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27.04.2018, 12:20 Uhr

Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege erstmals in Nordhorn

Erstmals läuft in Nordhorn vom 1. bis 2. Juni der Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege. Dabei wird der NINO-Spinnerei-Hochbau für Niedersachsens Denkmalpfleger zum Anschauungsobjekt gelungener Nachnutzung textiler Industriekultur, dem Thema der Tagung.

Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege erstmals in Nordhorn

Das Kompetenzzentrum Wirtschaft im ehemaligen NINO-Spinnerei-Hochbau. Foto: Konjer

gn Nordhorn. Der Tag wird gemeinsam vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt Nordhorn veranstaltet. Unter dem Motto „Gestern Textil – heute Profil. Nachnutzung textiler Industriekultur entlang der Baumwollstraße“ wird sich die Tagung dem Erhalt und der Weiternutzung von Industriedenkmalen ehemaliger Textilfabriken widmen. Zu dieser Veranstaltung sind alle Interessierten eingeladen.

Die Grafschaft war im 19. und 20. Jahrhundert wie die angrenzenden Regionen entlang der sogenannten „Baumwollstraße“, das Westmünsterland und die Twente, stark von der Textilindustrie geprägt. Das Zentrum der Grafschafter Textilindustrie bildete Nordhorn, das sich zur Zeit des „Wirtschaftswunders“ als „Textilstadt im Grünen“ darstellte und als einer der bedeutendsten Standorte der deutschen Textilindustrie galt. Hierzu trugen die in Nordhorn sesshaften international agierenden Textilkonzerne Povel, Rawe und NINO bei.

Der Niedergang der Textilindustrie am Ende des 20. Jahrhunderts verursachte nicht nur einen tief greifenden wirtschaftlichen Strukturwandel in den Textilregionen beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze, sondern hinterließ auch zahlreiche Industriebrachen. Zu diesen gehörten auch viele bedeutende Industriedenkmale, deren Erhalt ohne eine weitere Nutzung stark gefährdet war.

Der 20. Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege widmet sich der Nachnutzung textiler Industriekultur entlang der Baumwollstraße. Vor dem Hintergrund der jeweiligen gesellschaftlichen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie der baugeschichtlichen Würdigung von Industriedenkmalen sollen unterschiedliche Strategien zur Revitalisierung von Industriebrachen in Nordhorn und anderen Standorten dieser Textilregionen dargestellt werden. Damit verbundene Potenziale und Einschränkungen, bedeutende Industriedenkmale ehemaliger Textilfabriken zu erhalten sowie die Umnutzung solcher Kulturdenkmale, stehen im Mittelpunkt des Tages.

Zu diesen Themen werden am Freitag, 1. Juni, im Kompetenzzentrum Wirtschaft, dem ehemaligen NINO-Spinnerei-Hochbau, ab 14 Uhr Vorträge und eine Podiumsdiskussion angeboten. In Gegenwart der Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur Dr. Sabine Johannsen wird in der Abendveranstaltung ab 18 Uhr der renommierte Industriedenkmalpfleger Axel Föhl einen Festvortrag halten, dem sich ein Empfang der Stadt Nordhorn anschließt.

Für Sonnabend, 2. Juni, ist eine Exkursion vorgesehen. Sie beginnt um 10 Uhr mit einem Rundgang an der Alten Weberei durch die „Wasserstadt Povel“. Dann folgt eine Bootsfahrt zum Klukkert-Hafen. Anschließend besteht die Möglichkeit für eine Führung durch den NINO-Spinnerei-Hochbau oder durch das Stadtmuseum Nordhorn. Nach einem Mittagessen geht es nach Enschede: Hier wird die prämierte Siedlung Roombeek besichtigt, welche nach einer verheerenden Explosion im Jahr 2000 inzwischen einschließlich ehemaliger Textilfabriken mustergültig wiederaufgebaut worden ist.

Anmeldung beim Landesamt für Denkmalpflege

Für die Teilnahme am 20. Tag der Denkmalpflege in Nordhorn und an der Exkursion ist eine Anmeldung bis spätestens 28. Mai beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege per E-Mail an marina.uphus@nld.niedersachsen.de erforderlich. Der Fahrt- und Teilnahmepreis für die Exkursion am Sonnabend beträgt jeweils 25 Euro pro Person. Im Preis sind die Kosten für die Führungen, für die Bootsfahrt, für den Bustransfer sowie für das Mittagessen enthalten.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Teilnahme an der Bustour auf eigene Gefahr erfolgt und den Anweisungen der Veranstalter gefolgt werden soll. Außerdem werden festes Schuhwerk und angemessene Kleidung gegebenenfalls gegen Regen und Wind empfohlen.

Detailliertere Informationen zum Programm des 20. Tages der Niedersächsischen Denkmalpflege in Nordhorn am 1. und 2. Juni gibt es auf der Internetseite www.nordhorn.de.

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