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09.04.2019, 14:56 Uhr

Platz 2: Nordhorn ist fahrradfreundliche Kommune

Nordhorn hat weiterhin das zweitbeste Fahrradklima in Deutschland. Das zeigen die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests, die heute im Bundesverkehrsministerium in Berlin vorgestellt wurden. Bürgermeister Thomas Berling nahm die Auszeichnung entgegen.

Platz 2: Nordhorn ist fahrradfreundliche Kommune

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte vorne) mit (von links) VVV-Geschäftsführer Matthias Bönemann, Stadtbaurat Thimo Weitemeier, dem ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg, dem Ratsvorsitzenden Ewald Mülstegen, Bürgermeister Thomas Berling, dem ADFC Ortsvorsitzenden Burkhardt Werner und der Klimaschutzmanagerin Anne Kampert. Foto: privat

Berlin Nordhorn konnte sich wie schon 2014 und 2016 in der Größenklasse der Städte zwischen 50.000 und ‪100.000 Einwohnern einen Platz auf dem Siegertreppchen sichern. 106 Städte fielen in diese Kategorie. Die Kreisstadt erzielte eine Gesamtnote von 2,62. Den ersten Platz sicherte sich die Stadt Bocholt mit der Note 2,39. Familienfreundlichste Fahrradstadt wurde Wettringen. Letzteren überreichte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer persönlich die Auszeichnung. Das berichtet die Stadtverwaltung aus Berlin.

ADFC-Fahrradklimatest

Der ADFC-Fahrradklimatest ist eine große Online-Umfrage. Sie fand im Herbst vergangenen Jahres zum achten Mal statt, mit einer Rekordteilnahme von fast ‪170.000 Teilnehmern aus ganz Deutschland. Erstmals hat die Umfrage sich genauer mit dem Thema Familien und Kinder beschäftigt. Durch Zusatzfragen rund um das Radfahren von Familien und Kindern wurde somit auch die Familienfreundlichkeit von Städten und Gemeinden bewertet. Gewonnen hat hier die Stadt Wettringen.

Verleihung in Berlin

Bei der Preisverleihung wurde Berling auf die hohen Pro-Kopf-Ausgaben der Stadt Nordhorn für das Thema Radverkehr angesprochen. Mehr als 22 Euro seien der absolute Spitzenwert im Deutschlandvergleich. „Das ist uns die Sache einfach Wert“, gab der Bürgermeister umgehend zurück. „Dass wir den zweiten Platz behaupten konnten, ist eine wunderbare Bestätigung unserer Arbeit“, freute sich Klimaschutzmanagerin Anne Kampert. Mit der Verabschiedung eines Radverkehrskonzepts habe die Stadt in den vergangenen zwei Jahren ihre Bemühungen um den Radverkehr noch einmal deutlich intensiviert. „Es ist gut, zu sehen, dass diese Bemühungen und Investitionen auch tatsächlich etwas bewirken und Spiel Radverkehr als auch Klimaschutz nach vorne bringen“, so Kampert.

Berling war gemeinsam mit dem Stadtratsvorsitzenden Ewald Mülstegen, Stadtbaurat Thimo Weitemeier, der städtischen Klimaschutzmanagerin Mobilität Anne Kampert, dem VVV-Stadtmarketing-Geschäftsführer Matthias Bönemann und dem Vorsitzenden des ADFC Grafschaft Bentheim Burkhard Werner nach Berlin zur Verleihung der Auszeichnung gereist.

Für Stadtmarketing-Chef Bönemann ist das ausgezeichnete Radwegenetz in der Wasserstadt Nordhorn vor allem aus touristischer Sicht bedeutsam: „Wir Nordhorner lieben und schätzen die wunderbaren Fahrradwege durch eine einzigartige Naturlandschaft. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn diese hohe Auszeichnung dazu beitragen würde, dass noch mehr Fahrradbegeisterte von außerhalb auf die Fahrradstadt aufmerksam werden.

Burkhardt Werner von Grafschafter ADFC sieht das städtische Radverkehrskonzept als Schlüssel zum Erfolg: „Wenn die darin skizzierten Maßnahmen umgesetzt werden, stehen die Chancen auf den ersten Platz in zwei Jahren nicht schlecht“, so Werner.

Auch der Ratsvorsitzende Ewald Mülstegen freute sich über den zweiten Platz. Bei allen Entscheidungen, die das Stadtbild oder die Infrastruktur in Nordhorn betreffen, habe die Politik das Thema Fahrrad mit im Blick. „Das macht die Entscheidungen manchmal nicht einfacher, aber der Aufwand zahlt sich aus! Nicht nur in Form von Preisen, sondern vor allem für das Wohlbefinden der Menschen in unserer Stadt“, so Mülstegen.

Berling: Kein Grund, die Bemühungen zurückzufahren

Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen liege in Nordhorn bei 39 Prozent. Im deutschlandweiten Vergleich sei das ein absoluter Spitzenwert, vergleichbar mit Fahrradstädten wie Münster. Ziel des städtischen Radverkehrskonzeptes sei es, diesen Wert auf 40 Prozent oder mehr zu steigern. Dazu seien zahlreiche Maßnahmen in Angriff genommen worden, um die Sicherheit und den Komfort für Radfahrer weiter zu erhöhen.

Radverkehrskonzept

Zuletzt wurde beispielsweise das Angebot an Fahrradstellplätzen in der Nordhorner Innenstadt massiv ausgebaut. Kreisverkehre an wichtigen Knotenpunkten werden so umgestaltet, dass Radfahrer sie sicher passieren können. Für den Ausbau der rund acht Kilometer langen Fahrradstrecke entlang des Nordhorn-Almelo-Kanals zu einem „Komfortradweg“ hat die Stadt bereits verschiedene Preise gewonnen. Das sogenannte „grüne Radwegenetz“ abseits der Hauptverkehrsstraßen soll weiter gestärkt werden, zum Beispiel durch die Ausweitung von Fahrradstraßen. Außerdem wurde die offizielle Zertifizierung Nordhorns als „Fahrradfreundliche Kommune in Niedersachsen“ beantragt, um noch mehr Aufmerksamkeit für den Umstieg auf das Rad zu machen. Die Teilnahme an Aktionen wie dem Stadtradeln für den Klimaschutz sowie Kooperationen mit dem örtlichen ADFC sind für die Fahrradstadt Nordhorn eine Selbstverständlichkeit.

Für den Bürgermeister sei die Etablierung Nordhorns in der Spitzengruppe jedoch alles andere als ein Grund, die Bemühungen zurückzufahren: „Unsere größte Herausforderung für die Zukunft liegt darin, auch die älteren Teile unserer Fahrradinfrastruktur zu sanieren und zukunftsfähig zu machen“, sagt Bürgermeister Berling. Da das Radfahren in Nordhorn bereits eine so lange Tradition habe, seien manche Radwegeverbindungen bereits in die Jahre gekommen. Auch entsprächen sie nicht den heute notwendigen Breiten. „Das Auto wird seine Berechtigung im Verkehr behalten“, so Berling, „aber unser Ziel muss es sein, dass das Fahrrad für alle kurzen Strecken in Nordhorn die schnelle, komfortable, klimaneutrale, gesunde und darum die bevorzugte Alternative ist“.

Verkehrsminister Scheuer gratulierte der Nordhorner Delegation ebenfalls zur Top-Platzierung. Er kündigte in seiner Ansprache an, den Ausbau des Radverkehrs in Deutschland zu fördern: „Manche nennen mich den Verkehrsminister der Autofahrer, aber ich werde Ihnen beweisen, dass ich auch der Verkehrsminister der Radfahrer bin“, so Scheuer.

Eine Übersicht:

Großstädte mit mehr als 500 000 Einwohnern:

  • 1. Platz: Bremen - Note 3,55
  • 2. Platz: Hannover (Niedersachsen) - Note 3,77
  • 3. Platz: Leipzig (Sachsen) - Note 3,85
  • Aufholer: Berlin - Note 4,27

Große Städte mit 200 000 bis 500 000 Einwohnern:

  • 1. Platz: Karlsruhe (Baden-Württemberg) - Note 3,15
  • 2. Platz: Münster (Nordrhein-Westfalen) - Note 3,25
  • 3. Platz: Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) - Note 3,42
  • Aufholer: Wiesbaden (Hessen) - Note 4,42

Städte mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern:

  • 1. Platz: Göttingen (Niedersachsen) - Note 3,35
  • 2. Platz: Erlangen (Bayern) - Note 3,39
  • 3. Platz: Oldenburg (Niedersachsen) - Note 3,54
  • Aufholer: Offenbach am Main (Hessen) - Note 3,63

Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern:

  • 1. Platz: Bocholt (Nordrhein-Westfalen) - Note 2,39
  • 2. Platz: Nordhorn (Niedersachsen) - Note 2,62
  • 3. Platz: Konstanz (Baden-Württemberg) - Note 3,10
  • Aufholer: Konstanz

Städte von 20 000 bis 50 000 Einwohnern

  • 1. Platz: Baunatal (Hessen) - Note 2,67
  • 2. Platz: Ingelheim am Rhein (Rheinland-Pfalz) - Note 2,71
  • 3. Platz: Rees (Nordrhein-Westfalen) - Note 2,95
  • Aufholer: Emmendingen (Baden-Württemberg)- Note 3,50)

Städte und Gemeinden bis 20 000 Einwohnern

  • 1. Platz: Reken (Nordrhein-Westfalen) - Note 1,97
  • 2. Platz: Wettringen (Nordrhein-Westfalen) - Note 1,98
  • 3. Platz: Heek (Nordrhein-Westfalen) - Note 2,37
  • Aufholer: Oschatz (Sachsen) - Note 3,97
  • Sonderpreis für Familienfreundlichkeit: Wettringen

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