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11.04.2019, 12:57 Uhr

Piktogramme in Nordhorn verunsichern Rad- und Autofahrer

Auf dem Ootmarsumer Weg in Nordhorn hat die Stadt zwischen dem Kreisverkehr und dem Stadtring Fahrradsymbole markieren lassen. Die „Piktogrammkette“ soll den Radverkehr stärken und ihn im Straßenraum sichtbar machen. Die Verkehrsteilnehmer sind verwirrt.

Piktogramme in Nordhorn verunsichern Rad- und Autofahrer

Die Radwegmarkierungen auf der Fahrbahn des Ootmarsumer Weges neben dem eigentlichen Fahrradweg verunsichern die Verkehrsteilnehmer. Foto: Hille

Von Henrik Hille

Nordhorn Eine Neuerung der städtischen Verkehrsplaner sorgt für Gesprächsstoff: Weiß aufgetragen auf dem schwarzen Asphalt sollen zahlreiche Fahrrad-Piktogramme Radfahrer auf dem Ootmarsumer Weg in Nordhorn seit einigen Tagen dazu animieren, die Straße zu nutzen. Für 7500 Euro hat die Stadt Nordhorn die Fahrrad-Symbole zwischen dem Richterskamp und dem Stadtring auf die Fahrbahn auftragen lassen.

Zwar sind auf dem Streckenabschnitt Radwege vorhanden, benutzungspflichtig sind diese jedoch nicht (die GN berichteten). Die aufgemalten Radfahrersymbole dienen sozusagen als Erweiterung, denn laut Stadtverwaltung „entspricht die geringe Breite der Radwege nicht mehr den heutigen Standards.“ Radfahrer durften hier auch schon vorher auf der Straße fahren, nur wussten dies bislang die wenigsten Auto- und Radfahrer.

Und was sagen die Verkehrsteilnehmer? Wie es scheint, schlägt ein Großteil der Fahrradfahrer die Einladung der Stadtverwaltung aus, die Straße zu benutzen. Die GN trafen bei einer kleinen Stichprobe eher auf Unverständnis. Autofahrer und Fietser, die auf dem Ootmarsumer Weg unterwegs sind, zeigen sich verunsichert.

„Hier ist so viel aufgemalt. Wo soll man denn jetzt fahren?“, fragt sich etwa die Anwohnerin Marie Fabian-Kelder. Fünf Piktogramme auf engstem Raum wurden scheinbar kreuz und quer etwa in der Einmündung zum Weg am Resum aufgetragen. Mit Blick auf zahlreicher Schüler, die dort entlangradeln, hält sie die Situation nicht gerade für sicher und will die Kinder und Jugendlichen ermuntern, auf dem Fahrradweg zu bleiben. Ein Mann am Steuer eines Transporters sagte den GN: „Fahrradfahrer sollten nicht als Hindernis genutzt werden, um die Autos auszubremsen.“ Der Ootmarsumer Weg sei stellenweise sowieso viel zu eng für die Fahrzeuge.

Die Stadt hingegen will die Verkehrssicherheit mit den Piktogrammen erhöhen: „Die vorhandenen Radwege erwecken bei Autofahrern häufig den Eindruck, diese müssten von den Radfahrern genutzt werden. Dadurch können Konflikte entstehen“, findet Klimaschutzmanagerin Anne Kampert.

Mit der Piktogrammkette setzt die Stadt eine weitere Maßnahme aus dem Radverkehrskonzept um. Anders als bei den neu markierten Fahrradstraßen in der van-Delden-Straße und Am Ems-Vechte-Kanal ist das Nebeneinanderfahren für Radfahrende auf dem Ootmarsumer Weg jedoch nicht erlaubt. Fahrräder sind auf der Fahrbahn gleichberechtigt zum motorisierten Verkehr und müssen daher hintereinanderfahren. Auch handelt es sich bei den Piktogrammen nicht um sogenannte Radfahr- oder Schutzstreifen. „Die Piktogramme haben rein informativen Charakter“, teilt die Verwaltung der Stadt mit. „Der rechtliche Rahmen ergibt sich aus der fehlenden blauen Beschilderung“, so Kampert.

Mit der Wahlfreiheit zwischen Radweg und Fahrbahn werden nach Angaben der Stadt Nordhorn „unterschiedliche Anforderungen unterschiedlicher Radfahrtypen“ berücksichtigt. Die einen sind routinierte Alltagsradelnde, die möglichst schnell vorankommen möchten und die Mischführung auf der Fahrbahn bevorzugen. Die anderen fühlen sich auf der Fahrbahn nicht wohl und nutzen den Radweg.

„Zu Letzteren zählen erfahrungsgemäß ältere Kinder und Jugendliche, aber auch Senioren und Gelegenheitsradelnde“, so Kampert. Radfahrende Kinder bis zu einem Alter von acht Jahren müssen ohnehin auf dem Gehweg fahren. Bis zum Alter von zehn Jahren dürfen sie diesen weiterhin nutzen. Erst danach gilt auch für sie die Wahlfreiheit zwischen Radweg und Fahrbahn.

Piktogramme in Nordhorn verunsichern Rad- und Autofahrer

Die vielen Piktogramme findet Marie Fabian-Kelder irritierend. Foto: Hille

Piktogramme in Nordhorn verunsichern Rad- und Autofahrer

Unterschiedlich aufgetragene Pikogramme in der in einem Kreuzungsbereich. Foto: Hille

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