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30.10.2018, 09:24 Uhr

Rabbinerin heute Abend im Kloster Frenswegen

Am Vorabend des Reformationstags befassen sich die Evangelisch-reformierte Kirche und das Forum Christen/Juden mit dem christlich-jüdischen Dialog. Dazu hält die Rabbinerin Ulrike Offenberg aus Hameln einen Vortrag. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Kapelle.

Rabbinerin heute Abend im Kloster Frenswegen

Das Kloster Frenswegen. Foto: Werner Westdörp

Nordhorn Die Evangelisch-reformierte Kirche will sich zum Reformationstag 2018 mit dem christlich-jüdischen Dialog beschäftigen. Sie hat dazu die Rabbinerin der jüdischen Gemeinde Hameln, Ulrike Offenberg, eingeladen. Am Vorabend des Reformationstags, am Dienstag, 30. Oktober, wird Offenberg im Kloster Frenswegen einen Vortrag halten: „Was erwarten Jüdinnen und Juden in Deutschland heute von den christlichen Kirchen?“ Beginn ist um 19.30 Uhr in der Klosterkapelle. Die Veranstaltung zum Reformationstag findet in Zusammenarbeit mit dem Forum Christen/Juden statt.

Rabbinerin heute Abend im Kloster Frenswegen

Ulrike Offenberg. Foto: Debbie Cooper

Drei Fragen an Ulrike Offenberg

Ist die Fragestellung, zu der Sie eingeladen wurden, nach den Querelen um den Reformationsfeiertag in Niedersachsen nicht fast eine Provokation? Schließlich haben alle jüdischen Verbände die Einführung des Tages als allgemeinen Feiertag mit Blick auf den Antijudaismus Martin Luthers abgelehnt – und wurden nicht gehört.

Freilich ist die Einführung des Reformationstages als neuer staatlicher Feiertag in Niedersachsen nicht das Traumdatum in den Augen von Juden und Jüdinnen hierzulande. Die Wahl des Datums des Lutherschen Thesenanschlags rückt doch nur einen Aspekt des Reformators in den Blick, während der von ihm propagierte mörderische Antisemitismus unberücksichtigt bleibt. Allerdings war in der Debatte um die Einführung dieses Feiertags nicht allein von den jüdischen Verbänden auf diese Seite hingewiesen worden, und so bleibt zu hoffen, dass das Nachdenken über eine Bewertung Luthers und der folgenden Kirchengeschichte anhält und sich die Kirchen stärker mit der lutherischen Judenfeindschaft auseinander setzen. Deshalb betrachte ich die Einladung nicht als „Provokation“, sondern als Bemühen um die Fortsetzung des jüdisch-christlichen Dialogs. Gerade bei schwierigen Fragen ist es wichtig, das Gespräch fortzusetzen.

Jüngst haben antisemitische Äußerungen und auch Anschläge, ein Beispiel war der Angriff auf das jüdische Restaurant in Chemnitz vor sechs Wochen, wieder für Aufsehen gesorgt. Wie geht es Ihnen als Jüdin zurzeit in Deutschland?

Die Ereignisse in Chemnitz sind für uns alle schockierend. Das selbstsichere Auftreten eines fremdenfeindlichen und antisemitischen Mobs nährt die Ängste vor einer Bedrohung gemeindlichen und persönlichen jüdischen Lebens hier in Deutschland.

Die evangelischen Kirchen betonen deutlich, dass es gegen jede Form des Antisemitismus keine Toleranz geben dürfe. Reicht Ihnen diese Klarstellung?

Offizielle Deklarationen sind wichtig, aber wenn sie nicht durch konkrete Taten untermauert werden, bleiben es wohlfeile Worte.

Zur Person: Die aus Ostberlin stammende Ulrike Offenberg ist seit 2016 Rabbinerin der jüdischen Gemeinde Hameln. Die 51-jährige, promovierte Theologin studierte in Israel und wurde am renommierten Hebrew Union College in Jerusalem zur Rabbinerin ordiniert.

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