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21.02.2019, 14:33 Uhr

Lehrer fordern Entlastung bei der Arbeitszeit

Eine übermäßige Arbeitszeitbelastung von Lehrkräften war Schwerpunktthema der Mitgliederversammlung des Grafschafter Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Nordhorner Hotel Bonke. Gast war GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth.

Lehrer fordern Entlastung bei der Arbeitszeit

Laura Pooth, Landesvorsitzende der GEW, referierte auf der Mitgliederversammlung des GEW über die übermäßige Arbeitszeitbelastung von Lehrkräften. Foto: privat

Nordhorn Laura Pooth vertritt rund 30.000 GEW-Mitglieder, darunter sind etwa 400 Mitglieder im Kreisverband. An lokalen Probleme besprach die Mitgliederversammlung zum Beispiel die hohe Zahl an Abordnungen an andere Schulformen, die zurzeit die Gymnasien bewältigen müssen. In diesem Bereich konnte Laura Pooth wenig Hoffnung machen, dass sich die Situation grundlegend ändert.

Laura Pooth hob hervor, dass die Landes-GEW mit ihrer Arbeitszeitstudie aus dem Jahr 2016 die Debatte um die Arbeitszeit der Lehrer versachlicht habe. Die Studie hatte ergeben, dass Lehrer an allen Schulformen deutlich mehr arbeiten, als sie müssten. Für Grundschulen und Gymnasien lieferte die Studie, an der 3000 Lehrkräfte an 250 Schulen teilnahmen, repräsentative Ergebnisse.

Als Reaktion hatte das Kultusministerium eine unabhängige Kommission beauftragt, um aus allen vorliegenden Studien gerichtsfeste Empfehlungen zur Arbeitszeit abzuleiten. Diese Empfehlungen liegen seit November 2018 vor.

Wesentliche Elemente sind darin die Absenkung der Unterrichtsverpflichtung für Grundschullehrkräfte um eine Stunde und die Einführung von Entlastungsstunden in großem Umfang für die anderen Schulformen.

Der von Kultusminister Grant Hendrik Tonne bereits im Februar 2018 für Dezember 2018 öffentlich angekündigte Stufenplan habe noch nicht viel bewegt, so die GEW-Kritik. Sie fordert, dass die Empfehlungen der Kommission zügig umgesetzt werden. Die Kernforderungen der GEW lauten:

Die Zwangsteilzeit von pädagogischen und therapeutischen Fachkräften wie zum Beispiel Schulsozialarbeitern muss für ein Recht auf Vollzeit abgeschafft werden.

Eine neue Arbeitszeitverordnung mit spürbaren Entlastungen.

Die Altersermäßigung, die bereits im Koalitionsvertrag vereinbart ist, muss wieder eingeführt werden.

Das Gehalt von Grund-, Haupt- und Realschullehrern muss auf A13 beziehungsweise E13 angehoben werden.

Es ist der GEW bewusst, dass die geforderten Maßnahmen viel Geld kosten, aber zur Erhaltung eines funktionsfähigen Bildungssystems seien sie unerlässlich. Dass Lehrer bewusst Abstriche in der Qualität ihrer Unterrichtsvorbereitung in Kauf nehmen müssten, um ihr Pensum überhaupt zu schaffen, dass in fast allen Schulformen, vor allem aber im Grundschulbereich, ausgeschriebene Stellen nicht besetzt werden könnten, seien deutliche Warnsignale an die Arbeitgeber: „Daher wird die GEW weiter den Druck aufrechterhalten und wenn nötig mit weiteren Aktionen verstärken.“ Geplant sind zum Beispiel die Organisation landesweiter Personalversammlungen, Proteste zur Haushaltsklausur der Landesregierung im Sommer oder die Präsentation einer Überstundenuhr, die am 9. Juni die zehnmillionste Überstunde von Lehrern anzeigen werde, seit Tonne Kultusminister ist.

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