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24.01.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Kultusminister Grant Hendrik Tonne zu Besuch beim EGN

Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat am Donnerstag das Evangelische Gymnasium in Nordhorn besucht. Dort verschaffte sich der Politiker ein Eindruck davon, wie die Schule zum Beispiel mit der Digitalisierung umgeht.

Die Schüler erklären dem Minister ihr Projekt der IdeenExpo. Das Foto zeigt (von links) Grant Hendrik Tonne, Steffen Dreier, Christian Brockmann, Kevin Wiesner (Vordergrund) , Noah Hilkenbach, Lilly Spiekermann. Foto: EGN

Die Schüler erklären dem Minister ihr Projekt der IdeenExpo. Das Foto zeigt (von links) Grant Hendrik Tonne, Steffen Dreier, Christian Brockmann, Kevin Wiesner (Vordergrund) , Noah Hilkenbach, Lilly Spiekermann. Foto: EGN

Nordhorn Schulen erleben derzeit besondere Herausforderungen – der digitale Wandel, Veränderungen in der Arbeitswelt, auf die sie Schüler vorbereiten müssen sowie eine weite Streuung der individuellen Voraussetzungen der Schüler. Wie das Evangelische Gymnasium Nordhorn (EGN) mit diesen Anforderungen umgeht, davon machte sich der Kultusminister des Landes Niedersachsen, Grant Hendrik Tonne, am Donnerstag ein Bild.

Gut gelaunt kam der Politiker um 13 Uhr auf dem Schulhof des Gymnasiums an und wurde nicht nur von Schulleiterin Dr. Gabriele Obst sowie einigen Kollegen herzlich begrüßt, sondern auch von vielen neugierigen Schüleraugen gemustert.

Der offizielle Teil des Besuchs begann dann mit einem kleinen Rundgang durch die Schule. Hierbei interessierte sich der Minister vor allem für den in Profile und Projekte gegliederten Ganztag, der an der Schule an zwei Tagen pro Woche unterrichtet wird. Die individuelle Spezialisierung der Schüler weckte hohes Interesse bei dem Politiker, der sich die Arbeit in diesen klassenübergreifenden Kursen erklären ließ. Dargestellt wurde auch die Praxis, dass sich zum Beispiel die Elftklässler im Rahmen des Schulfachs „Engagement in Schule“ einbringen und selbst Projekte für Jüngere anbieten.

Besondere Begeisterung bei Kultusminister Tonne rief das ebenfalls im Ganztag angesiedelte Projekt „Herausforderung“ hervor, bei dem sich alle Zehntklässler individuelle, kulturelle, ökologische oder auch sportliche Ziele suchen und diese selbstständig in einer Woche im März verwirklichen. Hierbei sei es wichtig, auch über den Tellerrand zu blicken und die Region zu verlassen. Ein verbindlicher Ganztag mit gymnasialem Anspruch baue nach und nach die Fähigkeit der Schüler auf, Verantwortung für sich selbst und die Gesellschaft zu übernehmen.

Auch für die Arbeit als MINT-EC-Schule zeigte Tonne größtes Interesse. Gebannt schaute er Schülergruppen zu, die ihre Experimente vorführten, mit denen sie beispielsweise auf der IdeenExpo erfolgreich waren. Für ihn als Laien, so Tonne, sei es immer wieder erstaunlich, wie genau junge Menschen die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge verstünden. Christian Kirberger, Koordinator für den Bereich MINT-EC, zeigte das umfangreiche naturwissenschaftliche Angebot des Gymnasiums auf, welches viele Möglichkeiten für individuelle Schwerpunktsetzung biete. Er verwies darauf, dass schon ab den fünften Klassen durch die Wahl von Profilen und Projekten bis zu sechs Stunden mehr im MINT-Bereich gewählt werden könnten und so die individuellen Fähigkeiten frühzeitig gefördert würden.

Dass dies Früchte trägt, zeigt sich an der breiten Teilnahme an Camps zur Förderung begabter Schüler und Wettbewerben in den naturwissenschaftlichen Fächern – auch in der Oberstufe. „Die Schülerinnen und Schüler, die schon ab der fünften Klasse ihre Begabungen erkennen, engagieren sich später häufig in der Oberstufe freiwillig, um entweder den Jüngeren etwas beizubringen, oder aber ihre Expertise immer weiter zu stärken“, so Kirberger.

Dass aber auch ein späterer Einstieg am EGN von Erfolg gekrönt sein kann, davon überzeugte der Schüler Kevin Wiesner den Kultusminister, indem er von seinem Besuch am CERN, die Europäischen Organisation für Kernforschung, in der Schweiz berichtete und sich für seine Förderung dankbar zeigte.

Nach dem Rundgang durch die Schule folgte ein Gespräch zwischen dem Kultusminister, der Schulleitung und den anwesenden Vertretern aus der Kreisverwaltung und der Politik. Neben all der Begeisterung, die Tonne bisher für das Programm der Schule zeigte, folgten hier auch kritische Worte. So verwies Dr. Gabriele Obst darauf, dass das Selbstverständnis des teilgebundenen Ganztagsgymnasiums oft an räumliche Grenzen stoße. So fehlten zum Beispiel für den Profil- und Projektunterricht entsprechende Räume, aber auch Rückzugsräume für Schüler und Lehrkräfte, die den Großteil des Tages in der Schule verbringen. Auch die Ausstattung der PC-Räume müsste in der Schule, die Informatik obligatorisch in der fünften und elften Klasse unterrichtet sowie in der Oberstufe anbietet, deutlich verbessert werden.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass eine verbindliche Ganztagsschule die entsprechenden räumlichen und personellen Ressourcen brauche, um ihre Arbeit erfolgreich umzusetzen. Der Minister unterstrich, dass er den von der Schule gewählten Ansatz auch im Blick auf eine Neuausrichtung gymnasialer Bildung für interessant halte, denn er ermögliche insbesondere durch die frühe und intensive Begegnung mit Unternehmen eine Perspektive, die über das Hochschulstudium hinausgehe.

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