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20.11.2019, 12:24 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

SPD: Mit konkreten Ideen das Klima in Nordhorn verbessern

Das Thema Klimaschutz wird im Nordhorner Rat wichtig, findet die SPD. Die Sozialdemokraten haben daher eine Vielzahl von Vorschlägen zu bieten.

Autos eines Carsharing-Anbieters stehen am auf einem Parkplatz. Die Nordhorner SPD fordert, stärker beim Carsharing einzusteigen als bisher geplant. Symbolfoto: Jan Woitas/zb/dpa

Autos eines Carsharing-Anbieters stehen am auf einem Parkplatz. Die Nordhorner SPD fordert, stärker beim Carsharing einzusteigen als bisher geplant. Symbolfoto: Jan Woitas/zb/dpa

Nordhorn Das Thema Klimaschutz wird im Nordhorner Rat wichtig. Die Fraktion der Grünen hatte einen Antrag eingereicht, den Klimanotstand auszurufen. „Es bringt in Nordhorn nichts, wenn der Stadtrat eine Resolution verabschiedet. Unsere Aufgabe muss es sein, konkret Dinge für unsere Stadt zu verbessern“, fordert dagegen SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Krebs und bewertet den Vorstoß der Grünen als plakative, aber nicht konkrete Vorgehensweise. Demgegenüber habe die SPD eine Vielzahl von Vorschlägen zu bieten.

Radwege: Zur Umsetzung des Radverkehrskonzepts sagt SPD-Ratsmitglied Frank Günther: „Diese Mittel gehen in den Neubau. Wir wollen aber auch mehr in der Bauunterhaltung machen und vorhandene Radwege besser machen, damit es sich komfortabler fährt.“ So hat die SPD nun beantragt, weitere 100.000 Euro in den städtischen Haushalt für 2020 einzustellen.

Carsharing: Zu dem von Landkreis und Bentheimer Eisenbahn angekündigten Einstieg ins Carsharing hält Ratsmitglied Harry Brooksnieder einen Beginn mit nur einem Pkw für Nordhorn für nicht ausreichend. Die SPD beantragt ein Gespräch der Stadtverwaltung mit Landkreis und BE, damit das Carsharing mit mehr als einem Pkw für Nordhorn beginnen kann. Die damit verbundenen Mehrkosten würde die Stadt übernehmen.

E-Ladesäulen: Zwar bestehen in der SPD-Ratsfraktion durchaus Zweifel, ob Elektromobilität wirklich die Lösung sein wird, um das Klima zu schonen. Bei den Batterien sind Rohstoffgewinnung, Haltbarkeit und Entsorgung problematisch. „Aufgrund der gesamtpolitisch gewollten Förderung der Elektromobilität wird es mehr E-Fahrzeuge geben. Also brauchen wir mehr Ladesäulen“, fordert Manuel Granja Nunes. Die SPD hat deshalb beantragt, dass der örtliche Energieversorger NVB als Tochter der Stadt so viele Ladesäulen schafft, wie für eine überdurchschnittliche Abdeckung erforderlich sind.

Mitlaufende Straßenbeleuchtung: Hierbei handelt es sich um eine intelligente Schaltung mittels Bewegungsmeldern, die nur dort helleres Licht macht, wo sich ein Fußgänger oder Radfahrer bewegt. Auf Initiative der SPD wird die Verwaltung geeignete Wegstrecken identifizieren. Frank Günther: „Das spart bei der heutigen LED-Technik nicht mehr viel, aber immerhin etwas Energie. Im Außenbereich nützt das Herunterfahren der Beleuchtung manchen Tierarten.“

NVB: Mehr Energie will die SPD mit einem neuen Geschäftsfeld für die NVB gewinnen: Die Heizungsverbrauchserfassung, wie sie bisher bundesweit tätige Firmen wie Techem, ISTA oder Brunata erbringen, koppeln mit energiesparenden Heizungsthermostaten. Harald Krebs fordert: „Die NVB sollen Energieeffizienzdienstleister werden. ISTA, Brunata und Techem machen riesige Gewinne. Das können die NVB billiger. Das entlastet die Mieter. Werden neben der normalen Ablesetechnik auch noch energiesparende Thermostate eingebaut, spart das auch Heizenergie. Clever sparen durch Smart-Home-Technik ist ein Beitrag zum Klimaschutz.“ Zudem sollten die NVB bei Neubauprojekten Konzepte erarbeiten und realisieren, durch die mittels Photovoltaik und/oder Blockheizkraftwerken eigener Strom erzeugt und von den Mietern selbst verbraucht werden kann. Dabei werde ein Teil des Strombezugs für die Mieter billiger. Ein entsprechender SPD-Antrag werde voraussichtlich im Dezember beraten.

Begrünung: „Eine stärkere Begrünung der Stadt verbessert das Kleinklima, auch wenn wir das vielleicht nur bei großer Hitze merken“, meint die SPD-Vorsitzende Petra Alferink. Richtig gepflanzt gibt es Insekten und Kleinlebewesen auch in der Stadt Lebensraum. Die SPD hat beantragt, auf öffentlichen Flächen Blühstreifen und Streuobstwiesen anzulegen. Besondere Potenziale sieht die SPD in gewerblichen Flächen. Ratsmitglied Alide Broenink: „Einige Unternehmen haben gut angelegte Flächen. Ich bin sicher, dass viele Unternehmer bei entsprechender Beratung durch einen städtischen Gärtner mitziehen.“

Nach intensiver Diskussion hat sich die SPD allerdings dagegen entschieden, dass die Stadt ordnungsrechtlich gegen sogenannte Schottergärten vorgehen soll. Petra Alferink: „Das führt zu einem erheblichen Verwaltungsaufwand, streitigen Verfahren und endlosen Diskussionen. Natürlich sehen wir diese Schottergärten als eine Fehlentwicklung.“ Bei neuen Bebauungsplänen werden diese Schottergärten untersagt.

Die von den Grünen geforderte Dachbegrünung wird von der SPD nicht unterstützt. Aus Sicht von Gisela Snieders werden die bereits beachtlichen Baukosten dadurch noch höher. SPD-Ratsmitglied Dr. Wiebke Buchholz-Will, auch Vorsitzende des GEWO-Aufsichtsrates, weist darauf hin, dass alle Maßnahmen für den Klimaschutz auch sozial verantwortbar sein müssen: „Wir brauchen preisgünstigen Wohnraum.“

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