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13.09.2019, 17:46 Uhr

Reformierte Frauen schauen über den Tellerrand

Aus allen Orten waren 150 Frauen der Einladung des Vorstandsteams der Frauenarbeitsgemeinschaft im Synodalverband Grafschaft gefolgt und nach Nordhorn gekommen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Begegnung und Vorträge mehrerer Referentinnen.

Reformierte Frauen schauen über den Tellerrand

Mehrere Rednerinnen sprachen während der Veranstaltung im Gemeindezentrum am Markt. Auf dem Bild ist Präses Heidrun Oltmanns am Rednerpult. Foto: privat

Nordhorn Den Auftakt machte Gretchen Ihmels-Albe, Pastorin für Frauenarbeit in der reformierten Landeskirche, mit einer Andacht. Sie berichtete von der Aktion „Donnerstags in Schwarz“ – eine Kampagne gegen Gewalt und Vergewaltigung. Frauen zeigen ihre Solidarität, indem sie jeden Donnerstag schwarz tragen. „Auch wir können zu Botschafterinnen für Respekt und Menschlichkeit in unserem Umfeld werden“, sagte die Pastorin.

Präses Heidrun Oltmanns aus Schüttorf sprach als „Erste“ Frau im Synodalverband. Sie appellierte an die Frauen, in ihrer Arbeit nicht nachzulassen und weiterhin über den Tellerrand der eigenen Kirchengemeinden zu schauen, in die Nachbargemeinden und zu den Konfessionen gute Kontakte zu halten und die gesellschaftlichen Entwicklungen in den Orten aufmerksam wahrzunehmen. Oltmanns erinnerte an die Partnerschaften der reformierten Kirche und des Grafschafter Synodalverbandes mit Indonesien und an die gegenseitigen Besuche, von denen alle profitieren.

Über den Tellerrand blicken ließ die Teilnehmerinnen als besonderer Gast Hope Kivari Sikuli aus der Demokratischen Republik Kongo. Hope ist über die Vereinigte Evangelische Mission (VEM) für ein Jahr als Freiwillige in Schüttorf und arbeitet dort im Kindergarten und in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde. Ihr Wunsch ist es, von den Menschen in Deutschland zu lernen und diese Erfahrungen ins eigene Land mitzunehmen und umzusetzen. Besonders wichtig ist ihr, dass alle Kinder im Kongo zur Schule gehen können. Begleitet wurde sie von Svenja Kühlmann, die selbst als Bundesfreiwillige ein Jahr in der Jugendarbeit in Schüttorf gearbeitet hat und aus ihrem Arbeitsbereich berichtete. Dine Kalter aus Schüttorf, die sich ehrenamtlich als Mentorin für die Freiwilligen der VEM engagiert, hatte mit Svenja Kühlmann und Hope eine Präsentation zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten des Lebens im Kongo und in Deutschland aus der Sicht einer Afrikanerin erstellt.

Angelika Zeidler aus Schüttorf berichtete als Vertreterin der reformierten Kirche im Frauenausschuss der VEM über eine aktuelle Kampagne zu Menschenrechten: „Womit werden wir uns kleiden?“. Schwerpunkte der Aktion sind Wege zu besseren Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie, eine nachhaltige Produktion der Baumwolle und die Einhaltung von Menschenrechtsstandards in der gesamten Produktions- und Handelskette. Zur Weiterarbeit in den Kirchengemeinden brachte sie eine Arbeitshilfe zur „Menschenrechtsaktion 2019“ für alle Gruppen mit. Für dieses Projekt wurde von den Teilnehmerinnen des Frauentreffens eine großzügige Spende zusammengelegt.

Catherine Rohloff-Lyk aus Bad Bentheim ist Multiplikatorin für die Weltgebetstagsarbeit in der Region und auf Bundesebene. Sie hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für diese größte Basisbewegung christlicher Frauen weltweit. Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen und machen sich stark für die Rechte von Mädchen und Frauen in Kirche und Gesellschaft. Der Weltgebetstag verbindet Gebet und Handeln für Frieden und Gerechtigkeit nach dem Motto „informiert beten – betend handeln“. Immer am ersten Freitag im März geht ein Gebet in 24 Stunden und 113 Sprachen rund um die ganze Welt. Catherine Rohloff-Lyk ermunterte ihre Zuhörerinnen, zu den Vorbereitungstreffen im Januar im Kloster Frenswegen und anderen Orten auch die „Töchter und Enkelinnen“ mitzubringen und neue Formen und Ideen auszuprobieren. 2020 wird Leben und Glauben der Menschen in Simbabwe im Mittelpunkt stehen.

In den Pausen gab es die Möglichkeit zu Information und Austausch. Besonderer Dank galt der Bookholter Kirchenband und dem Musiker Dietmar Späthe für die musikalische Gestaltung. Besonders die Band, elf Frauen und Männer, begeisterte am Abend mit Gesang und Instrumenten die Anwesenden und „rockte den Saal“.

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