19.04.2021, 17:06 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Junger Vater aus Nordhorn sucht Knochenmarkspender

Jens und seine Frau Ina vor dem Kloster Frenswegen. Zur Zeit liegt Jens in der Uni-Klinik Münster und wird dort behandelt. Foto: DKMS

Jens und seine Frau Ina vor dem Kloster Frenswegen. Zur Zeit liegt Jens in der Uni-Klinik Münster und wird dort behandelt. Foto: DKMS

Nordhorn Der 37-jährige Jens aus Nordhorn ist gerade zum zweiten Mal Vater geworden. Direkt nach der Geburt erhält er eine erschütternde Diagnose: Blutkrebs. Eine Stammzellspende ist mit hoher Wahrscheinlichkeit seine einzige Überlebenschance. Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht zum Lebensretter werden.

In den sozialen Netzwerken haben der Spendenaufruf und das Schicksal von Jens aus Nordhorn eine große Welle der Unterstützung hervorgerufen. Per Pressemitteilung, Flyer und digitalen Aufrufen sucht die DKMS nach potenziellen Knochenmarkspendern. Zur Zeit wird die Familie von direkten Kontakten abgeschirmt. In einer Pressemitteilung schildert die DKMS das Schicksal der Familie:

Jens ist Ingenieur, seine Frau Ina Krankenschwester. Erst vor kurzem haben sie sich ein gemeinsames Haus gekauft. Der Umbau und der Garten sind ein Lebensprojekt, wie beide sagen. Jens kocht gut und gerne, häufig sind Familie und Freunde da. Und dann sind da noch der zweijährige Jano und die Neugeborene Jette. Eigentlich könnte alles gut sein. Der sonst so sportliche Jens leidet seit Mitte März mit zunehmender Intensität unter Nachtschweiß. Ein paar Tage später kommen Müdigkeit und Abgeschlagenheit hinzu.

Nach der Geburt seiner Tochter bessern sich die Symptome – kehren jedoch nach kurzer Zeit mit Macht zurück. „Ich habe mir ernsthafte Sorgen gemacht“, sagt Ina. „Jens erzählte mir, dass der Nachtschweiß massiv zunehmen würde. Er sah abgeschlagen und blass aus.“ Die Ergebnisse eines Bluttests sind allerdings nicht eindeutig. Der Nordhorner hat Husten, bekommt schlecht Luft und in seinem Blut zeigen sich erhöhte Entzündungswerte, sodass der Hausarzt einen bakteriellen Atemwegsinfekt vermutet und ein Antibiotikum verordnet.

In der Klinik

Doch dieses zeigt keinerlei Wirkung – im Gegenteil, die Symptome verschlimmern sich. Jens wird in die Klinik eingewiesen. In den nächsten zwei Tagen werden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt: Blutproben, eine Computertomographie, sowie eine Knochenmarkspunktion und Ultraschalluntersuchungen. Da seine Frau und seine Kinder auf ihn warten und Jens sich stabil genug fühlt, entschließt er sich, zu Hause auf die Ergebnisse zu warten.

Doch bereits am nächsten Tag kommt ein Anruf, der das Leben der Familie von einer auf die andere Sekunde ändert: Der Arzt teilt Jens mit, dass er an einer Leukämie erkrankt sei. Ina kann über den Lautsprecher mithören. „Es hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Mit einer Diagnose, die so plötzlich kommt und so hart ist, ist man vollkommen überfordert.“ Jens und Ina verstanden es zwar, konnten es aber trotzdem nicht realisieren. „Bis dahin hatten wir immer noch geglaubt, dass er sich irgendwo mit etwas infiziert haben könnte“, erinnert sich Ina, für die junge Familie bricht die Welt zusammen.

Direkt zur Chemotherapie

Sofort wird Jens in die Uniklinik Münster eingewiesen, wo er seitdem Chemotherapien erhält. Corona bedingt ist Besuch verboten, seine kleine Tochter hat er daher bislang nur eine Woche miterlebt. Aber der Nordhorner beginnt nach dem ersten Schock zu kämpfen. Die junge Familie bleibt jeden Tag durch Videoanrufe in Kontakt. Jens hat Angst, aber er lässt keine Zweifel zu: „Ich möchte mit meiner Frau unsere gemeinsamen Kinder aufwachsen sehen, möchte für sie da sein und sie begleiten. Für mich gibt es viele Gründe zu kämpfen“.

Doch alleine kann er es nicht schaffen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann nur ein passender Spender Jens Leben retten. Die Familie hat deshalb gemeinsam mit der DKMS eine große Online-Aktion organisiert. Ina selbst wendet sich mit einem Aufruf an ihre Mitmenschen: „Leukämie kann jeden treffen. Diese Diagnose lässt die Welt stillstehen. Ein Leben ohne Jens wollen die Kinder und ich uns nicht vorstellen. Deshalb bitte ich alle: Lasst euch registrieren.“

Die DKMS ruft dazu auf, sich online registrieren zu lassen. Unter https://www.dkms.de/aktiv-werden/online-aktionen/jens besteht die Möglichkeit, sich für Jens das Registrierungsset zu bestellen. Ebenso ist die normale Onlineregistrierung über www.dkms.de jederzeit möglich. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Jens und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen.

Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. DKMS-Spendenkonto, Kreissparkasse Tübingen IBAN: DE35 7004 0060 8987 0002 34 Verwendungszweck: LPS 738

Über die DKMS:

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Ziel ist es, so vielen Patienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Dabei ist die DKMS weltweit führend in der Versorgung von Patienten mit lebensrettenden Stammzelltransplantaten. Die DKMS ist außer in Deutschland in den USA, Polen, UK, Chile und Indien aktiv. Gemeinsam haben sie über 9,5 Millionen Lebensspender registriert. Darüber hinaus betreibt die DKMS wissenschaftliche Forschung und setzt in ihrem Labor, dem DKMS Life Science Lab, Maßstäbe bei der Typisierung neuer Stammzellspender.

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