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05.08.2019, 14:59 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Ökumenischen Fachambulanz warnt vor Einstiegsdroge Alkohol

Die Prävention nimmt für die Mitarbeiter der Ökumenischen Fachambulanz Sucht (ÖFaS) im Landkreis einen wachsenden Stellenwert ein: 2018 wurden 1170 Jugendliche – und damit 240 junge Menschen mehr als im Vorjahr – erreicht.

Das Team der Ökumenischen Fachambulanz Sucht im Landkreis (von links): Sandra Hildebrandt, Fabian Hermes, Holger Terhorst und Sylvia Wintering.Foto: Caritas/Hamel

Das Team der Ökumenischen Fachambulanz Sucht im Landkreis (von links): Sandra Hildebrandt, Fabian Hermes, Holger Terhorst und Sylvia Wintering.Foto: Caritas/Hamel

Nordhorn Zudem wurden von der Ambulanz mit Sitz im Compass Diakonie Caritas-Haus an der NINO-Allee 4 im vergangenen Jahr wichtige Aufgaben und Projekte wie Beratungs- und Rehabilitationsangebote an verschiedenen Orten gestemmt. Die Arbeit erfolgt zu weiten Teilen in Kooperation mit Partnern.

Zur Prävention besuchten die Sozialarbeiter neben 13 Schulen auch Konfirmandenstunden, Sportvereine und die Lebenshilfe. Als Erfolgsmodelle erwiesen haben sich einmal mehr die Projekte „HaLT – Hart am LimiT“ und „Rauschfreie Schule“, bei dem mit Achtklässlern das Thema „Komasaufen“ behandelt wurde, berichtet die Ambulanz. Geplant ist eine Ausweitung auf höhere Jahrgangsstufen, verbunden mit der Schwerpunktsetzung auf illegale Drogen – insbesondere auf Cannabis.

Ein zentrales Anliegen ist die Warnung vor Abhängigkeiten: „Eine Sucht ist keine Grippe, die nach einiger Zeit wieder abklingt“, betont Holger Terhorst, der mit Sandra Hildebrandt, Sylvia Wintering und Fabian Hermes das vierköpfige Team der ÖFaS bildet. „Vielen jungen Leuten ist nicht klar, dass es sich um eine chronische Erkrankung handelt, mit der sie ihr ganzes Leben zu tun haben“, sagt Terhorst. Er warnt vor Alkohol als Einstiegsdroge: „Alkohol ist in der Grafschaft der Dosenöffner schlechthin für weitere Drogen. Nach fünf Bier sinkt die Hemmschwelle deutlich, an einem Joint zu ziehen.“

Auch für Menschen, die bereits einen problematischen Konsum aufweisen, hält die ÖFaS Hilfe bereit. 782 Betroffene, die in Familie, Job, bei Behörden oder im Straßenverkehr durch Suchtmittel auffällig wurden, haben 2018 die Beratung angenommen; 250 wurden über längere Zeit betreut. „Diese Menschen befinden sich in der Regel in einer akuten und persönlichen Krise“, erklärt ÖFaS-Leiterin Sandra Hildebrandt.

Die Einzel- und Gruppengespräche helfen den Betroffenen, Lösungswege zu finden. Liegt eine Abhängigkeitsstörung vor, bietet die ÖFaS in Kooperation mit der Drogenberatungsstelle des Landkreises Möglichkeiten zur Rehabilitation an: Gruppen- und Einzelgespräche, themenspezifische Indikationsgruppen und Angebote für Angehörige. „Wir haben die Angehörigenarbeit intensiviert, da eine Sucht nicht nur die jeweilige Person, sondern auch ihr Umfeld betrifft“, erklärt Hildebrandt. Hierbei können Kinder und Partner, aber auch Arbeitgeber ins Boot geholt werden – sofern der Abhängigkeitserkrankte sein Einverständnis gibt. Hauptdiagnose der Betroffenen: 84 Prozent von ihnen litten an Alkoholsucht. „Vermehrt werden auch Menschen mit Doppeldiagnosen bei uns vorstellig, die etwa eine Sucht und eine Depression aufweisen“, berichtet Sylvia Wintering.

Ansprechpartner:
Hermann Josef Quaing, Geschäftsführer Caritasverband Telefon 05921 8111130, E-Mail: hjquaing@caritas-os.de
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