20.01.2021, 16:15 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Nordhorn erhält 252.000 Euro für Innenstadtbelebung

Die Stadt Nordhorn erhält im Rahmen des Projekts „Zukunftsräume Niedersachsen“ Fördergelder von der Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit Honé, für die Stärkung des Innenstadtbereichs. Archivbild: Stadt Nordhorn

Die Stadt Nordhorn erhält im Rahmen des Projekts „Zukunftsräume Niedersachsen“ Fördergelder von der Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit Honé, für die Stärkung des Innenstadtbereichs. Archivbild: Stadt Nordhorn

Nordhorn/Lingen Die Stadt Nordhorn hat sich erneut erfolgreich um Fördermittel aus dem Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ beworben. 252.000 Euro und damit rund die Hälfte der geplanten Kosten stellt das Land für ein dreijähriges Projekt zur Stärkung der Nebenlagen abseits der Hauptstraße zur Verfügung. Die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit Honé, überreichte Bürgermeister Thomas Berling und Projektmanagerin Andrea Veddeler am Mittwoch die Förderzusage virtuell im Rahmen einer Videokonferenz.

„Nordhorn hat eine starke und attraktive Innenstadt, die sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat“, sagte Berling bei seiner Projektpräsentation im Rahmen der Videokonferenz. „Aber spätestens durch die Corona-Krise ist klar geworden, dass wir hier als Kommune noch mehr Arbeit und auch Geld investieren müssen, um gemeinsam mit den Unternehmen, der Bevölkerung und den Eigentümerinnen und Eigentümern dieses wichtige Herzstück unserer Stadt zukunftsfähig zu halten. Darum freuen wir uns außerordentlich, dass das Land uns bei unseren vielfältigen Bemühungen großzügig unterstützt.“

Nebenlagen-Offensive

Andrea Veddeler, seit 2019 im Team der städtischen Wirtschaftsförderung, soll das Projekt „Nebenlagen-Offensive“ koordinieren und als zentrale Ansprechpartnerin fungieren. Ziel der Nebenlagen-Offensive ist es, Nordhorn als attraktive Einkaufs- und Erlebnisstadt weiterzuentwickeln und damit als Mittelzentrum nachhaltig zu stärken. Die besonders vom Strukturwandel betroffenen Nebenlagen der Innenstadt sollen die Alleinstellungsmerkmale Nordhorns – zum Beispiel als Wasserstadt – aufnehmen und Raum für neue Trends wie Pop-up-Stores oder kollaborative Strukturen bieten. Leerstehende Immobilien sollen genutzt werden, um neue Geschäftsmodelle zu erproben, traditionelle Einzelhändler und Existenzgründer sollen bei der Digitalisierung und der Zusammenarbeit unterstützt werden.

„Als konkrete Maßnahme ist zum Beispiel die Schaffung von Themenstraßen denkbar, in denen die Kundschaft verschiedenste Angebote zum gleichen Oberthema findet“, erläuterte Berling. Um das zu ermöglichen, will die Stadt leer stehende Ladenlokale anmieten und an Existenzgrüner und innovative Unternehmer flexibel vermitteln. Sie sollen aber auch für nicht-kommerzielle Aktivitäten von Vereinen oder Kreativen zur Verfügung stehen. „Durch ein gezieltes Geschäftsflächenmanagement wollen wir die Innenstadt als Ganzes beleben, auch die Geschäfte in der Hauptstraße werden dadurch profitieren“, wird Berling in einer Pressemitteilung der Stadt zitiert.

Das Projekt ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und in fünf Phasen unterteilt. In den ersten beiden Phasen sollen alle Beteiligten in Veranstaltungen und Workshops zusammenkommen, um gemeinsam die Ausgangslage zu analysieren und für das Projekt zu motivieren. Auch externe Planungsbüros und Experten sollen eingebunden werden. In der dritten Phase sollen einheitliche Handlungskonzepte für verschiedene Bereiche der Innenstadt erarbeitet werden. Sie sollen konkrete Flächennutzungen, Marketingkonzepte sowie begleitende Online-Strategien beinhalten. In den abschließenden zwei Phasen des Projekts sollen die konkreten Maßnahmen und Teilprojekte umgesetzt und auf dauerhafte Beine gestellt werden.

Erlebnis-Einzelhandel

Aus Sicht von Honé setzt das Nordhorner Projekt genau an den richtigen Stellen an: „Wir kennen die Erlebnis-Gastronomie, jetzt kommt der Erlebnis-Einzelhandel als Erfolgsfaktor für die Innenstädte hinzu“, so die Ministerin. Auch in Expertenrunden im Ministerium sei das ein zentrales Thema. „Dass die Stadt Nordhorn bei ihrem Projekt explizit die Nebenlagen in den Blick nimmt, sich gegen den Trend der zunehmenden Leerstände wendet und alle Akteure in der Stadt auf breiter Basis einbinden will, macht dieses Projekt aus unserer Sicht absolut förderwürdig“, so die Ministerin.

Auch die Stadt Lingen erhielt im Rahmen der Videokonferenz einen Förderbescheid. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone präsentierte das Projekt „Last Mile Logistic-Hub“, für das rund 147.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. „Beide Projekte sind wegweisend und können hoffentlich weiteren Kommunen als Anreiz dienen, es ebenso zu machen“, sagte abschließend Franz-Josef Sickelmann vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems. An der virtuellen Bescheidübergabe nahmen außerdem auch Wirtschaftsminister Reinhold Hilbers und der Landtagsabgeordnete Thomas Brüninghoff als Vertreter der Region teil.

Mehrere Innenstadtprojekte gleichzeitig

Es ist bereits das zweite Innenstadtprojekt, für das die Stadt Nordhorn Mittel aus dem Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ erhält: Für die Planungen zur Umwandlung des ehemaligen ZOB-Geländes unter dem Titel „Innenstadt am Wasser“ hat das Land bereits im vergangenen Jahr Fördermittel zugesagt. Im Sommer soll dazu die weitere politische Beratung erfolgen. „Beide Vorhaben lassen sich hervorragend mit den weiteren Projekten verbinden, die von der Ratspolitik auf die Agenda für die Innenstadt gesetzt wurden“, sagt Bürgermeister Berling. So hat die CDU in den vergangenen Haushaltsberatungen erfolgreich zusätzliche Mittel zur Förderung des Gründergeschehens beantragt. Aufgrund eines erfolgreichen Antrags der SPD soll die Stadt Nordhorn außerdem die Innenstadtunternehmen bei der weiteren Digitalisierung ihrer Angebote unterstützen.

„Jetzt ist der richtige Moment, um all diese Vorhaben mit Nachdruck anzugehen, damit die Nordhorner Innenstadt nicht nur möglichst unbeschadet, sondern sogar deutlich gestärkt in die Zeit nach der Corona-Krise geht“, so Berling.

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