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03.09.2018, 16:03 Uhr

„Nordhorn leuchtet“: Hasserfüllten keinen Raum lassen

Am Donnerstag vor dem Rathaus wollen Politik, Kirche und Wohlfahrtsverbände Nordhorn für Demokratie, Toleranz und freiheitliche Grundwerte leuchten lassen. Die Demonstration ist eine Reaktion auf die Ausschreitungen in Chemnitz.

„Nordhorn leuchtet“: Hasserfüllten keinen Raum lassen

Vor dem Rathaus sollen die Nordhorner ihre Stadt zum Leuchten bringen. Ideengeberin Silvia van den Berg (Mitte) hat mit (von links) Bürgermeister Thomas Berling, dem reformierten Pastor Gerfried Olthuis, Horst Krügler (DGB), Michael Rilke (CDU), Jürgen Veldboer (katholischer Gemeindereferent) und dem katholischen Pfarrer Ulrich Högemann eine Demonstration für Demokratie und Vielfalt am Donnerstag geplant Foto: Mummert

Nordhorn Die Kreisstadt staunt und lacht nicht nur, sie soll auch leuchten – und ein markantes Zeichen setzen für Vielfalt, Toleranz und freiheitliche Grundwerte. So hat sich das die stellvertretende Bürgermeisterin Silvia van den Berg überlegt. Auf den Stufen vor dem Rathaus sollen sich am Donnerstagabend gegen 20.15 Uhr möglichst viele Nordhorner mit Kerze oder Taschenlampe einfinden zur Demonstrationsveranstaltung „Nordhorn leuchtet – Wir sind mehr“.

Auslöser sind die Ausschreitungen in Chemnitz sowie ein um sich greifender Rechtsdrall in der Gesellschaft. Einen kleinen Prozentsatz derer, die sich mit Ideen aus dem rechten Spektrum identifizieren, gibt es auch in Nordhorn, erklärt van den Berg. „Das können wir nicht verharmlosen.“ Insbesondere in den sozialen Netzwerken beobachtet sie, wie Umgangsformen und Sprache verrohen und sachlich-kritische Auseinandersetzung etwa über Flüchtlingspolitik unmöglich werden. Auch in den Kirchengemeinden wollen Pastor Gerfried Olthuis (reformierte Kirche) und Pfarrer Ulrich Högemann (katholische St.-Augustinus-Gemeinde) ein Unbehagen und eine Unsicherheit ausgemacht haben. „Die Menschen machen sich Sorgen, dass sich in der Gesellschaft etwas verschoben hat“, berichtet Olthuis und Högemann ergänzt: „Diese Unsicherheit birgt eine große Gefahr, dass sich Menschen zurückziehen und schweigen, sobald sie mit rechtem Gedankengut konfrontiert werden.“ Diese Menschen müsse man sprachfähig machen, die Demonstration am Rathaus soll ihnen eine Stimme verleihen.

„Wir wollen den Wütenden und Hasserfüllten keinen Raum überlassen“, fasst van den Berg knapp zusammen. Adressaten sollen aber nicht rechtsgerichtete Demonstranten in Chemnitz oder hiesige Sympathisanten sein. Vielmehr wollen die Veranstalter eine Botschaft senden an „alle Demokraten“, dass sie in der schweigenden Mehrheit sind.

Geplant ist für Donnerstag eine kleine Ansprache von Bürgermeister Thomas Berling sowie von Gerhard Naber vom Forum „Juden/Christen“. Dem soll eine stille Demonstration folgen – als Gegenentwurf zu den lauten und krawallartigen Protesten in Sachsen. Den Schluss der Veranstaltung bildet ein gemeinsames Lied „Hejo, leistet Widerstand“. Die Aktion soll bewusst kurz gehalten werden. Für 20.45 Uhr ist das Ende vorgesehen. Die Bahnhofstraße wird für die Dauer der Veranstaltung gesperrt, kündigt Berling an.

Pfarrer Högemann betont, das Wir-Zeichen dürfe keine Eintagsfliege bleiben. Es werden auch schon Folgeprojekte geplant und entworfen. Im Gespräch ist etwa, einen politischen Stammtisch zu gründen, um – fraktionsunabhängig – mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

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