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Steffen Burkert,
Chefredakteur Digital
29.11.2022, 17:35 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Kultur

Städtische Galerie eröffnet neue Ausstellung am 10. Dezember

Christoph Girardet, It Was Still Her Face, 2017, Video, 4:3, SW & Farbe, 8 Minuten. Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Christoph Girardet, It Was Still Her Face, 2017, Video, 4:3, SW & Farbe, 8 Minuten. Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Vom 10. Dezember bis zum 12. Februar 2023 zeigt die Städtische Galerie Nordhorn eine Einzelausstellung mit dem Videokünstler und Filmemacher Christoph Girardet. Für seine Filme, Installationen und fotografischen Arbeiten verwendet er ausschließlich bestehendes Material zumeist aus Kinofilmen, vorwiegend der 1950er- und 1960er-Jahre, die häufig bereits vergessen sind. Den aufwändig recherchierten Motivsammlungen oder zufällig gefundenen Bildern begegnet Girardet mit einer zentralen Kulturtechnik der filmischen Gestaltung. Mit den Mitteln der Montage gelingt es ihm, die Strukturen und die Ästhetik filmischer Bilder freizulegen, gleichzeitig schafft er neue emotional aufgeladene Werke jenseits von auserzählten Plots und Geschichten.

Für die Städtische Galerie Nordhorn hat Christoph Girardet eine Werkauswahl unter dem Titel „A Theory of Ghosts“ zusammengestellt. Unter anderem wird erstmals Girardets neue Arbeit „Jishin“ (japanisch: Erdbeben) von 2022 zu sehen sein. In fünf aufeinanderfolgenden, leicht variierten Kameraperspektiven wiederholt sich ein archaisch anmutender, dramatischer Spezialeffekt für einen Hollywoodfilm der 1940er Jahre: Ein Haus beginnt zu schwanken, Steinlaternen fallen um, ein Akteur verliert den Halt, und am Ende füllen Berge von Trümmern die Leinwand. Die neue Montage des noch ungeschnittenen Rohmaterials ermöglicht einen analytischen Blick auf die klischierte und kulissenhafte Szenerie: Ursache der Katastrophe ist nicht ein Naturereignis, sondern eine wohlkalkulierte Performance.

Girardet schlägt Brücken zwischen Genres und Gattungen, zwischen Hochkultur und Unterhaltung, bildender Kunst und Kino oder zwischen fiktionalem und strukturellem Film. Seine einflussreichen und international ausgezeichneten Arbeiten sind sowohl Reflexionen als auch ganz subjektive Interpretationen einer vielgestaltigen vorgefundenen medialen Wirklichkeit. Zur Ausstellung wird eine Publikation erscheinen. Die Ausstellung wird durch die Grafschafter Volksbank unterstützt. Das Programm der Städtischen Galerie Nordhorn wird durch das Land Niedersachsen gefördert.

Die Eröffnung findet am Freitag, 9. Dezember 2022, um 19 Uhr statt. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Weitere Informationen unter www.staedtische-galerie.nordhorn.de.

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