Mutter und Kind sollen die Babylotsinnen für Fragen und Sorgen zur Verfügung stehen. Mit dem niedrigschwelligen Angebot sollen vornehmlich belastete Familien angesprochen werden, die wenig oder gar keinen Zugang zum Hilfesystem haben.

„[Ausweg]los. Krisen meistern. Suizide verhindern. Auswege aufzeigen“

Ebenso positiv aufgenommen wurde das gemeinsam geplante Präventions-Vorhaben der Caritasverbände Grafschaft Bentheim und Emsland „[Ausweg]los. Krisen meistern. Suizide verhindern. Auswege aufzeigen“: Hermann-Josef Quaing, Geschäftsführer der Caritas Grafschaft Bentheim und Katrin Warstatt erläuterten detailliert den Bedarf. So sei bei den Unter-25-Jährigen die Anzahl der Suizidversuche besonders hoch, es sei sogar die zweithäufigste Todesursache. Mit Hilfe des Projektes sollen Schüler, Schulpersonal und Erziehungsberechtigte lernen, über die Themen Krisen, psychische Probleme und Suizidgefahr zu sprechen. Dabei sollen sie erfahren, wie man in Krisensituationen und bei Suizidgedanken handeln kann und somit in der Lage sein, bestehende Unterstützungs- und Hilfsangebote anzunehmen. Im Rahmen von Workshops zur Krisen- und Suizidprävention sollen die Zielgruppen von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Fachkräften unterstützt werden.

Gesunde Entwicklung im Grundschulalter im Blick

Ebenfalls an Jugendliche hat sich das Projekt „ACTiv in der Grafschaft Bentheim“ gerichtet, das von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Euregio-Klinik und den Berufsbildenden Schulen Gesundheit und Soziales in Nordhorn bis 2019 durchgeführt wurde.

Grundschüler nimmt das Projekt „Motorische Diagnostik als Grundlage für eine gesunde Entwicklung im Grundschulalter – Drago’s Dschungel-Abenteuer“ des Kreissportbundes (KSB) und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in den Blick. KSB-Geschäftsführer Frank Spickmann und Dr. Dennis Dreiskämper erläuterten die ersten Ergebnisse. Ziel des Projekts ist es, den Zustand der körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit von Drittklässlern in der Grafschaft zu ermitteln. Getestet wurden Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer. Zudem wurde anhand des Body Mass Index ermittelt, ob die Kinder übergewichtig oder sogar adipös sind. Die einzelnen Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach Grundschulen der Obergrafschaft, Niedergrafschaft und Nordhorn, wiesen nach Darstellung der Projektverantwortlichen ein heterogenes Bild auf. „Die Erkenntnisse bieten den Lehrern und Eltern detaillierte Rückmeldungen über die Fitness der Kinder. Gleichzeitig zeigen sie den Bedarf von Interventionen und die Entwicklung der Kinder hinsichtlich ihrer Fitness und physischen Aktivität auf“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Projekt mit den detaillierten Ergebnissen wird ebenfalls auf der Sitzung der Arbeitsgruppe „gesund aufwachsen“ am Dienstag, 10. März, im Gesundheitsamt vorgestellt.

Mit Themen wie der Ärzteversorgung befassten sich die Teilnehmer der Steuerungsgruppensitzung der Gesundheitsregion. Foto: Udo Wohlrab

Mit Themen wie der Ärzteversorgung befassten sich die Teilnehmer der Steuerungsgruppensitzung der Gesundheitsregion. Foto: Udo Wohlrab

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