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04.09.2019, 15:29 Uhr

Shalom: Kirche trifft Synagoge

Semjon Kalinowsky (Viola) und Konrad Kata (Orgel) gestalteten ein Konzert in Nordhorn unter dem Titel „Shalom – Kirche trifft Synagoge“, ein interreligiöser musikalischer Dialog.

Shalom: Kirche trifft Synagoge

Die Interpreten Semjon Kalinowsky (links) und Konrad Kata.Foto: Naber

Nordhorn Für viele der etwa 70 Besucher war es am Sonntag schon ein bemerkenswertes Konzert, das sie erlebten. Semjon Kalinowsky (Viola) und Konrad Kata (Orgel), beide aus Lübeck, gestalteten ein Konzert unter dem Titel „Shalom – Kirche trifft Synagoge“, ein interreligiöser musikalischer Dialog. Organisiert wurde das Konzert von der reformierten Gemeinde, dessen Förderverein für Kirchenmusik und dem Forum Juden/Christen, gefördert von der Grafschafter Kreissparkasse.

Bemerkenswert war der Zeitpunkt: Es war Sonntag, der 1. September, Gedenktag an den Tag, als vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg mit einem Überfall auf Polen begann, der schon in den ersten Tagen zeigte, dass hier ein Vernichtungskrieg begonnen hatte: Vernichtung der polnischen Intelligenz, darunter sehr viele Priester, danach die Vernichtung der Juden: Holocaust, Shoah!

Eher ungewöhnlich auch das Zusammenspiel von Orgel und Viola, was im Laufe des Abends voll überzeugte, vor allem in den ruhigen, stillen Partien. Und dann, zum Datum sehr passend: das Ineinander von Stücken aus christlicher und liberal-jüdischer Tradition – durch die Zeiten hin.

Stücke christlicher Komponisten für den jüdischen Gottesdienst, wie das sehr berührende „Kol Nidre“ von Max Bruch, eine Orgelsonate des barocken Benedetto Marcello, eine Fuge von Mendelssohn Bartholdy, dem Komponisten aus jüdischer Familie, ein Fest-Präludium von Louis Lewandowski, der so viel für die Erneuerung der liberal-synagogalen Musik getan hat. Hier wurde deutlich, wie sehr das Judentum wirklich zu Deutschland und dem „Abendland“ gehörte, selbstverständlich, und dann doch so katastrophal endend. All das, insbesondere im ausdrucksstarken Zusammenspiel von Orgel und Bratsche, erreichte die Zuhörer tief.

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