14.12.2018, 15:17 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Service-Helden: GN-Aktion rückt Unternehmen ins Blickfeld

Was macht die Stärken des örtlichen Handels aus? Wie sichern Kaufleute, Handwerker und Dienstleister ihre Zukunft? Und was halten die Kunden vom Angebot? Das Einkaufen kommt jetzt auf den Prüfstand.

Der Motivator: Norbert Beck, Geschäftsführer des Consulting-Unternehmens Metatrain, sagt: „Menschen kaufen am liebsten von Menschen“. Foto: privat

© Westdörp, Werner

Der Motivator: Norbert Beck, Geschäftsführer des Consulting-Unternehmens Metatrain, sagt: „Menschen kaufen am liebsten von Menschen“. Foto: privat

author Von Guntram Dörr

Nordhorn Wer in der Grafschaft sehen will, was die Geschäftswelt zu bieten hat, findet ein breites Angebot. Noch immer! Die Unternehmen – ob Einzelhändler, Handwerker oder Dienstleister – verteidigen zäh und mit Einsatz ihre Position auf einem Markt, der extrem hart geworden ist. Denn der Einkauf per Wisch und Klick mit dem Smartphone hat die Gesellschaft nachhaltig verändert. Wer etwas erwerben möchte, kann das heutzutage „bequem von zu Hause“ erledigen.

Mit diesem Argument und einem gigantischen Warenangebot haben sich Online-Versandhändler wie Amazon oder Ebay innerhalb weniger Jahre an die Spitze katapultiert und setzen in Deutschland Milliarden von Euro um. Der sogenannte E-Commerce: Totengräber des eingesessenen, ortsgebundenen und oftmals traditionsreichen Handels?

„Nein“, sagt Norbert Beck. Der Mann ist Geschäftsführer von Metatrain, einem Consulting-Unternehmen in der Oberpfalz. Gemeinsam mit seinem Bruder Johann hat er in den vergangenen Jahren diesen gesamten, bedrohten Wirtschaftszweig unter die Lupe genommen und beraten. Über 7000 mittelständische Unternehmen in 150 Städten und Gemeinden wurden binnen zehn Jahren analysiert. Sein Credo: Freundlich, vertrauenwürdig, wertschätzend – wer seinen Kunden so begegnet, braucht die Online-Konkurrenz nicht zu fürchten.

Gemeinsam mit dem bundesweit gefragten Berater und der Kreissparkasse haben die GN vor diesem Hintergrund die Aktion „Grafschafter Service-Helden“ aus der Taufe gehoben. Die Verlagsinitiative bietet allen Unternehmen an, sich von ihren Kunden bewerten zu lassen. Das funktioniert nach einem klassischen Prinzip, denn in den Verkaufsräumen oder Büros werden Karten zum Ausfüllen bereitliegen und können dann in eine Box gesteckt werden. Die Sicht der Kunden ist für Beck das A und O allen kaufmännischen Handelns. Was sie über eine zuvor festgelegten Zeitraum von den Qualitäten eines Geschäfts oder eines Betriebes halten, wird professionell ausgewertet und zur Verfügung gestellt.

Was sind Service-Helden? Der Unternehmensberater verweist auf die Notwendigkeit einer individuellen Betrachtung. Aus seiner bisherigen Tätigkeit für die Branche mit der Auswertung von rund 150.000 Kundenbefragungen pro Jahr bilanziert er dennoch, worauf es Kunden in erster Linie ankommt, nämlich: Freundlichkeit des Personals gefolgt von Zuverlässigkeit. Damit seien konkret die schnelle Beantwortung von Fragen und das reibungslose Abwickeln von Reklamationen gemeint. An dritter Stelle wird Wertschätzung genannt.

Zur Verlagsaktion der Grafschafter Nachrichten gehört ein zündender Auftakt. Deshalb haben die GN zahlreiche Grafschafter Unternehmen am 17. Januar ins Forum der Sparkassenzentrale in Nordhorn eingeladen, um sie professionell einzustimmen. Norbert Beck, der Motivator und Experte für Emotionsmarketing, wird darüber sprechen, wie sich der lokale Handel gegen die Konkurrenz aus dem Internet durchsetzen kann. So viel sei schon einmal verraten: Es gibt „drei Kaufknöpfe im Kundenkopf...“

Mitmachen lohnt sich. Unter allen, die beim Einkauf einen Bewertungszettel abgeben, verlosen die GN drei iPads mit 128 GB Speicherplatz und Retina-Display. Enthalten ist eine 8-Megapixel-Kamera.

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So läuft der Service-Check

Auf Basis des sogenannten Kunden-Beziehungs-Index starten alle an der Service-Helden-Aktion beteiligten Grafschafter Unternehmen eine Befragung. Konsumenten können sich auf ausliegenden Bewertungskarten äußern. Die entscheidende Frage lautet: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie unser Unternehmen einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“ Die Antworten werden mittels einer Skala von 0 („überhaupt nicht“) bis 10 („ganz sicher“) gegeben. Darüber hinaus können die Gründe für das Votum genannt und Verbesserungsvorschläge gemacht werden.

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